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696) Nach 25. October 1015-1018. (Post aliquod temporis intervallum) nachdem nämlich Erzbischof Gero am 25. October einen Theil des Merseburger Sprengels herausgegeben hatte, klagte Bischof Thietmar in Magdeburg, wo sich der Kaiser aufhielt, den Bischof Hildeward von Meißen an, daß er ihm einen Theil des Merseburger Sprengels vorenthalte. Der Kaiser traf eine vermittelnde Entscheidung, wobei sich aber Thietmar noch nicht zufrieden gab.

Chron. Episc. Merseb. in M. G. X. p. 775.

598) 13. December 1015. Der Erzbischof Gero (von Magdeburg) bekundet, zur Vermehrung des Gottesdienstes und zu seinem und seiner Vorgänger Seelenheil eine Kirche zu Ehren der heil. Maria von Grund aus erbaut und darin eine auch in die Prüderschaft des Capitels der hh. Moriß und Innocenz aufgenommene geistliche Genossenschaft (congregationem) eingeseßt zu haben. Zum Unterhalt derselben habe er ihr übergeben: Im Dorfe Rodenuorde 22 Hufen (mansos), im Dorfe Winđeldorp 7 Hufen, in Biere 9 Hufen, ganz Wendischs Biere, nämlich 10 Hufen, im Wendendorfe Mulinge 6 Hufen (hobas), im Dorf Welsleue 7 Hufen nebft ihren Besißern, das ganze Dorf Sualiße, nämlich 10 Þufen nebst ihren Bauern (colonis), die Stadt (civitatem) Frose unit allem Zubehör, Hofstellen, Gebäuden, Wiesen u. 1. w. und allen Einkünften von Markt, Zoll und Münze, die Stadt-Capelle S. Laurentii mit ihrem Grundvermögen (cum dote sua), nämlich 7 Hufen und dem Zehnten davon und mit der Wiese, die Frosiggewische genannt, an der Elbe gelegen, ferner das Dorf Woldestorp mit den Zehnten und Leibeigenen beiderlei Geschlechts, die darin wohnen, 1 Hufe im Dorfe Euendorp und den ganzen Zehnten vom Dorfe; im Dorfe Rotterstorp 5 Hufen und die Dorfkirche mit ihrem Vermögen (dote); im Dorfe Maje 5 Hufen, die 15 Schillinge (solidos) zinsen; im Dorfe Salbeke 10 Hufen nebit dem zwischen der alten und neuen Elbe (Albi) belegenen, bestimmt begrenzten, dem edeln Manne Harteradus für 100 Talente abgekauften Wald (worin seine Söhne in Gegenwart des Königs Heinrich II. im 12. Jahr der Regierung desselben zu Wallhausen (Walehusen) einwilligten); endlich auch das Dorf Volcmerstorp, von einer edeln Frau Namens Emmeke für 170 Mark angekauft, mit allem Zubehör und Einkünften. Sodann habe er (der Erzbischof) noch aus seinem Eigenthum der obigen Schenkung hinzugefügt: 64 Hufen im Dorf Oldenheim und Odendorp, 15 Hufen im Dorf Rothmersleue, und 4 Hufen in Carelesbach und Carestat habe er den Klostergeistlichen von Hersfeld (Heroldesuelt) für den Zehnten des Dorfes Bartinge, im Halberstädtischen

Sprengel gelegen, gegeben, von welchem Zehnt die alten Holzgeräthschaften aus: gebessert und erseßt werden sollten; auch werde dem Convent Steuer- und Dienstfreiheit zugestanden. Bei der Wahl eines neuen Propstes oder Dedh anten sollten vom Convent nur rechtschaffene Männer erwählt werden und im Falle einer Zersplitterung der Stimmen der Einfluß des Erzbischofs maßgebend sein. Die Vogte y über das Stift solle der jedesmalige Burggraf der Stadt Magdeburg (Praefectus vrbis Magdeburgensis) haben, aber ohne Geheiß der Conventualen keinen Untervogt bestellen dürfen.

Zeugen: Confratres nostri et Coepiscopi Meinwercus, Hildeuardus, Ericus, Wigo et Zaiazo; Fratres de Sancto Mauricio, Hermon Decanus, Helmericus Presbyter, Hildebrandus Presbyter, Theodericus Presbyter, Erps Presbyter, Geddo Presbyter, Fridericus Diaconus, Meynger Diaconus, Gero Presbyter, Siuart Diaconus, Erick Subdiaconus.

Data Idus Decembris Anno Dominicae Incarnationis M. XV. Indictione XIIII. Presidente vniuersali Romane Ecclesie Benedicto Papa Octauo Anno autem Gloriosissimi Hinrici Regis Secundi Regni XV, Imperii Tertio Anno quoque Pontificatus Geronis Archiepiscopi III. Actum Magdeburg feliciter Amen.

