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nur wenige Gewerkt verbrauche» die Erzeugnisse anderer Gewerkt.

Bei den Roh- und Hülssstosscn ist schon durch die Art der Verwendung die Erwerbung auf dem Wege des Micthhandcls ausgeschlossen, dcun an Gegenständen, deren nothwendige oder beabsichtigte Zerstörung zur Herstellung neuer Güter der Zweck des Erwerbenden ist, muß der letztere ein Eigcnthumsrecht erworben haben, ein bloßes Nutzungsrecht ist dafür nicht denkbar. Bei dieser Erwerbung zum Eigcnthum wird sich die Sclbstcrzcugnng nur auf wenige Fälle beschränken, wo etwa die Rohstoffe auf andere Weise im Allgemeinen nicht zu erwerben sind, wo schwer transportable Güter erst durch die industrielle Verarbeitung transportfähig gemacht werden: Ziegeleien, Schneidemühlen mit eigenem Waldbcsitz, Hüttenwerke mit eigenen Gruben, oder endlich, wo die Abfälle des Gewerkcs für die Erzeugung der Rohstoffe direct wieder nutzbar gemacht werden, wie bei Tpiritusbrcnncrcien und Zuckerfabriken, auch in einigen Fällen, wo die Hülfskräfte beider Gewcrbszweige gleichzeitig nutzbar gemacht werden müsse». In allen diesen Fällen ist es jedoch vorthcilhaft, die Erzeugung der Rohstoffe uud deren gewcrkliche Verarbeitung sowol mechanisch, wie auch, wcun die Größe des Betriebes es irgend gestattet, in der Leitung ausciuandcr zu halten.

Zur Bestimmung des angemessenen Kaufpreises wird man eine Berechnung aus dem Reinerträge nur zur Feststellung der oberen Grenze benutze« können, bei den meisten Roh- und Hülföstossen der Industrie stelle» sich durch vielfältige Concnrrenz Marktpreise fest, an welche der Abnehmer gebunden ist. Abgesehen von einigen dieser Roh- uud Hülfsstoffe, welche in Folge localer Verhältnisse ganz bestimmte Bezugsplätze haben, wird sich für die meisten ein mehr oder weniger ausgedehnter Markt finden, und es wird sich die Bezugsquelle als die vortheilhaftcste herausstellen, welche für die zu dem jeweiligen Zweck passendste Qualität der Stoffe die billigsten Marktpreise, die niedrigste Fracht, die geringsten Einkaufs-, Verladuugsund sonstige Spesen verlangt, für welche außerdem der Geldkurs sehr niedrig steht und nach welcher hin Rimessen auf dem billigsten und bequemsten Wege gemacht werden köuucn. Bei sonst gleichen Verhältnissen wird eines oder das andere derselben den Ausschlag gebe», anderenfalls muß eine genaue Calculatiou mit Berücksichtigung aller der angegebenen Faetoren über die zu wählende Bezugsquelle entscheide«. In manchen Fällen wird auch die größere oder geringere Schnelligkeit eines augenblicklichen Bezuges von Einfluß sein.

Da die Roh- und Hülfsstoffe bei der Erzeugung der fertigen Fabricate vollständig verbraucht werden, so hat ihr Einkaufspreis einen bildeten Einfluß auf dcu Herstellungspreis der Erzeugnisse und damit auf die Ueberwiudung etwaiger Concurrcnz. Die Möglichkeit einer Kostenersparniß liegt aber nicht allem darin, daß mau die Rohstoffe billiger erwirbt, als die Concurrentcn, sondern häufig auch in einer besseren Wareulenntniß, in dem Ankauf im Großen und in der Gewohnheit der Barzahlung. Eine genaue Warenkenntuiß setzt den Käufer in deu Stand, sich die beste Qualität zu verschassen, und gerade von Roh- und Hülfsstoffe« gilt die zum Sprichwort gewordene Regel, daß das Beste stets das Billigste ist, denn häufig steht der geringere Preis nicht im Verhältniß zu der geringeren Leistungsfähigkeit der Stoffe. Der Ankauf der

