Wilhelm von Humboldts gesammelte schriften, Band 3

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Häufige Begriffe und Wortgruppen

Beliebte Passagen

Seite 167 - Den nachtheiligsten Einfluss auf die interessante Behandlung jedes Sprachstudiums hat die beschränkte Vorstellung ausgeübt, dass die Sprache durch Convention entstanden, und das Wort nichts als Zeichen einer unabhängig von ihm vorhandenen Sache, oder eines eben solchen Begriffs ist.
Seite 166 - Bildung gaben und empfingen, gewissermassen abgesondert werden. Allein einer ist von durchaus verschiedener Natur, ist der Odem, die Seele der Nation selbst, erscheint überall in gleichem Schritte mit ihr, und führt, man mag ihn als wirkend oder gewirkt ansehen, die Untersuchung nur in einem beständigen Kreise herum — die Sprache.
Seite 297 - Begriffe sind, und dass es in diesem Sinn Kreise der Individualität giebt, von dem schwachen, hülfsbedürftigen und hinfälligen Einzelnen hin bis zum uralten Stamme der Menschheit, weil sonst alles Verstehen bis in alle Ewigkeit hin unmöglich seyn würde.
Seite 296 - Person, und daß sie, gleich einem verabredeten Chiffre, ein Erzeugniß der Reflexion und der Übereinkunft, oder überhaupt das Werk der Menschen (wie man den Begriff in der Erfahrung nimmt) oder gar des Einzelnen sei.
Seite 289 - Zeitpunct man nun die neben einander bestehenden Nationen in ihrem ununterbrochen forteilenden Laufe betrachten mag, wandern, trennen, vereinigen, mischen sie sich, sterben aus, körperlich durch wirklichen Untergang, oder geistig durch Ausartung, machen neuen Platz, oder treten selbst, in veränderter Gestalt, wieder auf. Allein jeder von irgend einer Seite her errungene Vorzug wirkt weiter fort, und ist gleichsam eine Eroberung in dem Gebiete desjenigen, was sich in der Menschheit durch die That...
Seite 34 - Welt anzusehen, wo die gewifs nur Wenigen ganz fremde Sehnsucht, mit sich und der Natur allein zu leben, volle und ungestörte Befriedigung genösse; und sollte nicht billigerweise jeder rein menschlichen Empfindung auf Erden ein von der Natur besonders für sie begünstigter Ort geheiligt seyn, zu welchem der Mensch, wenn nicht sich selbst, doch wenigstens seine Einbildungskraft und seine Gedanken retten könnte.
Seite 358 - Grosses entsponnen hat, übersieht. dass man die Geschlechter der Menschen zu sehr als Vernunft und Verstandeswesen, zu wenig als Naturproducte betrachtet.
Seite 175 - Niemand versuche es daher, den Menschen vom Bürger zu trennen ; nur in der Art, wie beide im Individuum in einander verschmolzen sind, kann ein Unterschied liegen, und hierbei kommt die politische Verfassung in Betrachtung.
Seite 31 - Gedächtniss, der ordnende Verstand an dem Zeichen, dem Begriff oder dem Bilde. Aber die höchsten und besten in ihm, diejenigen, welche seine eigentliche Persönlichkeit bilden, die Phantasie, die Empfindung, der tiefere Wahrheits- und Schönheitssinn, bedürfen zu ihrer kräftigeren Nahrung auch der Sache, der Anschauung und der lebendigen Gegenwart.

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