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barer und wirklicher Windpressung im Windrohre mit dem erweiterten Düsenquerschnittc. Da aber alle neueren Cupolofenconstructionen auf dem Principe begründet sind, dem Ofen durch möglichst erweiterte Düsen den Gebläsewind zuzuführen, so fällt es bei diesen ganz außer das Bereich der Möglichkeit, das verbrauchte Wind» quanmm aus der Pressung am Manometer zu berechnen.

Es läßt sich dies an zwei Beispielen für crtremc Verhältnisse leicht nachweisen. Es werbe zunächst ein Copolofcn betrachtet, von alter, sehr unvortheilhafter Construction, wie er sich jetzt in gleicher Weise kaum noch auf einem Werke finden möchte. Dieser erhielt seinen Wind durch eine einzige Düse von 105°"" Durchmesser, also 86,s» Quadratccntimcter Querschnitt, bei einem Drucke von 340 bis 365"" Wassersäule (gleich 25"" Quecksilbersäule); dabei wurden pro Stunde 330 Kilogrm. Coks, also pro Sccundc N,o3i5 Kilogrm. verbraucht, und eine sehr lebhafte, blau gefärbte Gichtstamme zeigte, daß die Verbrennung im Ofen selbst nur sehr unvollständig stattfinden könne. Eine Berechnung des Windquantums aus Manometcrftand und Düscnqucrschnitt, unter Berücksichtigung der üblichen Correctionscocfficientcn, ergiebt pro Secunde 0,5 Kubikmeter.

Bei der Verbrennung von 1 Kilogrm. Kohle zu Kohlcnoryd sind H Kilogrm. Sauerstoff, bei der Verbrennung zu Kohlensäure Z Kilogrm. Sauerstoff erforderlich. 1 Cbkmtr. atmosphärischer Luft besteht annähernd aus

Sauerstoff — 0,233 Kilogrm.,
Stickstoff -- 0,33«

— 1,23? Kilogrm., und würden demnach zur Verbrennung von 1 Kilogrm. Kohle zu

Kohlenoiyd -— -- 4,48 Cubikmeter, bei der Verbrennung zu

Kohlensäure 8,3l Cubikmeter Luft nöthig sein. Verbraucht nun, wie oben angegeben, der Ofen pro Secunde N,»3l5 Kilogrm. Kohle, so würden bei der Bildung von Kohlenoiyd N,o3iz. 4,« - 0,408 Cbkmtr. Luft, bei der Bildung nur von Kohlensäure N,8ie Cbkmtr. einzuführen sein, wenn man annimmt, daß die Winducrlustc sich mit dem hier vernachlässigten Mindcrgehalt des Coks an reinem Kohlenstoff, ctwalNpCt., conlpcnsiren. Aus dem Manometerstandc war aber die Marimalwindmenge zu 0,5 Cbkmtr. berechnet, und daraus folgt, wie sich leicht berechnen läßt, daß

N,«?l Kilogrm. Kohle mit N,»i? Cbkmtr. Luft zu Kohlenoiyd und N,«2u, - » - V,i38 - - - Kohlensäure

verbrannt werden.

In diesem Falle darf wol daö durch Berechnung aus dem Manomcterdrucke und dem Querschnitte der Düsen gewonnene Resultat als ziemlich richtig bezeichnet werden; denn wäre der Manomctcrstand durch den Widerstand der Schmelzsäule bedingt gewesen und also zu hoch angenommen, so würden das cffcctivc Windquantum noch kleiner und die Verbrennung noch weniger vollständig ausfallen.

Anders stellt es sich bei einem Beispiel, dem die Verhältnisse eines Ireland'schen Ofen, wie er sich auch in den meisten Berliner Gießereien findet, zu Grunde gelegt werden mögen.

Der Ofen empfängt seinen Wind durch zwei in horizontalen Ebenen übereinander liegende Reihen Düsen, und zwar besteht die untere Reihe aus 4 Stück Düsen von 130"" Quadrat und die obere Reihe aus 8 Stück dergleichen von 68"" Quadrat. Alle Düsen zusammengerechnet besitzen also den beträchtlichen Querschnitt von 1050 Quadratccntimcter. In dem Ofen werben pro Stunde 166 Kilogrm. oder pro Secunde N,«4« Kilogrm. Coks verbraucht.