Roh- und Hülfsstoffe im Großen hat überall da, wo dieselben dem Verderb nicht ausgesetzt sind, oder durch passende Mittel davor geschützt werden können, den gewissen Vorzug, daß man im Großcu stets billiger einkauft uud bezieht, als im Kleinen, daß man ungünstige Prcisconjuncturen abwarten, daß man längere Zeit Stoffe der gleichen Qualität verarbeiten, daß man einer rasch sich steigernden Nachfrage nach fertigen Erzeugnissen ein starkes Angebot entgegensetzen kann, und daß man nicht so häusigen Betriebsstörungen ausgesetzt ist, wie sie stets bei verhältnißmäßig kleinem Vorrat!) unausbleiblich sind. Selbstverständlich sind solche Zeiten nicht zum Einkauf von Vorrätheu geeignet, wo dieselben einen außergewöhnlich, aber voraussichtlich uur für kurze Zeit hohen Preis haben; auch wird das Vorrathhalten bei solchen Stoffen nicht anwendbar sein, welche dem Verderb oder der Quantitätsvcrmindcrung beim Lagern ausgesetzt sind, welche verhältnißmäßig kostbare Lagerräume, eine relativ hohe Versicherungsprämie oder eine unausgesetzte kostspielige Bewachung erfordern. Um bedeutendere Vorräthe auf Lager zu halten, bedarf man allerdings eines größeren Anfangskapitals; die auf diesen Capitalöüberschuß verwendeten Zinsen werden aber jedenfalls durch die Ersparniß am Engrospreis aufgewogen, häusig auch uoch durch inzwischen eingetretene Preissteigerungen in viel größerem Maße ersetzt. In der Gewohnheit der Baaizahlung liegt ebenfalls ein Vortheil, den» bei der Lieferung auf Credit wird vou dem Verkäufer nicht nur der Zius des Kaufpreises für die Creditirungsfrist auf den Preis geschlagen, sondern auch noch eine Assecuranzprämie, welche ihm zur Deckung für die möglicherweise gauz ausbleibende Zahlung beitragen muß. Bei Baaizahlung wird er möglicherweise noch um ein Geringes billiger liefern, weil ihn die Verfügung über baare Mittel in den Stand setzt, bei dem Ankauf der Waren oder bei der Erzeugung der Rohund Hülfsstoffe und dem Einkauf des dazu Nöthigcn stets die günstigsten Conjuncturcn zu benutzen. Aber auch dieses Mittel für einen billigeren Einkauf wird sich nicht ohne eine entsprechende Vergrößerung des Anlagecapitalö anwenden lassen.

Bei der Anweuduug der Roh- und Hülfsstoffe muß der oberste Grundsatz der einer äußersten Sparsamkeit sein,, und diese wird sich besser bei großen, als bei kleineren Vorräthen durchführe» lasse», weil bei jeuen weniger unvcrwerthbare Reste übrig bleiben, häufig sogar gauz fortfalle». Die Sparsamkeit bethätigt sich iu einer sorgfältigen Verwahrung, gewissenhaften Buchung des Verbrauches und Bestandes und dem Schutz vor verderbliche» Eiuflüssen, hauptsächlich aber in einer rationellen Verwendung des für den bctresscudenZweck gewählten passenden Hülfsstosses oder Rohstoffes. Zu den letzteren gehört sehr häufig ein einmaliger Mehraufwaud für passendere, aber kostspieligere Eiurichtuugen oder Maschinen, zuweilen bedarf es nur geschickterer Arbeiter oder eiuer besseren Auswahl des betreffenden Stoffes. Die rationelle Verwendung der Roh- und Hülfsstoffe erfordert eine möglichst ausgedehnte Anwendung vou Arbcitsmaschinen, weil diese in der Regel das Material besser ausnützen; sie verlangt ferner, daß man die Stoffe, wo es nöthig erscheint, gegen Feuersgefahr versichert.

Die Werkzeuge, Geräthe uud Maschinen sollen die gewerkliche Arbeit unterstützen, und zwar können sie dies bewerkstelligen, indem sie entweder dem Arbeiter einen bequemen Standpunkt für seine Gewerksarbeit gewähren, ihm Materialien festhalten und Lasten bewegen helfen, »der die Mischung, die chemische oder mechanische Umwandlung von Flüssigkciteu erleichteru, zur Thcilung, Zerkleinerung, Umformung oder Zusammenfüguug fester Stoffe dieneu, oder die menschlichen Sinne bei der Gewerksarbeit unterstützen oder endlich den Arbeitenden vor Einflüssen bewahren, die seiner Gesundheit schädlich sind und sich in Folge der gewcrklichcn Verrichtungen geltend machen. Eine allgemein gültige Unterscheidung der genannten drei Begriffe läßt sich nicht machen und ist auch von keinem Belang für die darauf bezüglichen Entwickelungeu.

