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(Gloss.), abratum abrauten. * Abresta sunt folia vitis. Abrepo verre weg kriechen (sim. 4.). *Abrotare siben. Abroga-ns ein ainfaltiger i. humilis; -tus ein gewaltiger. Acidi dentes i, stupefacti czend ergen. *Accellerare ser iagen o. leiden. Accentus ein lanck den. Acies ein her spitz, ain scharffer aug apfel. *Acrom-on (Gloss.), -en stinckend wurtzlach (Suffix wie in 41.). Die schief über einander stehenden Punkte über Vokalen geben wir durch wagerechte; sie bedeuten wenigstens in vielen Fällen keinen Umlaut, für welchen åhnliche aus übergeschriebenem e gebildete Zeichen sicherer gelten, welche ich durch • wiedergebe. Von Suauium und dann wieder von Supendium an wechselt die Hand und einigermaßen auch die deutsche Mundart des werthvollen, aber nicht gar leicht zu lesenden Vocabularius, der auch in manchen Anordnungen von seinen Genoßen

abweicht. 53. Ms. a. 1460 aus der Frankfurter Museumsbibliothek, kommt nur wenige

Male vor. 54. Einzelnes Blatt, der Schrift nach aus dem 15., vielleicht aus dem 16. Jh.,

der Gymnasialbibliothek zu Frankfurt a. M. angehörig, in welcher es
Hr. Prof. Rumpf daselbst nebst einem schönen, weit älteren Bruch-,
stücke eines bloß lateinischen Glossars (dessen Veröffentlichung und Er-
låuterung durch ihn zu hoffen steht) entdeckte. Es enthält die folgenden
Glossen, die zum Theil in auffallender Weise zu dem Voc. Theut.
ante Latinum (unserer nr. 75.) stimmen und hier und da Merkmale
der Ausschrift aus einem alphabetischen deutsch-lateinischen Wörter-
buche zeigen. Die deutsche Uebersetzung weicht oft von der der uns
bekannten Vocabularien ab; auch ihre Schreibung und Mundart ver-
dient Aufmerksamkeit. Bloß lateinisch ist nur die Glosse; Subdolus
falsus homo. Wir stellen die übrigen in der vorgefundenen Reihen-
folge auf. * Cirillus (o. S. 92 verdruckt Cerillus) ein syr. *+ Tra-
cum saltz wasser. *+ Attega hassel huon. Labrusca ein heck.
* Nascale nestell. Cassidolabrum hellenn bartt. Hilus fedder kenn-
gell. *Tritula ein flegell. Lolium ratte vff dem feld. Spica ein
aher. Insipare, interere in prockenn. Prothospatarius mart-
schalck. *Primipilus, satrapa ein houpt man. *Honorium er
trung (ebenso 75.). *Scissitari ein ding erfaren. Phagifacetus
ein erlicher gast. * Esculus esch lösell. Esula wollfs milch h.
* Popinare essen bereiten (ebenso 75.). * Epilenti-a gesiecht; -cus
der das gesiecht hatt. Qresima (quadragesima Gloss.) carte mo-
nachorum (vgl. quadragena karr-at 34. -ed 1. 71.). *+ Glososis,
noctiluga full holtz dz bi nacht, schinett. Agonisare vmb dz leben
fechten. *f Rubiginator ein schwert feger. Ficulneus ein fygen
můß. Fiola ein eng glaas. Electuarium lattwórg. * Ignile fyer
gezyg. Extentus , flach. (ebenso 75.). **Ceruicula flachs brech.

