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begab und den Rönig vor den daselbst Versammelten erinnerte, vor der Bestätigung des Erzbischofs die Angelegenheiten des Merseburger Sprengels zu ordnen und madyte der König auch die nachdrüdlichsten Versprechungen. Am folgenden Tage (22. September) kam der König nach Magdeburg und veranstaltete eine Versammlung im Speisesaal (refectorium) der Stiftsherren. Dort ward nun auf Antrag (peticione) des Königs, mit Vorbehalt des Wahlrechts für die Zukunft (salva in posterum electione), Gero gemeinsam zum Erzbischof gewählt. Darauf weihte er sich zuerst in der Kirche dem Altar und erwarb die Aufnahme in das Capitel für 10 Hufen Landes. Sodann empfing er vom Könige den Hirtenstab (baculum), ward bald darauf inthronisirt und vom Bischof Eid (Eido) gesalbt, indem Thietmar nebst den übrigen obengenannten geistlichen Brüdern dabei ministricte. Noch an demselben Tage (22. September) ward darauf das Fest der Thebäischen Blutzeugen vom Könige feierlich begangen und wurde dieser uud alle die Seinigen von dem neuen Erzbischof mit Geschenken reich geehrt. Von Magdeburg begab sich der König mit seinem Gefolge zu einem längeren Aufenthalte nach Merseburg.

Thietm. chron. I. VI, c. 49 in M. G. III. p. 829-830.
Vgl. Magdeb. Schöppenchronik, herausg. von Janice S. 84.

570) (September 1012.) Dem (Erzbischof) Walthard (von Magdeburg) folgte Gero im Amte. S. Adam Brem. in M. G. VII. p. 328.

571) 17. October 1012.

König þeinrich bestätigt alle Schenkungen des Kaisers Otto J. und seiner beiden gleichnamigen Nachfolger an das Hochstift Merseburg, darunter die Dörfer Ch ruaz is, das „neue Dorf“ (villa quae uocatur noua), Rotlizi, Rossini, Ribzi, Boianuilla (Benndorf?), in Gusuna 3, Bufe, Wiribeni, Gladebiza, Cozini, Turnuua, in Muscaua 3 Hufen, in Spirga 1 bufe, Piscini (Peißen), Batuellon, Cuiauua, Paszini, Bresnizi, Bolibor s (Belberg), zu der Kirche in Scutibure eine königliche Hufe, eine desgleichen in Cuiscesburg, Klein Tra uarda (Tragard), Gost ua mit allem Zubehör. Dazu schenkt K. Heinrich noch ein ihm gehöriges Dorf Celinzini im Burgwart Cuiscesburg (Reuschberg ?) in der Grafschaft Hermanns und einen Weinberg bei Merseburg was Alles mit Zubehör er durch den Pfalzgrafen Burchard der St. Peterskirche in der Altstadt überweisen läßt.

Signum domni Heinrici (L. M.) regis inuictissimi.

Guntherius Cancellarius uice ercha mbaldi (L. S.) arcbicapellani recognoui.

Data XVI Kalendas Novembris. Indictione XI. Anno dominicae incarnationis millesimo XII. Anno vero domni secundi Heinrici regnantis XI. Actum Merseburg. In dei nomine amen.

Driginal mit gut erhaltenem Siegel im domcapitularischen Archiv zu
Merseburg.
Gedrudt in
Höfer, Erhard und v. Medem Zeitschrift für Archivkunde 2c.

I. p. 161 ff. mit den Abweichungen: Gusua, Turnuuua,
Trauardu und Ciuscesburg.

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kündet haben. Am 14. November früh ward die Leiche mit Begleitung (worunter Thietmar) nach Walbed gebracht und dort bestattet. Sie war eine treue þut des Leibes und der Seele ihres Mannes gewesen und hatte unabläffig gefastet und gebetet.

Thietm, chron. 1. VI. c. 51 in M. G. III. p. 830.

574) 1012. In diesem Jahre beginnt der Bau der Kirche des Klosters St. Johannis des Täufers in der Vorstadt Magdeburgs (in suburbio Parthenopolitanae civitatis) durch den Abt Siegfried im 4. Jahre nach seiner Weihe.

Ann. Magdeb. in M. G. XVI. p. 164.
Vgl. Magdeb. Schöppenchronik, herausg. von Janicke S. 85.

575) 1012 ff. Gero, Erzbischof von Magdeburg, wird unter den tüchtigsten Kirchen: fürsten seiner Zeit genannt.