Eine Erwerbung dieser Capitalgattuug auf dem Wege der eigenen Erzeugung wird i» dem Falle geboten sei», wo die fraglichen Gegenstände dem besonderen gewerklichen Vcdarfe so angepaßt sein müssen, daß nur der Unternehmer selbst sie dem Zwecke cutsprechend herstellen oder nntcr seiner eigenen Aufsicht so herstellen lassen kann, also z. B. bei Lehrgerüsten für Bauzwecke, bei Formen und Modellen, die Walzen für Zeugdruck u. s. w. Die eigene Herstellung kann zweckmäßig, wenn auch nicht gerade geboten sein bei Werkzeuge», welche massenhaft gebraucht weiden, sich sehr rasch abnutzen, stets vou Neuem vorgerichtet werden müssen und keine besonderen Kuustfertigkcitcu bei ihrer Herstelluug erfordern; dahin würden z. B. die verschiedenen Schmiedearbeiten bei größeren Bauten gehören, die Gezähc beim Bergbau n. A. m. Vollständig unvorthcilbaft ist aber die Selbsterzeugung des Bedarfes an Geräthen, Werkzeugen und Maschinen überall da, wo dieselbe eine von der eigentlichen Hauptleistuug des Unternehmens ganz verschiedene Thätigkcit erfordern, wo sie die eigentliche Hauptleistuug ungebührlich unterbrechen und die darauf zu verwendenden Kräfte zersplittern würde, uud wo die Werkzeuge u. s. w. ohue größere Schwierigkeit von anderer Seite zu beziehe» stud. Der letzte Fall wird der bei weitem häufigste sein, gewöhnlich hängen auch mit der Selbstdarstellung der Gcräthe alle diejenige» Nachtheile zusammen, welche sich bei einer mangelhaften Theilung der Arbeit eiustcllc», eiue Kraft- uud Gcldvergeudung. Die neuere Industrie, welche auf eine solche Thcilung der Arbeit hinarbeitet, wirkt auch immer mehr ans eine locale Eoncentration einzelner Industriezweige hiu, theilwcise schon aus dem Gruude, weil sich in ihrer Nähe dann auch Etablissements ansiedeln, welche die ausschließliche Darstellung eines oder mehrerer für jene Industrie» erforderlicher Werkzeuge zu ihrer Tpecialität mache», wie dies in England besonders schon sehr stark ausgebildet ist. In allen solchen Fällen, wo eiue solche geographische Coucentrirung es möglich macht, daß selbstständige Fabriken für die Herstellung von Geräthen, Werkzeugen und Maschine» genügende Beschäftigung finden, wäre die Selbsterzeugung solcher Gcwcrbsmittcl durchaus nachteilig für den Unternehmer. Es erscheint vielmehr die Erwerbung derselben durch Kauf die richtigste Art der Erwerbung. Eine Erwerbung durch Ermiethen wird sich nur bei dem Kleinbetriebe durchführen lassen nnd giebt diesem die Mittel in die Hand, die Vorthcile von maschinellen Einrichtungen zn genießen, zn deren Erwerbung als Eigenthum ihm die Mittel fehlen, oder für welche die geringe Größe seines Geschäftes nicht eine fortgesetzte Benutzung gestattet. Bei dem Großbetriebe würde eine miethweise Erwerbung der Werkzeuge nur bei der Pachtung eines ganzen Etablissements vorkommen, wo allerdings deren Miterwerbe» manchen Nutzcu für den Pächter hat. Der Mieth

preis eines solchen Inventars berechnet sich für de» Miether natürlich nach dem aus seiner Benutzung zu ziehenden Reingewinne. Das Inventar an Werkzeugen, Gcräthschaften uud Maschine», welches mit einem ganzen Etablissement mitvermiethct wird, wird gewöhnlich tarirt übergeben uud zwar so, daß der Miether am Schlüsse dcr Pachtzeit entweder die Gegenstände selbst in gleich gutem Zustande zurückgicbt, und dann ist der Betrag dcr Abnutzung nicht in dem Miethpreise enthalten, oder so, wie sie bei sorglichem Gebrauch in dcr Pachtzcit geworden sind, und dann mnß die Abnutzungsgebühr bei dem Miethpreise mit bezahlt werden, oder endlich, daß er die Tazc in baarem Gelde, entsprechend mit oder ohue Vergütigung dcr Abnutzung zurückerstattet.

Abgesehen von diesen wenige» Fälle« wird die Erwerbung der in Rede stehenden Classc von gewerblichen Kapitalien auf dem Wege des Kaufhandcls geschehen. Bei der käuflichenUcbcrnahme eines ganzen Etablissements möchte die gleichzeitige Erwerbung dcr darin befindlichen Gcräthe nnd Werkzeuge das Vortheilhaftcstc sein, wenn sie vielleicht auch nicht dem Geschmack nnd den individuellen Anforderungen des Käufers entsprechen, oder nicht gerade die vorteilhafteste Eonstruction haben, sobald nur ihr Preis nicht höher ist, als er sich aus dem mit ihnen zu erzielendem Gewinne crgicbt. Dcr damit verbundene Vorthcil besteht darin, daß keine Unterbrechung des Betriebes einzutreten braucht, auch die Arbeiter mit den alten nnd gewohnten Maschinen bereits vertraut geworden sind. Bei dem Ankauf neuer Gcgcnstäude muh aber in allen Fällen der Grundsatz festgehalten werden, nie auf Koste» dcr Güte am Preise zn sparen, denn abgesehen davon, daß die Mehrleistung einer guten Maschine gewöhnlich in höherem Maße wächst, als der dafür zu zahlende höhere Preis, so sind auch die schlechten Einwirkungen ans den Betrieb und die Rcparaturfosten, welche schlechte Geräthe, Werkzeuge und Maschinen beanspruchen, ein unanfhörlich an den» Gedeihe» ci»cs Unternehmens zehrender Ucbelstand, selbst we»n auf den Nachtheil nicht gerechnet wird, daß anch die Erzeugnisse selbst häufig unter den Mängeln jener Unterstützungsmittel dcr Arbeit au Qualität nicht unbeträchtlich ciubüßen. Für viele Geräthe uud Werkzeuge besteht ein Marktpreis, von dem man nicht gnt wird abgehen können; für größere Gegenstände sind die darin anzulegenden Mittel durch eine passende Capitalifirung des mit ihnen zu erzielenden Reingewinnes zu ermitteln, wobei auch auf die Zeit der muthmaßlichcn Benutzung einer Maschine Rücksicht zu nehmen ist. Für die Feststellung der vorteilhaftesten Bezugsquelle gelten die bereits für die Roh- und Hülfsstoffc weiter oben aufgestellten Gesichtspunkte, ebenso wie die dort entwickelten Grundsätze über die Voltheile des Einkaufs im Großen nnd dcr Baarzahlung auf Werkzeuge, Geräthe und Maschinen ihre Anwendung finden.