Wird nun dieses gcsammte Brennmaterial zu Kohlensäure verbrannt, so daß also ein Marimalverbrauch an Gebläsewind statthaben müßte, so wäre unter Zugrundelegung der oben gewonnenen Daten ein Quantum von N,»«. 8,»i — U,4i Cbkmtr. Wind pro Secunde dazu erforderlich. Berechnet man nun den Druck, welcher erforderlich sein würbe, um das genannte Windquantum pro Sccundc durch den Düsenquerschnitt von 1050 Quadratcentimeter hindurchzuführen, so findet man, daß derselbe gleich dem Gewichte einer Wassersäule von 1"",i? ist. Während des Betriebes aber wirb es nie vorkommen, daß das Manometer einen geringeren Druck als 235 bis 260"" Wassersäule anzeigt. Es würde' sich, wenn dieser Druck wirklich durch den Düsenquerschnitt hervorgerufen wäre, ein Windquantum von 5 Cbkmtr. pro Secunde ergeben, beträchtlich genug, um zur Beschaffung desselben eine ganz ansehnliche Gebläsemaschine erforderlich zu machen, während in Wirtlichkeit schon ein Ventilator von mäßiger Größe zur Versorgung zweier Ocfcn der angegebenen Construction ausreichend ist.

Diese Berechnungen werden zur Genüge beweisen, wie unzuverlässig das Manometer für die Berechnung der Windmenge ist, sobald letztere nicht durch sehr verengte Düsen, also mit hohem Drucke, ausströmt. Ebenso wenig kann es dazu dienen, einen Vergleich zwischen dem Windverbrauche verschiedener Ocfen mit weiten Düsen zu ziehen; denn der Widerstand der Schmclzsäule, welche in diesen Fällen den Stand des Manometers bedingt, ist ebensowol abhängig von der Beschaffenheit derselbe» an und für sich, als ihrer Höhe, der Weite des Schachtes und dem Profile desselben überhaupt. Ein annähernd richtiges Resultat über dcn cffectivcn Windbcdarf eines Cupolofcns dürfte vor der Hand nur aus jenem indirccten Wege, aus dem Gewichte des in einer bestimmten Zeit verbrauchten Kohlenquantums erreicht werden können, wenn man nämlich dabei von der Voraussetzung ausgeht, daß in einem normal construirtcn und geführten Cupolosen eine vollständige Verbrennung sämmtlichcr Kohle zu Kohlensäure stattfindet. Daß dieser Vorgang wirklich erreicht werden kann, beweisen die äußerst günstigen Resultate in Bezug auf Kohlencrsparniß bei vielen der neueren Oefen, sowie ferner am deutlichsten das gänzliche Fehlen der Gichtstamme bei denselben. R. Z.

Schiffbau.

Panzerplatten aus Elsen und Stahl combinirt. —

Die „ Oesterrcichische Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen", 187N, Nr. 22, berichtet über Versuche mit Panzerplatten, welche nach dem Patent des Obcrlieutcnant Thiele durch Zusammenschweißen einer Eisen- und einer Vcssemcrstahlplattc hergestellt find. Die Platten waren zur Armirung der Panzerboote auf der Donau bestimmt und daher nur von geringer Stärke, so daß die erhaltenen Resultate eigentlich keine directen Schlüsse auf ein ebenso günstiges Verhalten von stärkeren Platten gestatten. Wir lassen die Mittheilungen unserer Quelle im Auszüge hier folgen.

Die Versuchsplattc war von dem Neuberg-Mariazellcr Eisenwerk geliefert und stellte genau ein Stück des Monitorvcrdcckes mit den Versteifungsrippen dar und hatte eine Fläche von 6 Quadratmeter; sie war 16" dick, wovon ?"" auf die vordere Eisenschicht und 11"" auf die hinterlegende, vollkommen verschweißte Vessemcrstahlschicht kamen.

