Jacob Grimm: zwei Artikel der preussischen Jahrbücher aus deren 14., 15. und 16. Bände besonders abgedruckt

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Reimer, 1865 - 167 Seiten
 

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Seite 37 - Schuldigkeit; denn wir suchen alle etwas Höheres, das goldne Vlies, das allen gehört, was der Reichtum unsres ganzen Volkes, was seine eigene innere lebende Kunst gebildet, das Gewebe langer Zeit und mächtiger Kräfte, den Glauben und das Wissen des Volkes, was sie begleitet in Lust und Tod, Lieder, Sagen, Kunden, Sprüche, Geschichten, Prophezeiungen und Melodien...
Seite 32 - Ursprung erforschen, um sie neu beleben oder verbinden zu können, und daß sie auf die Quellen ihrer eignen Sprache und Dichtung zurückgehn, und die alte Kraft, den hohen Geist wieder frei machen, der noch in den Urkunden der vaterländischen Vorzeit vom Liede der Nibelungen bis zum Flamming und Weckherlin bis jetzt verkannt schlummert...
Seite 37 - Sie brachen ab und auf zu ihren Regimentern, zum Kriege. Damals klang manches daran, was mir so in die Ohren gefallen; alles reizte mich höher, was ich von Leuten singen hörte, die nicht Sänger waren, zu den Bergleuten hinunter bis zum Schornsteinfeger hinauf.
Seite 38 - Demantfestigkeit bewährt, nicht abgestumpft, nur farbespielend geglättet, alle Fugen und Ausschnitte hat zu dem allgemeinen Denkmale des größten neueren Volkes, der Deutschen; das Grabmal der Vorzeit, das frohe...
Seite 53 - in der poesie wie in der natur frischer lebendiger morgenhauch, gekühlt über den wassern und in den bergen und gewürzt im tannenwald besser behagt als die drückende schwüle oder gar der anhauch aus einem blasbalg, so lies Grimms altdänische heldenlieder, balladen und märchen'.
Seite 79 - Als ein wahres, unerklärliches Wunder bricht sie aus dem Munde einer Nation und als ein nicht minder staunenswertes, wenngleich täglich unter uns wiederholtes und mit Gleichgültigkeit übersehenes aus dem Lallen jedes Kindes hervor...
Seite 26 - zu unserer Sprache, zu den Verdiensten, Grundsätzen und Endzwecken unserer Väter ernster zurückkehren, mithin auch unser altes Gold schätzen lernen", war gekommen.
Seite 69 - Wilhelm, aus der nur wenige schweigende Ruinen stehen, über welche der Blick der Gegenwart unachtsam hingeht und von welcher die Geschichte kaum etwas spricht, Gestalten in dem hellsten lebendigsten Glanze hervortreten, an deren Tugend, Muth und Schönheit wir sehen, daß auch damals Großes und Mächtiges gewesen...
Seite 151 - Wird man sparsamer und fester die Verhältnisse der einzelnen Sprachen ergründen und stufenweise zu allgemeineren Vergleichungen fortschreiten, so ist zu erwarten, daß bei der großen Menge unsern Forschungen offener Materialien einmal Entdeckungen zustande gebracht werden können, neben denen an Sicherheit, Neuheit und Reiz etwa nur die der vergleichenden Anatomie in der Naturgeschichte stehen...
Seite 21 - Seete, jede Zunft, ja jeder einzelne große Schriststeller seine eigenen Ländereien, Felder und Blumenbeete. Erst wenn diese erforscht wären, könnte man einzelne Schriftsteller erschöpfend charakterisiren, Sprache ist Form der Wissenschaften nicht blos in welcher, sondern auch nach welcher sich die Gedanken gestalten.

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