Da die Leistung und längere oder kürzere Brauchbarkeit von Werkzeugen hauptsächlich vou deren Behandlung abhängig ist, so muß vor allen Dingen darauf gesehen weiden, nur solche Arbeiter damit zu betrauen, welche sorglich damit umzugehen wissen oder wenigstens die Gewißheit gewähren, daß sie sich in kurzer Zeit damit vertraut machen können. Bereits aus den früheren allgemeinen Entwickclungen geht hervor, daß eine möglichst umfangreiche Verwendung von Nrbeitsmaschinen für den Geweitsbetrieb von großem Vortheil ist. Es wäre wirthschaftlich verkehrt, sich von der Anschaffung solcher Maschinen durch die Rücksicht abhalten z» lassen, daß eine größere oder geringere Zahl von in derselben Industrie beschäftigten Arbeitern durch Einführung der Maschinen augenblicklich beschäftigungslos werden konnte. Denn abgesehen davon, daß der Gcwerksbctrieb nicht den Zweck hat, Arbeiter zu beschäftigen, sondern der ganzen menschlichen Gesellschaft brauchbare und möglichst billige Gebrauchsartikel zu liefern, hat auch die Erfahrung gelehrt, daß Arbcitsmaschinen, wenn sie je einmal eine Hand entbehrlich machen, statt deren viele andere in desto lebhaftere Thätigkcit versetzen.

Sobald die Verkchrsvcrhältuisse die beengenden Grenzen des Tauschhandels überschritten haben, also erworbene Rechte nicht mehr in Naturalien gewährt werde», ist das Geld der wesentlichste unentbehrlichste Bcstaudthcil des gcwcrklichcn Capitals geworden. 'Es bildet den Maßstab für alle übrigen Capitalsgattungen, überhaupt ist wol erst durch Einführung der Geldzahlung ein besonderer Gcwerksbetricb möglich geworden, der bei reinem Tauschhaudcl nicht würde bestehen können. Das Geld dient einmal zur Erwerbung des Gruud uud Bodens für die gewerkliche Uutcruehmung, dann znr Erwerbung aller derjenige» sonstigen Capitalicn, welche auf dem Wege des Kauf- oder Micthhaudcls erworben werde» müssen, zur Versicherung dieser Capitalicn, und zur Instandhaltung der stehenden »nter diesen Capitalicn, ferner zur Bezahlung des Arbeitslohnes, soweit dieses nicht in Raturrallohnung besteht, ferner znr Bczahluug der öffentlichen Abgaben, welche mit dem Betriebe des Gcwcrkes zusammenhängen, also insbesondere der Staats- uud Gcmeindesteucru, Zölle u. s. w., hänfig endlich zur Bildung ciucs Reservefonds für nnvorhcrgcsehcuc Zufälle.

Die Erwerbung des Geldes auf dem Wege der Eclbsterzeugung ist durch die bestehenden Verhältnisse vollständig ausgeschlossen, dagegen kommt die Erwerbung durch Kauf wie durch Micthc in gleichem Umfange zur Ausübung. Durch Miethhandcl erwirbt der Gcwcrktrcibende Geld, indem er von seinem Credit Gebrauch macht. Dieser Micthhandel ist bei dem Gclde, als einem umlaufenden Capital, jedoch ein anderer, als bei den früher betrachteten stehenden Capitalicn; Letztere gehen nämlich nach Ablauf des Micthscontractcs unverändert und als die nämlichen Gegenstände, höchstens durch de» Gebrauch cutsprechcnd abgenutzt, an den Vermiethcr zurück. Bei umlaufenden Capitalicn können aber im gewöhnlichen Verlaufe der Dinge nicht die nämlichen Gegenstände zurückgegeben werden, denn das an denselben erworbene Recht ist nicht sowol ein Bcnutzungs-, als vielmehr ein Vcrbranchsrccht. Verbrauchte Gegenstände lassen sich aber nicht zurückgeben, sondern nur andere von gleicher Beschaffenheit, in gleicher Güte u»d zn dem gleichen Preise. Ermicthetc umlanfendc Capitalien gehen, wen» sie auch »icht einen Vcrmögcuszuwachs des Micthcrs in sich schlichen, doch tatsächlich wie rechtlich in die freie Disposition des letzteren über; derselbe übernimmt nur die Verpflichtung, nach Verlauf der für das Micthsgcschäft gesetzten Frist entweder die nämlichen oder andere, diesen gleich beschaffene und glcichwcrthigc Gcgcnständc zurückzugcbcn »nd in dcu abgcmachtcn Fristen den Miethspreis z» entrichte».