Die Rippen waren in Entfernungen von N",35 angebracht, so daß die Bleche von 0",95 Höhe und 3",is Länge nur an ihren Zusammenstößen durch die erster«, gehalten wurden und rückwärts ganz frei waren. Die Beschießung fand durch einen 6 pfundigen Hinterlader auf eine Entfernung von 330" Statt.

Die Anforderung, welche die so construirtc Scheibe erfüllen sollte, war die, daß dieselbe an den nicht durch Rippen unterstützten Stellen Schüsse aus dem Sechspfünder auf 380" Distanz mit einer Pulverladung von 566 Grm. und unter einem Trcffwinkcl von 15 Grad ohne Schaden aushalten, d. h. außer der unausbleiblichen Einbiegung keine Durchlöcherung gestatten solle.

Früher versuchte 20"" starke Schmicdccisenplatten, aus einem ungarischen Werke, hatten kaum diesen Anforderungen entsprochen, indem die Geschosse in dcn günstigsten Fällen tiefe Einbiegungen mit einem starken Längenrissc an der ausgebauchten Stelle erzeugten.

Um bei dcn Versuchen mit dcn combinirten Platten zu einem richtigen Urthcilc zu gelangen, wurde die Scheibe vorerst unter einem Trcffwinkcl von 20 Grad beschossen, und zwar mit einer Pulverladung, die einer Entfernung des Geschützes von 1300" entsprach. Bei drei solchen Schüssen drang nur einer an einer ungünstigen Stelle der Platte durch dieselbe, während die beiden anderen, welche in die Mitte der Platte trafen und daher von den Unlerstützungspunkten am weitesten entfernt waren, außer einer Ginbiegung von etwa 26"" nicht dcn geringsten Sprung crzcugtcn. Bei dem normalmäßigen Beschießen unter einem Trcffwinkcl von 15 Grad und auf eine Entfernung von nur 330" bei voller Pulverladung konnte nach keinem Schuß auch nicht der kleinste Sprung an dcn im Durchschnitt 14"" stark eingebogenen Treff» stellen wahrgenommen werden.

Diese Resultate liefern den Beweis einerseits für die außer» gewöhnliche Güte des Materials, welches auch nicht einmal dcn feinsten Sprung zeigte, und bei dcm durchschossenen Stücke die vortreffliche Schwcißung der beiden so verschiedenartigen Metalle erkennen ließ; andererseits für die richtige und zweckentsprechende Verwcndungsmcthode des Schmiedeeisens und Stahles für die Erzeugung von Panzerplatten. Besonders tonnte man die Uebcr» zeugung gewinnen, daß die Frictionswirkung dcs Geschosses durch die vorn liegende Schmicdecisenschicht in ausgiebigster Weise aufgehoben wurde, während der hinten liegende Stahl wegen Beseitigung aller jener Momente, welche ein Anreißen und Springen desselben zur Folge haben könnten, den eigentlichen Stoß ohne Gefahr für seine Continuitüt auszuhalten vermochte.

R. Z.

Statistik.

Die Plvduction des Nergroerls», Hütten- und Salinenbetriebes im deutschen Zollverein im Jahre 1868. — Wir geben nach dem „Berggeist", 1870, S. 141, eine vom Ccntralburcau des deutschen Zollvereines kürzlich aufgestellte Uebcrsicht der Produktion des Bergwerks», Hütten und Ealinenbctricbcs in sämmtlichcn zum Vereine gehörende» Staaten im Jahre 1868.

I. Vergwerksbetrieb.

Im Betriebe standen 4046 Werke mit 226,012 Arbeitern, und belicf sich der Gesammtwerth aller geförderten montanistischen Producte auf 74,184,974 Thlr. An dem angegebenen Gesammt» werthe paiticipirtc der Kohlenbergbau mit 55,265,869 Thlr, oder 74,5 pCt., der Eisenerzbergbau mit 6,462,761 Thlr. oder 8,? pCt., der Bergbau auf Gold», Silber-, Blei- und Kupfererze mit 8,438,959 Thlr. oder 11,4 pCt., der ginkcrzbcrgbau mit 2,538,027 Thlr. oder 3,4 pCt., während die Förderung aller sonstigen Producte der Montanindustrie nur einen Werth von 1,479,358 Thlr. oder 2,° pCt. repräsentirt.