Copie aus der Mitte des 16. Jahrhunderts im Staats-Archiv zu Mag: deburg. Gebrudt in

Leudfeld Antiqq. Praem. I. p. 4–6 mit der Jahreszahl 1016.
Riedel C. D. Brand. A. XVII. p. 424, 425.
v. Ludewig Rell. Msptt. II. p. 460 ff.
Lünig Reichsarchiv XVI. B. p. 30.
Hugo Annall. Praemonstr. II. p. 106.
v. Heinemann C. D. Anhalt. I. p. 78, 79 (nach einer anderen

Abschrift, und die Urkunde auch ins Jahr 1016 feßend).

599) ca. 1015.

Der Edle Liuthard übereignete dem Bischof Mein werk von Paderborn zu seinem Seelenheil für einen Mantel im Werthe von 4 Pfund (pallium unum pro IV libris) eine Unze Goldes und 10 Pfund Pfennige in Gegenwart der Grafen udo, Benno, Amulung, Serimon und Anderer, alle seine Besißungen zu grrleben (Irixlevu, Errleben?), sammt den Hörigen beiderlei Geschlechts, und alle Befißungen in Asterliudi (in exercitu Asterliudi, d. h. Dit falun; vgl. ibid. c. 46 in Ostfalabis und c. 69 in orientali exercitu) und in Hardego (Herthega).

Vita Meinwerci e. 52 in M. G. XI. p. 123.

600) 10. Mai 1016.

Hötensleben (Hokisneslevo) und Wadersleben (Wakereslevo), die zu den Gütern gehörten, welche Adela (Athela), Gemahlin des Grafen Balderich, Mörderin ihres Sohnes des Grafen Dietrich, eigenthümlich besaß, wurden von Bischof Meinwerk, dem Sohne der Adela, mit Zustimmung der Erben zu Dortmund ohne Jemandes Widerspruch dem Kaiser Heinrich übergeben.

IV Idus Januarii anno dominicae incarnationis, indictione XIII in Drotmannia. Es sollte an diesen Orten nebst allem ihren Zubehör Niemand außer dem von dem Kaiser bestellten Vogt irgend welche richterliche Gewalt üben.

Vita Meinw. ep. c. 132 in M. G. XI. p. 133.

601) 29. Juni 1016. Au Reding, Dompropst zu Magdeburg, welcher am 5. August 1015 gestorben war, folgte Geddo (venerabilis pater), ehedem Leiter der Schule (scolae magister), damals aber Custos der Domkirche, am Tage St. Petri und Pauli.

Am Abende vor diesem Tage (28. Juni) starb der Mönch (inclusus) Efico (in Magdeburg?), der im Dienste des Herrn an manchen Ort gewan: dert war.

Thietm. chron. 1. VII. c. 25 in M. G. III. p. 847.

602) 1016.

Zu dem Unglüd, welches der Schalttag nach Thietmars Glauben in diesem Jahre herbeiführte, gehörte der Angriff des Grafen Bernhard (von Branden: burg) zur Nacht mit einer großen Schaar, wobei ein (miles innocens, der nicht gekämpft hatte ?) Ritter des Erzbischofs von Magdeburg gefangen, ein anderer verwundet wurde, ferner ein Gewitter mit Sturm und Donner am 10. Februar (Freitag), welches Häuser zerstörte, Menschen tödtete oder in Lebensgefahr brachte und viele Bäume in den Wäldern niederwarf.

Thietm. chron. 1. VII. C. 30 in M. G. III. p. 850.
Vgl. Magdeb. Schöppenchronik herausg. von Janice S. 86 und 92.

603) (1016.) Thietmar, Bischof von Osnabrück (Asenbrunensis), ein Knecht (Stiftsherr ?) des heil. Moriß zu Magdeburg, erblindete in diesem Jahre. Vorher war er ein sehr brauchbarer Propst zul Mainz und Aachen gewesen.

Thietm. chron. 1. VII. c. 49 in M. G. III. p. 857.

604) 1. Januar 1017.

Der Erzbischof Gero (von Magdeburg) empfing auf Befehl des Kais sers den Markgrafen Bernhard, der, barfüßig herankommend, Buße und Besserung gelobte und nahm ihn, nachdem er ihn von allen wider ihn ergangenen Bannsprüchen befreit hatte, wieder in den Schooß der Kirche auf.

Thietmari chron. 1. VII. c. 35 in M. G. III. p. 852.
Vgl. Magdeb. Schöppenchronik herausg. von Janice S. 87.

605) Anfang 1017. Gero, Erzbischof (von Magdeburg), Erkanbald, Erzbischof (von Mainz), Arnulf, Bischof (von Halberstadt), nebst den Grafen Sigifrid' und Bernhard und anderen Großen des Reichs lagerten 14 Tage an der Mulde (Milda) gegen den Herzog Bolizlav von Polen, der sie auf geringschäßende Weise hinhielt und täuschte. Als dies der Kaiser von den Bischöfen in Merseburg, wohin sie nach Mariä Reinigung (2. Februar) kamen, hörte, beschloß er erzürnt, keine Botschaft mehr an den Reichsfeind zu senden.