Bei der Erwerbung des Geldes durch Kauf, d.h. durch den Verkauf der eigenen Erzeugnisse ist zu unterscheiden, ob die Erzcngnug derselben aus Bestellung oder auf Lager ge

schieht, und sind danach die Grundsätze für dcu Verkauf und bei dein Verkauf vcrschiedeuartig zu formulireu. Einige Gcwerktreibendc werden nur auf Bestellung arbeiten können, wie z. B. Unternehmer von größeren Bauten, Stubenmalcr u. A. Dagegen werden alle die Industrien, bei denen es auf die Herstellung von Stoffen gleichartiger Artikel ankommt, oder diejenigen, welche Halbfabricate erzeugen, fast'regelmäßig für eine noch uugewissc Kundschaft, für den Markt arbeiten. Der häufigste Fall dürfte wol der sein, daß im Allgemeinen für einen bestimmten Absatz, wenn dicscr aber ausbleibt oder nicht ansreicht, ans Lager gearbeitet wird. Der wichtigste wirthschaftlichc Unterschied zwischen dem Verlans auf Bestellung und dem Marktverkauf besteht darin, daß dort der Preis im Voraus bestimmt wird, hier dagegen der von verschiedenen Zufälligkeiten abhängige Marktpreis nicht umgangen wcrdc» kan».

Wer auf eine Bestellung eingehen will, muß, wenn nicht besondere gewerkliche Rücksichten de»! entgegentreten, den Preis so stellen, daß derselbe die verbrauchten oder verausgabten umlaufcndcn Capitalicn vollständig ersetzt, ferner für den Abnutz und die Verzinsung dcr stehcndcn Capitalicn dcn vollen, auf das betreffende Product falleudcu Anthcil entschädigt, schließlich dem Uuteruchmcr einen Ucbcrschuß verschafft, ohne welchen derselbe sein Capital nnd seine Arbeitskraft nicht in dem von Nisico nicht freien Betrieb eines gewerkliche» Unternehmens anlegen würde. Dcr einzige Grund hiervon abzugehen, wäre vielleicht, die Einfülnung eines juugcu Geschäftes durch niedrigere Preise zu befördern; ob dieser Zweck damit erreicht wird, ist ungewiß; sicher ist nur, daß der Unternehmer an deu so verkauften Artikeln nichts verdient. Auch bei dcr Arbeit auf Bestellung ist eine Concurrenz zu bekämpfen, denn dcr Besteller wird sich stets dahin wenden, wo er am besten und billigsten bedient wird; zur Bekämpfung der Concurrenz helfen am sichersten eine genaue Calculation, eingehendste Tach- nnd Geschäftskcuntniß und strcngstc Solidität, d. h. der Gewerktreibcndc soll dafür sorgcn, daß cr die besten Roh-- nnd Hülfsstoffc, die passendsten Werkzeuge uud Masckiucu zn den verhältnißmäßig billigsten Preisen, also womöglich im Großen und gegen baar einkauft, diese auf die sparsamste Weise verarbeitet, sich genaue Rechenschaft über die Wünsche dcr Besteller giebt, und soll an dem Grundsatze festhalten, niemals durch geringere Qualität der Productc verdieucu zn wollen.

Eine theilwcisc oder gar vollständige Pränumerandozahlung ist nur in wenigen Fällen gebräuchlich, uud würde die Forderung einer solchen, wo sie nicht üblich ist, dcn Bcstcller bedenklich machen. Hat man mit notorisch unsicheren Zablcrn zu thnn, so wäre ein Dcponiren des Betrages der Prännmeraudozahlnng hier vorzuziehen. Die sonstigen Vorthcilc dcr VorauSbczahlnng, also dic rechtzeitige Verfügbarkeit der notlnvcndigen Geldcapitalien, wird sich ein crcditfähiger Unternehmer besser durch Aufnahme von Capitalicn von einem Dritte» sicher». Bei dcr meistens üblichen Postnumerandozahlung ist bei dcr Prciscalculation darauf Rücksicht zu nehmen, daß die frühcreu Auslage» bis zum Augenblick der Preiszahlung mit verzinst werden. Bei größeren Objecteu wird gewöhnlich eine noch spätere Zahlung als bei Lieferung, oder eine Ratenzahlung gestattet werden müsse», hier si»d auch noch dic Zinsen vom Tage der Lieferung bis zu den einzelnen Zahlungsterminen in den Preis ciuznrechnen.

Häusig ist dci Verkäufer gcuöthigl, eine Garantie für die Qualität seiner Fabricate zu geben; einer solchen kann mit Recht eine Tichcrheitssorderuug für deu Preis entgegengestellt werden. Wer eine solche Garantie eingehen muß, sollte genau feststellen, wofür er garautirt und dies am besten durch schriftliche Abmachung genau und unzweideutig normircn. Gin solcher Liefcruugsvertrag müßte dann Bestimmungen enthalten über das Objcct der Lieferung, dessen Größe, Gestalt, Stückzahl, Leistungsfähigkeit, Stoff, Zusammensetzung, äußere Ausstattung :c., über die Lieferzeit und den Ort der Ablieferung, über den zu zahlenden Preis, die Formen, Termine und sonstigen Motnficationen der Zahlung, über etwaige Convcntionalstrafcn von Seiten des Lieferanten und Verzugszinsen auf Seiten des Abnehmers, und womöglich auch über die Art, wie Streitigkeiten zwischen den Contrahcntcn entschieden werden sollen.