Im Einzelnen kommen in Betracht: Steinkohlen 648 Gruben mit 123,523 Arbeitern, 514,095.157 Ctr. im Werthe von 48,597,029 Thlr.; Braunkohlen 876 Gruben mit 22,233 Arbeitern, 143,487,300 Ctr. im Werthe von 6,668,840 Thlr.; Visenerze 1622 Gruben mit 28,356 Arbeitern, 72,687,372 Ctr., Werth 6,462,761 Thlr.; Gold- und Silbererze 191 Gruben mit 10,145 Arbeitern, 568,697 Ctr., Werth 1.571,237 Thlr.; Bleierze 198 Gruben mit 19,589 Arbeitern, 1,890,627 Ctr., Werth 5,184,722 Thlr.; Kupfererze 53 Gruben mit 6342 Arbeitern, 4,033.811 Ctr., Werth 1,683.000 Thlr.; Zinkerze 69 Gruben mit 10,576 Arbeitern, 7.397.484 Ctr., Werth 2,538,027 Thlr. Unter den sonst gewonnenen Erzen sind noch hervorzuheben: Vitriolerze 568,029 Thlr., Manganerze 500,744 Thlr., Phosphorit 184,249 Thlr., Zinnerze 80,715 Thlr., Kobalterze 75,404 Thlr., Flußspath 20.244 Thlr., Graphit 18,822 Thlr., Arsmikerze 15,048 Thlr. u. s. w.

II. Hüttenbctricb.

ES standen im Jahre 1866 145? Hütten mit 109.953 Arbeitern im Betriebe, auf welchen Producte im Werthe von 146,742,026 Thlr. gewonnen worden find. Hervorragend ist der Betrieb der Eisenhütten (1268 mit 95,570 Arbeitern); sie participircn an dem obigen Gcsammtwerthc mit 114,383,537 Thlr. oder 77,8 pCt.; es folgen bann die Zinkhütten mit 11,560,186 Thlr. oder 8,o pCt., die Kupfer» und Mcssingwcrkc mit 6,990,471 Thlr. oder 4.8 pCt., die Bleiwcrte mit 6.541,582 Thlr. oder 4,4 pCt., die Gold» und Silberhütten mit 5.692,158 Thlr. oder 3,« pCt., während der Werth aller sonstigen Hüttenproductc nur 1,574,092 Thlr. oder 1,l pCt. betragen hat.

Im Einzelnen wurden gewonnen: Roheisen und Rohstahleisen 24.003,753 Ctr. für 27,577,266 Thlr.; Gußwaren aus Erzen und Roheisen 5,326,618 Ctr. für 16,746,558 Thlr.; Stabciscn und gewalztes Eisen 12,291,951 Centncr für 39,914,117Thlr.; Eisenblech 1,829,705Ctr. für7,480,805Thlr.; Eisendraht 907,693 Ccntner für 3.449,490 Thlr.; Stahl 2.456,736 Ctr. für 19,215,301 Thlr.; Gold 230,«« Zollpfd. für 106,009 Thlr.; Silber 187.118 Pfd. für 5,586,149 Thlr.; Kaufblei 971,29? Ctr. für 5,824,096 Thlr.; Glätte 105,057 Ctr. für 606,203 Thlr.; gewalzte Vleiplatten 15,553 Ctr. für 111,283 Thlr.; Garkupfcr 86.054 Ctr. für 2,268.882 Thlr.; verarbeitetes Kupfer 68,762 Ctr. für 2,233,478 Thlr.; Messing 81,49? Ctr. für 2,488,111 Thlr.; Platten- oder Bairenzink 1,322,636 Ctr. für 8,070.530 Thlr.; Zinkweiß 50,374 Ctr. für 384,040 Thlr.; Zinkblech 387,794 Ctr. für 3,105,616 Thlr.