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(Gloss, und hier v. Crinacula). * Turicus fleisch madenn (sim. 75.). * Struen holtz floos (s aus z geändert; floß, var. floße 75.). Acal. uester a um kaal. Violentia freuell. † Temerari freuelen. * Aliophilus ein heimlicher buoler. Carrata ein fuoder. * Suppetaneus fuoß schemell (sim. 75.). * Vitertus ein jungfillill. (sim. 75.). *4 Baburnus i. stultus. (Gloss. und hier v. Baburrus). * Vernisium firniß. *4 Campestra (-re etc. Gloss.), anaglodium schirtz duoch (d aust geändert?). Fuscinula clein gebell ut solent habere coci. * Reciaculum garn. * Girgillare garnwinden. Gesticulari gouckelen. Arra gotz pfennig. *+Barbicium (-ina 75.) geisbart. Ladum ein hack bret mitt seiten. *Mensula (sc. hack bret] dar vff man hackt. (sim. 75.). *Schlimbria hackmesserr (sim. 75.). *Sternales hantgifftt. (sim. 75.) * Antrophormita ein bild hower. Cambuca bischoff staab. Muscus bissemm. Olfactorium bissemappfell. *Flaueus blow. *4 Palidus pleich. Candidare pleichenn. * Campiducere geleitenn. * Amphiatrum ein schranck. Pustula ploter. Pustulare geschwellenn. (sim. 75.). * Lamen brust plech. * Attrillus ein pluell. Germen bluost. * Curulus pluotriechter. * Merobs griener speck. * Culper frowenhindell. Solennisare prangen. (sim. 75.).

II. Druckschriften.

1-155. Die in meinem ersten Glossar benutzten Druckschriften. Ich bezeichne

hier nur einige, vorzugsweise im neuen Glossar citierte, nochmals näher, jedoch nur kurz. 48. s. 0. 40. — 64. Brack, Voc. rerum. — 65. Voc. praedicatorum. — 68. (verdruckt 69. nr. 1 im alten Glossar Einl.) steht zwischen den Gemmen und den Vocc. ex quo mitten inne. — 74. deutsch-lat. Voc. theutonicus Nürnb., Zeninger 1482. — 75. Voc. incipiens teutonicum ante latinum in verschiedenen Ausgaben, zu welchen auch neu benutzte (5,9) hinzugekoinmen sind. - 76. (s. 37.) lat.- deutscher Voc. alphabeticus s. scripture. 93. Voc. optimus ed. W. Wackernagel. – 94. ags. Glossen aus Mones Anzeiger und Quellen. – 99. 106 - 9. nd. und nl. Glossare aus Hoffmanns Horae Belgicae VII. 110. hd. Gemmen, in verschiedenen, auch neubenutzten Ausgaben. — 122. lat.-frz. Glossar des 15. Jh. aus der Bibliothek zu Lille, her. von Gachet 1846; 122. das selbe, her. von Scheler 1865. – 124. Castelli Lexicon medicum 1746. – 125. V. rerum, a Baldassare Trocho Ascaniense a. 1517; eine reichliche Nachlese neulateinischer Wörter bleibt zu machen. - 132. Gemme vom J. 1507 in halb nl., zumeist kölnischer Mundart. 136, ags. Glossen, von Oehler (Archiv für Philologie 1847). — 142. Pariser lat. Glossar, her. von Hildebrand 1854. - 147. Theutonista, von Gherard van der Schueren; ich laße reiche Nachlese übrig.

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Andere Bezeichnungen der in meinen beiden Glossarien benutzten Druckschriften: BM. Mittelhochdeutsches Wörterbuch von Benecke u. S. W. 1854 ff. Br. Breuiloquus 1478. Dz. Wtb. Fr. Dietz, Etym. Wörterbuch der roman. Sprachen 2. A. 1861 ff. Fr. Frisch teutsch-lat. Wörterbuch 1741. Gf. Graff, Althochdeutscher Sprachschatz 1834 ff. GI. Aelfr. Aelfreds ags. Glossar (aus Du Cange). Gl. m. Du Cange, von Adelung als „Glossarium manuale“ bearbeitet

1782 ff. Goth. Wtb. (m. = mein) Vergl. Wörterbuch der gothischen Sprache 1851 ff. Gr. Wtb. Deutsches Wörterbuch der Gbr. Grimm 1854 ff. Haupt. Haupts Zeitschrift. Ki. Kirschii Cornucopiae, vorz. die Ausg. 1723. Kil. Kiliani Dufflæi Dictionarium tevtonico-latinum cur. Hasselto 1777. Lips. Die in Haupt Z. XIII 2 aufgestellten Glossare Lipsii (nur wenige

hier eingefügt und erlåutert). Naturb. Naturbuch etc., verdeutscht durch C. Mengenberger (v. Megenberg)

1540.
Nmn. Nemnichs Allg. Polyglottenlexikon der Naturgeschichte 1793 ff.
Pap. Papias 1485.
Sm. Schmellers Bayerisches Wörterbuch 1827 ff.
Sum. Hoffmanns Sumerlaten.