Für denjenigen, welcher auf Vorrat!) oder für eine Ungewisse Kundschaft arbeitet, liegt das zu erstrebende Ziel in einem möglichst raschen und sicheren Verkauf der hergestellten Fabricate zu möglichst hohen Preisen. Hierzu sind die wirksamsten Mittel eine genaue und sorgfältige Erforschung der Natur und Größe des Marttbcdarfcs, die technische Befähigung, diesen Bedarf seiner Qualität nach vollständig zu befriedigen, und die Sicherung der Möglichkeit, dem wachsenden Bedarf durch entsprechende Mehrcrzeugung nachzufolgen, bei abnehmendem Bedarfe aber auch die Erzeugung deö betreffenden Artikels rechtzeitig und entsprechend einzuschränken. Die Vergrößerung und uameutlich die Verkleinerung des Betriebes wird manche Ucbelstäude mit sich bringen, wie die nothwcndige Ergänzung nicht ausrcicheuder Gewcrlsmittcl zu augenblicklich hohen Preisen, oder die nicht vollständige Ausnutzung vorhandener Gebäude, Maschine«, Entlassung eingeübter Arbeiter, indessen müssen solche Unternehmungen, bei denen eine Einschränkung oder Ausdehnung des Betriebes, oder der Ucbergang zu einem anderen Fabricat voraussichtlich öfter eintreten uud ohne Verluste uicht zu bewerkstelligen sind, sich nur stets iu dem Maße vergrößern, als ihre feste Kundschaft wächst. In Bezug auf den Verkauf, um sich eine solche feste Kundschaft zu sichern, gilt auch hier die Regel, die Concurrcnz nicht nur durch den Preis, sondern auch durch die Qualität des Fabrikats zu bekämpfen. Dazn gehört dann, daß man sich bessere Roh- und Hülfsstoffe, bessere Geräthe, Werkzeuge und Maschinen zu niedrigeren Preisen zu beschaffen, den ganzen Betrieb zweckmäßiger und sparsamer einzurichten, die Arbeiter sich williger zu erhalten versteht, als die Concurrenten.

Wer auf Lager oder Vorrath arbeitet, kann entweder die Vorräthe bei sich lagern uud uun die Rachfrage, die mau durch Anuoneeu, Reisende, Beschickung von Ausstellungen «nd andere derartige Mittel anregt, abwarten oder kann den Verlaus Anderen in Eom Mission geben. Letzteres wird von Vorthcil sein, wenn mau zu dem Vertrieb der Fabrikate nickt die nöthigc Zeit oder Fähigkeit hat, oder sich aus anderen Ursachen nicht an dem für den Absatz günstigsten Platze niederlassen kann. In allen Fällen muß man dem Lommissionär eine oberste und unterste Prcisgrcnzc festsetzen, diese aber nicht zn eng ziehen. Auch ist es räthlich, mit dem Eommissiouär einen ausführlichen Eommissionsvcrtrag abzuschließen.

Towol beim Eigcnverkaus, wie beim Verlans durch Eom

mission kommen entweder Baargesch äste oder solche auf Credit vor. Die crstcrcn sind in der Regel günstiger für den Verkäufer, weil er dabei keine Gefahr läuft, den Preis zu verlieren, eine Gefahr, die selbst durch hohen Discont nur abgeschwächt, uicht vollständig ausgeschlossen werden kann. Wer regelmäßig gegen Baar verkauft, braucht auch keinen Credit zu nehme», uud erreicht dadurch alle die Vorthcile, welche bereits im Früheren als Mittel zur Bcsicguug der Concurreuz cutwickclt wurden. Sich durch Gewähren von langen Zahlungsfristen Kunden zu verschaffen, ist jedenfalls eines der traurigsten Mittel, welches über kurz oder lang seine üblen Folgen trägt; ein sicher fundirtcs und einmal gut eingeführtes Geschäft hat es nicht nöthig, sich gegen langes Ziel Absatz zu suchen. Die Zahlung mit guten, nicht zu bald fälligen Wechseln ist einer Barzahlung gleich zu achten, da solche sofort wieder als Zahlung verwendet werden können. Ist man genöthigt, auf Credit zu verkaufen, so muß man sich über die Zahlungsfähigkeit des Abnehmers nach Möglichkeit Sicherheit verschaffen, bei größeren Posten nöthigcnfalls Bürgschaft verlangen. Die Zinsen für deu Zeitraum von der Lieferung bis zur Zahlung weiden entweder bei der Preiscalculation eingerechnet oder ausdrücklich in der Factura aufgeführt; steht ei» Ziel nicht usancemäßig fest, so ist es vertragsmäßig, uud zwar so kurz als möglich festzustellen, auch ist man berechtigt, im Fall späterer Zahlung, Verzugszinsen zu bcrechueu. Das sicherste Creditgeben ist gegen Wechsel des Abnehmers ans ein usancemäßiges Ziel.