Der Productionswerth der außerdem im Jahre 1868 ge» wonnenen Hüttenerzeugnisse enthält noch: Nickel mit 455,959 Thlr., Kupfervitriol mit 337,519 Thlr., Blaufarbenwertsproducte mit 292,355 Thlr., Alaun mit 159,221 Thlr., Eisenvitriol mit

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Statistische Tafel all« Länder der Gide. Von Dr. Otto

Hübner, Director des statistischen Ccntralarchivs in Berlin :c. Neunzehnte gänzlich umgearbeitete Auflage. (Preis 5 Sgr.) Frankfurt a. M., 1870. F. Boselli'schc Buchhandlung. —

Die Uebcrsichtlichkeit und das reiche Material der genannten Tafel in Angaben über die Bcvölkcrungs-, commcrciellcn und militärischen Verhältnisse der einzelnen Länder, sowie deren Münzen, Maße und Gewichte können wir wol als allgemein bekannt voraussetzen. Die uns vorliegende 19. Auflage für 1870 enthält außer den im vergangenen Jahre bekannt gewordene Acndcrungcn in den Zahlen noch die Verglcichung aller Längen- und Hohlmaße mit dem Meter und Liter, welche für Viele ein nicht geringes Interesse darbieten dürfte. R. Z.

Technisches Zeichnen.

Die geometrischen Grundprineivien der Perspective. Von Dr. H. Hertz er. Mit Abbildungen in Holzschnitt. 62 Seiten. Berlin, 1868. Nicolai'sche Verlagsbuchhandlung. — ,

Der Hr. Versager hat zwar eine Vorrede vermieden, uns scheint jedoch seine Absicht die zu sein, den Studirendcn in Form eines kleinen Taschenbuches die wichtigsten Principien der Perspectiv» künde nach den Grundzügcn der Geometrie der Lage, neben dem gründlichen Unterrichte in die Hand zu geben, und wir begrüßen seine Arbeit mit Vergnügen, um so mehr, als sich der Hr. Verfasser zu den Bestrebungen der HHrn. v. Peschka und Koutny („Freie Perspective", Hannover 1868, Carl Rümpler) hinneigt, die Perspective streng wissenschaftlich zu begründen und der Ansicht der Genannten huldigt, baß man heutzutage an höheren Unterrichtsanstalten beim Vortrage über Perspective sich nicht mehr auf die bloße Darstellung einiger Gegenstände nach rcccptartig gegebenen Regeln beschränken soll, sondern die Ccntralprojection wenigstens in ihren wichtigsten Theorien zur Grundlage nehme» müsse.

Die vorliegende Schrift gicbt in Abschnitt I, der Einleitung, die wichtigsten Definitionen und Grundsätze, in Abschnitt II die Ccntralprojection des Punktes, der Geraden, des Bündels und der Ebene, in Abschnitt III die Centralpcrspectiue, in Abschnitt IV Schlußbemertungen und in Abschnitt V die Parallclperspcctivc.

Wir tonnen das reichhaltige Schriftchen den technische» Schulen und den Freunden obengenannter Bestrebungen nur empfehlen. ' E. F.

Verschiedenes.

Die Kunsttifchlerei vom technischen Standpunkte. Zwei Vorträge, gehalten im f. k. österreichischen Museum für Kunst und Industrie in Wien von Dr. W. F. Einer, Professor der mechanischen Technologie an der k. k. Forsthochschule Mariabrunn ,c. 34 S. (Preis ?4 Sgr.) Weimar, 1870. B. F. Voigt. —