Darauf reiste der Kaiser nach Magdeburg, wo er mit großen Ehren empfangen wurde. Am nächsten Tage, als am Sonntag (10. Februar), begann er, weil der Sonntag Septuagesimä bevorstand, sich des Fleisches zu enthalten. Am folgenden Tage, am Montag (11. Februar), weihte der Erzbischof in Gegenwart des Kaisers die nördliche Kapelle ein. Tags darauf (12. Februar) entstand eine Bewegung (commocio) unter den Leuten (socios) des Erzbischofs und denen des Markgrafen Bernhard, welche ohne Gefahr gestillt und ehrenvoll für den Erzbischof beendigt wurde. Dorthin wurden auch Diebe gebracht, im Kampfe (Zweikampfe, a congredientibus, vorher cap. 36 steht an einer ganz ähnlichen Stelle singulari certamine) besiegt und aufgehängt. Vieles, was das Heil des Vaterlandes betraf, wurde dort zum Abschluß gebracht. — Von Magdeburg ging der Mönch (conversus) Gunterius aus, um den liu: ticiern zu predigen. Die Hoffnungen, die Thietmar gehegt hatte, daß seine Klagen und Wünsche in Betreff seines Sprengels würden Gewährung finden, gingen nicht in Erfüllung. In der Sißung des Kaisers, nämlich am Tage St. Petri Stuhlfeier (VIII. Kal. Marcii), am 22. Februar, wo außer Erzbischof Gero (von Magdeburg) die Bischöfe Mein werk (von Paderborn), Wigo (von Brandenburg), Erich (von Havelberg) und Eil ward (von Meißen) anwesend waren, bekam Thietmar vom Kaiser und vom Erzbischof Gero die Weisung, einen öftlich vom Mulde fluß (Muldae fluminis) in den Burgwarden Bichni (Püchen) und Vurcin (Wurzen) gelegenen Pfarrbezirk (parrochiam) an den Vischof Eilward abzutreten, wofür dieser den im Westen der

Mulde gelegenen an Thietmar abtreten sollte. Dieser Tausch wurde durch Auswechselung der Stäbe (Bischofsstäbe: baculis) bestätigt. Thietmar aber behauptete damals auf das, was ihm noch zustand, nicht verzichtet zu haben.

An demselben Tage wurden dem Raiser und seiner Gemahlin vom Erzbischof Gero große Geschenke verehrt. Den folgenden Tag (23. Februar) verließen sie Magdeburg und kamen am dritten Tage nach Halberstadt.

Thietm. chron. 1. VII. c. 36–38 in M. G. III. p. 852—853.
Vgl. Magdeb. Schöppenchronik herausg. von Janide S. 88.

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In Magdeburg lebten zwei Schwestern (consorores), von denen die ältere Alwred (Elfriede), die jüngere grmingard hieß. Sie lebten sehr fromm, beschlossen aber, nicht mit Andern gemeinsam zu leben, sondern für sich in einer Kirche, welche „Rundkirche“ (Rotunda) genannt wurde, dem Herrn Christus und der Maria. Die jüngere erblindete, doch nahm ihr inneres Auge an Stärke zu. Bald nachher aber starb sie am 8. Februar (VI. Id. Febr.). Ihre ältere Schwester, welche von ihrer Muhme (nepti) Frither una unterstüßt wurde, überlebte aber doch, weil sie so oft der Schmerz über den Verlust der Schwester und fortwährende Schwachheit befiel, dieselbe nur 14 Wochen und 3 Tage. Einen Tag vor ihrem Tode sah sie in einer Bergüdung (in excessu mentis) die in hoher Ehre strahlenden Erzbischöfe Tagino und Waltherd, welche ihr nebst Bischof Eid (Aeidum) Ablaß ertheilten. Auch erkannte sie in diesem Zustande die Basen (materteras) des Erzbischofs Gero: Miris uida, Emmilda und Eddila (Adele). Diese Leştere verließ ihre Abtei (abbatiam, oder legte ihre Würde als Aebtissin nieder ?) und schloß sich aus Liebe zum Herrn ins St. Paulskloster in Rom ein. Dann sah sie auch noch eine vierte Base Geros, die Odd (Oda). Alle vier sangen Psal

Während deß hielten alle Gegenwärtigen die Al wred für todt. Als sie aber erwachte, sagte sie zu den Anwesenden, sie verlange aus der Welt zu gehen und werde am folgenden Tage sterben. Dies geschah auch am 22. Mai (XI. Kal. Junii).

Thietm, chron. 1. VII. C. 40 in M. G. III. p. 854.

Der Name Alwred steht im Necrol. Luneb. zum 18. März (Lappenb. a. a. D. nota 33). Im Cal. Merseb. steht der Name am 22. Mai (ebdj. nota 35).

Die Magdeb. Schöppenchronik S. 87 hat den Zusaß: Diese (Jungfrauen) sind des Gotteshauses zu Magdeburg Mithelfer und haben mir (dem Verfasser) wohl geholfen, obgleich ich ihnen keine Ehre angethan habe.

men.

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