Endlich ist bei dem Verkauf vom Lager, mag er eigner oder Commissionsverkauf sein, noch zu unterscheide» zwischen einem Verkauf uach Probe und einem Verkauf auf Probe, oder auf Besicht. Bei dem ersten verpflichtet sich der Verkäufer Waren zu liefern, welche einer vorgelegten Probe entsprechen, und sobald dies geschehen, ist der Kauf perfect geworden, der Käufer also zur Zablung verpflichtet; fällt die Lieferung nicht probemäßig aus, so kann er die Annahme verweigern, unter Umstäudcu auch Schadloshaltung fordern. Gin solches Geschäft kommt besonders da vor, wo man größere Mengen von Fabricateu an Exporteure, aber auch da, wo man solche durch Reisende an ständige oder ueue Kuuden verkauft. Der Verkauf auf Probe dagegen bindet zunächst nur den Verkänfer; der Käufer kaun von dem Geschäft zurücktreten, sobald der gelieferte Gegenstand seinen Wünschen nicht eutspricht. Dabei kan» cutwcdcr der Käufer verpflichtet sein, die Nichtannahme binnen einer bestimmten Frist zu erklären, uud wird eine solche nicht gegeben, so ist der Kaus perfect, oder das Letztere tritt nur ein durch ciuc ausdrückliche Anuahmeerklärung des Käufers. Ein Geschäft ans Probe kommt häufig bei Maschinen vor, ebenso bei solchen Artikeln, deren Brauchbarkeit nur durch Verbrauch coustatirt werden kauu. Dem Gewerktrcibcndcn wird natürlich daran liegen, durch Vertrag eine nach möglichst kurzer Frist zu gcschchcude Erklärung über die Nichtannahme von Seiten des Käufers festzustellen; muß die Ware zur Besichtiguug uud Prüfung ans dem Gcschäftslocal deS Verkäufers au einen anderen Ort geschafft werden, so wird der Vertrag zweckmäßig auch darüber eine Bestimmung enthalten, wem die Transportkosten, etwaiger Verderb u. s. w. zur Last falle».

Der Gewcrktrcibendc wird nicht selten in die Lage kommen, znr Vergrößerung seines Unternehmens, auch zuweilen aus anderen Gründen, mit gemicthetem Geldc wirtschaften zu lönnen oder zu müssen, und wird dies stets mit Vortheil vornehmen können, sobald der mit diesem Gelde erworbene Reinertrag eiucu höheren Zinsfuß repräscntirt, als der Miethspreis dafür, uud wenu die aufzuuehmcudcn Darlehen auf entsprechend lange Zeit, d. h. wenigstens für die Zeit eines einmaligen Umsatzes, zu haben sind. Es wäre nicht wirtschaftlich, eine Vergrößerung des Unternehmens nur aus dem Grunde zu unterlassen, weil sie ohne Inanspruchnahme von Credit nicht durchführbar wäre. Das Bedürfniß nach der Länge des Creditcs wird sich verschieden nach dem schnelleren oder langsameren Umsatz des Geschäftes herausstellen; außerdem werden einige Gewerkt Gelegenheit haben, für ihren Credit hypothekarische Sicherheit zu bieten, während andere vollständig auf ihren persönlichen Credit angewiesen sind; im Allgemeinen sind es die ersteren, welche laugen Credit beanspruchen müssen, die letzteren werden sich mit kurzen Krediten begnügen können.

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Die Formen, unter denen der Gcwcrktrcibcnde sich Credit verschaffen kann, sind verschieden: eine Darlehnsaufnahme gegen einsacken Schuldschein wird nur bei kleineren Summen ausführbar sein; die Bezahlung der Einkäufe an Roh- und Hülfsstoffen, Gcrätheu, Werkzeugen uud Maschinen durch eigene Wechsel mit längerem oder kürzerem Ziel ist nur ein Kauf gegen Credit, welcher dem Einkauf gegen baar gegenüber, die oben angeführten Nachtheile hat; die Bestellung von Hypotheken auf Immobilie», oder von Faustpfand auf Fabricate u. s. w., ist eiuc sehr häufig angewendete Form, und wird beziehungsweise bei längerem Credit durch Vewerksnutcruchmer mit großem Grundeapital, oder bei kurzem Credit von Gewerktreibcnden, welche ans Lager arbeiten, zu benutzen sciu. Eine noch mögliche Form, daß der Unternehmer bei Bestellung sich Wechsel auf den ausbeduugcuen Preis geben läßt, und diese vor dem Verfallstage als Zahlungsmittel anwendet, wird nur in sehr seltenen Fällen zur Anwendung kommen, da sie selbst für den Unternehmer nicht ohne Bedenken ist. Jedoch ist in allen angeführten Fällen der Gewcrktreibeude nicht in der Lage, den erforderlichen Credit mit Sicherheit in der gewünschten Höhe nnd zu der Zeit, wo er ihn nöthig hat, zu bekommen, er ist überhaupt nicht berechtigt, im bestimmten Falle Credit zu fordern. Diese Vorteile sind nur dnrch Creditinstitute zu erreichen, bei welchen die Gcwcrksuntcrnehmer zugleich Credit nehmen nnd Credit geben, und welche dadurch, daß sie auch von anderer Seite flüssige Capitalicn aufnehmen, eine geschäftliche Vermittclung zwischen dem eine nutzbringende Anlage sucheudcu Capitalistcu und dem crcditbedürftige» Gewerktreibendcn herstellen.