Die beiden in diesem Hefte enthaltenen Vorträge bilden die Fortsetzung der in Bd. XIII, S. 581 besprochenen Broschüre desselben Verfassers und skizzircn die Grundsätze, nach denen die durch die Fortschritte des Comforts geforderte künstlerische Ausschmückung und Belebung der Möbel und Haushaltungsgcgcnständc, soweit dieselben aus Holz hergestellt werden, zu bewirken sind. Nach einigen Mitthcilungcn über den Stand und die Versahiungsweisen der Kunsttischlerci in früheren Jahrhunderten wird der principiclle Unterschied zwischen den beiden Hauptarten der künstlerischen Verzierung von Holzwarcn, der Ausstattung der constructivcn Thcilc durch die Plastik und der Belebung ihrer Flächen hervorgehoben. Diese beiden Kunstarten werden dann unter Angabc der für jede tauglichsten Holzarten und einiger Verfahrungswcisen näher ausgeführt. R. Z.

Bilder und Ttudien zur Geschichte der Industrie und de«

Maschinenwesens von Dr. Hermann Grothe. Erste Sammlung. 420 S. Berlin, 1870. Julius Springer. —

Es ist kein eigentlich technisches Werk, welches wir vor uns haben, sondern ein für den ganzen Kreis des gebildeten Publicums geschriebenes, welches denselben mit der Eutwickclung der einzelnen Zweige unserer heutigen Industrie bekannt machen und ihm namentlich den Anthcil uor Augen führen soll, welchen die hervorragenden Männer des Faches an der Förderung und allinäligen Wetterführung der Industrie und des Maschinenwesens zu ihrem jetzigen Höhepunkt hatten. Wir können ein derartiges Unternehmen nur mit Freuden begrüße», zumal auch das reichhaltige, aus den mannigfachsten Quellen mit großem Fleiß gesammelte Material für die Geschichte der Technik nicht ohne besonderen Wcrth ist. Eine wissenschaftlich historische Behandlung des Stoffes hat der Verfasser in diesen an einander gereihten Bildern wol nicht beabsichtigt, denn manche Aussprüche in dem Buche, namentlich in der allgemeinen Einleitung, möchten vor dem Forum historischer Kritik nicht bestehen, immerhin werden aber die in der bekannten anziehenden Darstellungswcisc des Verfassers vorgeführten Schilderungen von dem Streben und Ringe», von den Erfolgen wie von dem Martyrium jener Förderer industriellen Fortschrittes bei allen Gebildeten ein lebhaftes Interesse für den Entwicklungsgang einzelner Zweige der Industrie wachrufen.

Die vorliegende erste Sammlung einhält als Einleitung zu dem ganzen Werke eine allgemeine historische Eutwickclung der technischen Industrie und bringt dann Bilder von den Erfindern und Erfindungen im Gebiete der Spinnerei und Weberei. Zunächst wird die Cultur und Verarbeitung der Seide betrachtet, der Gespinnstfascr des Lurus, ihre Ausbreitung von China aus immer weiter nach Westen und Norden, begünstigt durch politische Ercilfnissc, die Bemühungen von Fürsten und Staatsmännern nm den Seidenbau, die Männer, welche durch Vervollkommnung der Werkzeuge und Maschinen die Verarbeitung der Seide leichter und billiger machten, sowie der gegenwärtige Stand der Seidenindustrie in den verschiedenen Ländern. In gleicher Weise wird dann das Aufblühen der Baumwollenmanufactur geschildert mit ihrem gewaltigen Einfluß auf die Ausbildung der socialen Verhältnisse, die Verarbeitung der Wolle und des Flachses. Die Darstellung und weitere Verarbeitung der betrachteten Gespinnstfascrn lag anfänglich in den Händen der Frauen, und dies führt naturgemäß

zu Betrachtungen über deren Stellung und Einfluß auf die Ent« Wickelung der neueren Technik, in welchen nachzuweisen versucht wird, daß bei aller Virtuosität der Arbeit die Frauen nichts zur Vervollkommnung und Ausbildung der Apparate und Methoden bei der Verarbeitung der Tcrtilstoffc beigetragen haben. Den Schluß dieser ersten Sammlung bilde» Studien über das Nahen, die Entstehung und Stellung der Handwerke, welche sich hauptsächlich damit beschäftigen, also der Schneider und Schuhmacher, und endlich über die Erfindung und Ausbildung der Nähmaschinen. ^ R. Z.