Für die im vorliegenden Glossare neubenutzten Druckschriften sind
etwa folgende Bezeichnungen zu erklåren:
Aelfr., Clp. (Cleop.) s. Cock.
Cock. 0. Cockayne, Leechdoms, Wortcunning and Starcraft of early Eng-

land. 2 Voll. London 1864-5. Besondere Chiffern seiner Glossarien: Aelfr. O clerice! an educational exercice by Aelfric Bata. -- Clp., Cleop. Cleopatra. Dun. Durhamer Glossarien. Hb. Herbarium Apuleji. – Lor. Lorica oder Lurica, angeblich von Gillas oder Gildas mit ags. Glossen; dazu gab ich bißweilen Varianten aus der Ausgabe mit irischen Glossen von Stokes (Irish Glosses Dublin 1860). –

Rawl. Rawlinson. Dun. S. Cock. Dz. Altr. Gil. Altromanische Glossare, berichtigt und erklärt von Fr. Diez.

Bonn 1865. Erf. Gl. und Marb. GI. Erfurter und Marburger Glossen, von Dietrich

in Haupts Z. II 204 ff. III 116 ff. G. voc. NI. Gemma vocabulorum, Erweiterung der Gemmula v., verm. her

von Jac. de Breda Deventer 1500 (die Schlußzeile meines Ex. ist abgerißen). Ihren Werth für die Berichtigung der übrigen Gemmen rühmte ich bereits. Ihre Mundart nåhert sich mitunter den nd.; so

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hat sie dat får nnl. het; ol für nl. ou, das sie bisweilen missdeutet;

die Endung er, ner für nl. âr, nâr. Gloss. Mein Glossarium lat.-germanicum 1857. H. Ph. S. Hildegardis Physica etc., nach einer Pariser Hs. des 15. Jh.

her. von Daremberg, mit Prolegg. und Anmm. von F. A. Reuss,
in Migne Patrologiae Ser. 2 T. 197. Paris 1855. Ann. bedeutet die
von Reuss zugefügten lat. (linneischen) Benennungen; Ed. die aus
der 1513 nach einer (verlorenen) Handschrift in Straßburg besorgten,
in Krautii Experimentario 1544 neu abgedruckten Ausgabe. Lese- und
Druck-fehler scheinen in der rubricierten Ausgabe håufig vorzukommen.
Leider erhielt ich erst nach der mühevollen Ausbeutung dieser Aus-
gabe und am Schluße des Druckes den correcteren und bequem ge-
ordneten Auszug von Reuss in den „Annalen des Vereins får
Nassauische Alterthumskunde u. S. W. VI. Wiesb. 1859. Was
Sprengel und E. Meyer über die Pflanzennamen in Hildegards
Schriften gesagt haben, liegt mir nicht vor. Ich verweise dafür auf
die „Botanik der Gegenwart und Vorzeit“ (Lpz. 1864 S. 120 ff.) von
F. W. Jessen, welcher eine weit ältere und beßere Handschrift der
Physica, als die Pariser ist, in Wolfenbüttel entdeckt hat und die
Ergebnisse seiner Forschungen in einer Abhandlung über Hildegards
naturgeschichtlich - medicinische Schriften veröffentlichen wird. Von
ihm dürfen wir ein gesundes und parteiloses Urtheil über die be-
gabte, aber schwärmerische Meisterin der deutschen Pflanzen - und
Arznei-kunde ihrer Zeit und über ihre Werke erwarten; Reuss gibt
glåubig auch die albernsten Wundergeschichten aus Hildegards Leben
wieder. Der urkundlich von dem heil. Geiste in sehr mittelalter-
lichem Latein inspirierte Text der Physica ist mit vielen einzelnen
hd. (rhein- oder nahe-ländischen) Wörtern maccaronisch gemischt,
welche, theilweise aus älteren umgebildet, dem 15. Jh. angehören und
oft uns neu sind. Aus der Urschrift mehr und minder erhalten sind
die latinisierten und vielleicht an ahd. Formen angeleinten deutschen
Wörter der Ueberschriften und des Textes, wie u. v. a. swertula
neben swerteln oder gar schwerteln (flectiert); sogar spiczmus