Die Verschiedenheit des Crcditbedürfnisses gicbt auch solchen Anstalten einen verschiedenen Charakter. Die (Newerktreibenden, welche vorzugsweise längeren Credit gegen hypothekarische Sicherheit bedürfen, werden sich mit Vortheil den Hypotheken-Creditanstaltcn anschließen oder auf deren Begründung hinwirken. Solche Anstalten sammeln die Gcldcapitalien, welche hypothekarische Sicherheit suchen, und wird der gesammte Grundbesitz der bethciligten Crcditnehmcr den Darleihern verpfändet. Der einzelne Theilnehmer, welcher Credit braucht, ist berechtigt, das Institut bis zur Höhe eines gewissen Theiles der Taze seiuer Grundstücke in Anspruch zu nehmen. Dabei ist es zweckmäßig, wenn die Theilnehmer des

Instituts nicht nur die ihnen gewährten hypothekarischen Darlehen verzinsen, sondern dieselben auch durch ratenweise Abzahlung tilge». Dadurch ist das Institut im Staude, seinen Genossen plötzliche Kündigungen zu ersparen, dagegen den Gläubigern uöthigenfalls kürzere Kündigungsfristen zu gewähren; ebenso ist es von Vortheil, dcu Gläubiger» auf deu Inhaber lautende Pfandbriefe auszustellen, welche bei unbeschäftigtem Capitalvorrath von dem Institut angekauft werde» können. , Andererseits werden die Gewerktrcibenden, denen mit kurzem Credit gedient ist, sich an Instituten nach Art der Vorschußvcreine bcthciligen, Sie treten dadurch iu eine Mcnosseuschaft, welche jedes Mitglied verpflichtet, durch einmalige oder Ratenzahlungen Anthcilc zu erwerben, uud welche gleichzeitig die Einlagen der Genossenschaften, in den meisten Fällen auch fremde Einzahluugcn als Depositenbank verwaltet. Jeder Genosse hat ohne Weiteres Anspruch auf Credit bis zur Höhe 'seines Guthabens, auf größere« Credit mir gegen angemessene Sicherheit durch Verpfändung von Wertpapieren, Waren u. f. w. Zu solchen, die Gcsammtgnthabcn übersteigenden Creditcn verschafft die Bank sich die Mittel gegen solidarische Haft aller Theilnehmer. Wenn eine solche Bank in größcrem Umfange Conten in laufender Rechnung eröffnet und dabei das Checksystem einfühlt, werden ihr die Mittel zu Darlehen an ihre Genossen in den seltensten Fällen mangeln; sollte dies einmal der Fall sciu, so wäre durch eine Erhöhung des Zinsfußes für Contocorrcut-Einlagcn abzuhelfen. Anderseits, wenn Gelder ohne Verwendung in der Bank wären, könuteu jener Zinsfuß herabgesetzt, oder die überflüssigen Baarmittel zur Discontirung guter Wechsel verwendet weiden.

Solche Institute bieten dem Gcwerktrcibeudeu dcu Vortheil eines jederzeit icalistrbarcn Anspruchs auf Credit, abgesehen von seinem Diuidcndeautheil an dem Gewinne des Unternehmens, uud sichern ihm überdies die rationellste Verwendung seiner Baarmittel, die er, wenn sie im Geschäft augenblicklich nicht verwendbar sind, nicht im Hause todt liegen zu lassen braucht, sonderu zur Realisiruug ciucs angemcsscueu Zinses in der Bank arbeiten lassen kann.

Neben deu eben betrachteten Gcwerksmitteln, der Arbeit und dem Capital, wären nun nach der früher gegebenen allgemeinen Uebcrsicht die Hülfsmittel der Gewerkc einer Besprechung zu unterziehen. Mau versteht darunter diejenigen öffentlichen Anstalten, Einrichtungen und wirtschaftlichen Institute, deren Dienste nicht von einzelnen Gcwcrktrcibcndcn ausschließlich in Anspruch genommen werden können, sonderu entweder der Gesammthcit der Gewerktrcibenden oder dem gesammte»' Wirtschaftsleben eines gewissen Vcrkehrsgebietcs zu Gute kommen. Dieselben sind entweder, wie die Gcwcrbckammern, Gewcrbcb«nken, Gewerbe- oder Industriebörsen, Märkte und Messen, zunächst ans das Bedürfniß der Gewerktrcibenden berechnet, oder sie sind, wie die öffentlichen Straßen, Posten, Eisenbahnen, Telegraphen, Häfen, die allgemeinen Banken und Creditiustitute, die Versicherungsanstalten, dem Handels- und Transportbedürfnisse aller Classcu der Bevölkerung gewidmet. Jene lönnen in dieser Hinsicht als die unmittelbaren, diese als die mittelbaren Hülfsmittel der Gewerke bezeichnet werden, nnd ist es die Aufgabe der allgemeinen Ge< werkslehre, ein System von Regeln für die Benutzung jener

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