S. Vita Meinwerci in M. G. XI. p. 151.

576) 1012 ff. Gero, Erzbischof von Magdeburg, regierte 10 Jahre und 1 Monat. Den Bischofsstab erhielt er vom Könige Heinrich, das Pallium vom Papst Bene: dict. Als Walthard gestorben war, wurde, nur um die Wahlfreiheit zu wahren (gratia conservandae electionis), Dietrich, Domherr in Magde: burg, ein Verwandter des Bischofs Thietmar von Merseburg, zum Nachfolger gewählt. Erich, Bischof von Havelberg, überbrachte die Nachricht von dieser Wahl dem Könige, der sie, das Beste der Magdeburger Kirche im Auge habend, nicht bestätigte. Der König

Der König ließ Dietrich zu fich kommen und nahm ihn an Stelle Geros, der befördert werden sollte, zum Caplan, bis er später Bischof von Münster wurde. Am Tage des großen Festes der Thebäischen Blut: zeugen kam der König nach Magdeburg, berief die Brüder in den Speisesaal und ließ, damit für die Zukunft die Wahlfreiheit unangetastet blieb, Gero wählen, welcher fich nun jammt 10 Hufen der Kirche übergab und so die Aufnahme in die Gemeinschaft der Brüder erlangte. Darauf erhielt er vom Könige den Stab, und von Eid, dem Bischof von Meißen, inthronifirt, wurde er an demselben Tage von den anderen Suffraganbischöfen Wigo, Hildeward, Erich und Thietmar gejalbt. Erzbischof Gero war bemüht, in die Fußtapfen seiner Vorgänger zu treten und die Güter der Kirchen zu mehren. Gegen Gute war er gut, gegen Böse hart, gegen Arme mild, gegen Reiche, die Unrecht sich zu Schulden kommen ließen, überaus streng. So leistete er dem Bischof Arnulf von Halberstadt, der ihm feindlich gesinnt war, tapferen Wider:

stand; den Markgrafen Bernhard, der die Güter des Erzstifts Mageburg verwüstete, excommunicirte er so lange, bis sich dieser ihm demüthig ergab und 50 Talente Silbers für den von ihm angerichteten Schaden bezahlte. Die Prä: benden der Brüder erhöhte er und unter Beirath seiner Getreuen verlegte er das Elendenhaus (xenodochium), das k. Otto I. vor Kurzem (nuper) in Notter storf (Rothardestorf) gegründet hatte, und stiftete innerhalb der Stadt zu Ehren der Jungfrau Maria ein Kloster, welchem er außer anderen Gütern diejenigen von Rotterstorf, aus deren Ertrag früher die Spende ertheilt wurde, schenkte. Außerdem gründete er eine zweite Kirche zu Ehren des heil. Johannes des Evangelisten, die er auch einweihte und aus seinem eigenen Vermögen beschenkte, damit die Domherren ein genügendes Auskommen und Kleidung besäßen. Von dem Schaße, den Kaiser Dtto I. dem heil. Moriß geschenkt hatte, schmücte er den Dom mit verschiedenem Zierrath. Auch die Stadtmauern, deren Bau Otto der Große begonnen hatte, vollendete er mit dem größten Eifer. Den Zustand seiner Kirche suchte er auf alle mögliche Weise zu heben. Lange vor seinem Tode litt er an einer Lähmung der Füße; er starb auf seinem Hofe (curte) Vadderoth, im Halberstädter Sprengel (parochia) gelegen, im Jahre 1022 am 22. Dctober. Er stammte aus einem edlen sächsischen Geschlechte ab. Sein Vater war ein Herr von Wodenswegen (Wodeneswege), seine Mutter Elika, eine in jeder Beziehung ausgezeichnete Frau. Er weihte den vierten Bischof von Meißen, Eilward, den fünften von Merseburg, Bruno, und den fünften von Brandenburg, Lusso. Auf Befehl des Kaisers Heinrich weihte er auch den Erzbischof von Bremen, Unno, unter Zustimmung und Beistand der Suffraganbischöfe desselben.

S. Chron. Magd. bei Meibom S. R. G. II. p. 286 ff.

577) (c. 1012 - 1018.)

Thietmar (Bischof von Merseburg) widmet dem Siegfried (Sigefridus) (Abt zu Kloster Berge bei Magdeburg), seine Chronik.

Thietm. Chron. prolog. in M. G. III. p. 733 f.

578) 1012-1018.

Des Markgrafen Effibard und seines Bruders Herimann Leute (satellites), welche den Bischof von Merseburg, Thietmar, und den Grafen Sigifrid geschädigt, griffen auch den Erzbischof Gero von Magdeburg in Wirbini (Werben) an und raubten daselbst nach ihrem Belieben.

Thietm, chron. 1. VIII. c. 10 in M, G. III. p. 868.

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580) 1012– 1018. Thietmar, Bischof von Merseburg, singt am Schlusse des V. Buchs seiner Chronik, wo er von der Wiederherstellung des Bisthums Merseburg handelt:

Vivat in aetheria Taginonis spiritus aula.
Waltherd et Gero valeant in fine beato
Et Christo salvi sint omnes atque locandi
Sedibus Elisiis, te Mersburg qui pietatis

Affectu dextris exaltavere benignis.
Thietm. chron. 1. V. am Ende, in M. G. III. p. 804.
Auf Walthard folgt Gero (als Erzbischof von Magdeburg).
Adam Brem. II, 60 in M. G. VII. p. 328.

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