erzeugt den Ablativ spicz mo! H. I. i. S. Hildegardis lingua ignota, nach W. Grimm in Haupts Z. VI,

mit Fz. Roths hs. Verbesserungen nach der Wiesbadener Hs. Hier hat die merkwürdige Heilige vermuthlich eine ahd. Handschrift wörtlich abgeschrieben und die Missgeburten ihrer eigenen Sprachengabe großentheils aus deutschen oder auch lateinischen Elementen hinzu

gefügt. H. S. Heinrici Summarium; die Zusätze D., Mon., Tr., Vind. bedeuten die

Redactionen und Hss. zu Darmstadt (Perg. hs. 6 kl. 8°., nach Riegers
Auszuge in Pfeiffers Germania IX), München (Diut. III 235-266.

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Schmellers gl. a. 641-691.), Trier (Hoffmanns Ahd. Glossen, Graff) Wien (Diut. I. c.; Graffs Diut. 1. C., Sprachsch. 2. Hs.; I. XI vollständig in Hoffmanns Sumerlaten, wo 21-4 Kråuternamen aus der selben Wiener Hs. 39). Ich verglich noch das Zubehör in Symb. D. (s. u.) und Bl. d. i. St. Blasien, in Gerbert Iter alem. Anh. S. 15-108; Schmellers gl. i. 35-47. gl. o. 10-166.; Hs. von St. Florian (nr. 100 m. alten Glossars); den Auszug der Straßburger Hs. in Wackernagels Lesebuch IV. 177-182 hatte ich nicht zur Hand. Weitere Beziehungen von H. S. wurden 0. bei 40. erwähnt; sie kommen oft bei den

Mainz. Hss., namentlich 11. und 19. vor, mitunter auch bei 76.
H. S. Cock.
Ho. Holtzmanns Ahd. Glossare in Pf. Germ. XI 1.
K. V. Voc. rerum ex officina J. Keller in Augusta a. 1468. kl. fol. (scheint

J. Grimm unbekannt geblieben zu sein). Von den mir bekannten hs.
Vocc. rerum sehr abweichend, nåhert er sich bisweilen dem von
Brack (orr. 31. 64.), håufiger den Vocc. 22. 40. 74. 75. 93. Seine
lat. Erklårungen sind sehr lehrreich und selbst seine, durch den

Druck fixierten, Fehler merkwürdig. Die Redaction Z. V. s. u.
Lor. s. Cock.
Marb. Gl. s. Erf. Gl.
Meg. Konrad v. Megenberg, Buch der Natur, her. von Pfeiffer 1861. Vgl.

28. 42. Naturb. K. v. M. hat viele schon vor ihm gelåufige hd. Benennungen, und unter den biß jetzt anderswo nicht vorgefundenen viele von ihm selbst nach Bedeutung und Missdeutung griechischer und lateinischer gebildete. Pfeiffers Glossar ist sehr sorgsam gearbeitet, enthält sich aber fast aller Vergleichung und kritischen Er

klårung. Oe. V. Indroductio quedam utilissima s. Vocabularius IV linguarum Latine

Italice, Gallice et Alamanice etc. Augspurg, getruckt durch Erhart oglin 1516. Die gleich seltene 1. Ausgabe dieses (ersten?) poly

glotten V. rerum erschien zu Rom bei J. Mazochi 1510. 0. san. Ortus sanitatis (Herbarius von de Cuba), nach der 1. hd. Ausgabe

Mencz 1485; bißw. nach der mir leider nicht unmittelbar zugäng

lichen niedersächsischen. Or. Eur. Meine Origines Europaeae 1861. P. V. Petters Auszug (in Frommanns D. Mundarten IV 289 ff.) aus einem

hs. Voc. ex quo a. 1432 in der Bibliothek des Prager Museums nr. 355. Sein halbvokalisches Zeichen zwischen Konsonanten gebe ich, seiner wahrscheinlichen Aussprache gemåß, durch ě. Verwandt sind unsere nrr. gab. 9. 33. 4. V. a. 1420. P. V. e. q. bezeichnet einen

von Petters bisweilen zugezogenen V. ex quo s. I. et a. Pf. Grm. Pfeiffers Germania. Rawl. s. Cock.

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