Hekto-Kilo. Anleitung zum richtigen Gebrauch der neuen deutschen Maße und Gewichte und der Umwandlung«- und Preis» tabcllen für Jeden, der nach Maß und Gewicht Arbeiten auszuführen und Ein- und Verkäufe zu machen hat. Von H. F. Kamele, Verf. des Schnellrcchncrs ic. 32 S. 8. (Preis 5 Sgr.) Berlin, 1870. Oswald Seehagcn. —

Rcductor zur Umwandlung des rheinischen Fußmaßcs in Metermaß. Von Ferd. Neubauer. (Preis 2^ Sgr.) Berlin, 1370. Oswald Seehagcn. —

Zwei neue Angehörige der nun allmälig in's Zahlreiche wachsenden Mcterlitcratur. Das erste derselben, Hello-Kilo, ist eine populär geschriebene Anweisung zum Gebrauche der neuen norddeutschen Maße und Gewichte mit Angabe des bezüglichen Gesetzes, der alten Maße und Gewichte und deren amtlich festgestellte Verhältnisse zum neuen Maß. Verf. verwirft mit Recht die unglücklichen deutschen Ncbcnbencnnungen einiger Maße sowie alle die Maß- und Gewichtseinheiten, welche sich nicht vollständig decimal thcilcn lassen, will aber für den Volksgcbrauch die meisten Namen abkürzen und z. V. Centi für Ccntimeter, Hckto für Hektoliter, Kilo für Kilogramm sagen; ein Vorschlag, gegen den sich eigentlich Nichts einwenden läßt, da er bei dem letzten Beispiel an vielen Orten schon eingebürgert ist.

Der Reductor ist ein Meter- und Zollmaßstab in rcsp. Scchszchntcln und Millimetern nebeneinander, welcher aber auf mehrere Kreise gewickelt ist, so daß der ganze Meter auf einem Quarlblatt von stcifcm Papier Platz hat, was seinen Gebrauch sehr erleichtert. Jedenfalls wird der Rcductor etwas genauere Resultate geben, als das jetzt gebräuchliche Umkehren eines doppelt gctheilten Zollstocks am Daumennagel. R. Z.

Angelegenheiten des Vereines.

Aenderungen zum Verzeichniß der Mitglieder.

Herrn. Nauwcrk, Maschinenmeister der Aachen-Maftrichter Eisenbahn in Aachen (257). ^..

Beyer, Ingenieur der Gasanstalt in Mannheim (1673). >

I. Goehring, Associs der Kessclbauanstalt von Gebrüder / Ud.
Goehring in Frantcnthal (1639). >

Hcrmle, Bctriebsdirector der Moritzhüttc bei Beuchen
(Obcrschleficn) (70).

G. Kühne, Ingenieur der Maschinenfabrik von F.'Wöh-) 0. 8. lert in Berlin (1623).

R. Rieth, Maschinenmeister in Antonienhütte (1050).

Ed. Abegg, Ingenieur in Horgen (Kanton Zürich) (1666).

Fclir Baumann, Ingenieur in Fricdrichsthal (1443).

B. Beckstein, Maschinenfabricant in Altcnburg (1470).

E. Cappcll, Vergassessor auf Saline Gottesgabc bei Rheine

(1532). W. Finger, Ingenieur bei Rud. Haasc, Söhne <K Neffe in

Prag (1345).
R. Kato, Ingenieur in Zürich (1322).

F. Klein, Ingenieur der Kruppschen Hohofcnanlage zu Mühl

hoferhüttc bei Engcrs (873),

G. Kolbing, Ingenieur in Niesty (1684).

W. H. Lauter, Ingenieur der Bauunternchmung Govert, Romano, Leuy H Co. in St. Gallen (Steiermark) (730).

I. Luders, Ingenieur der Dortmunder Hütte von Dr. Strous

berg in Dorimund (930). R. Marth, Director der Pappenfabriken und der Holzschleiferci

in Varzin (1446). Aug. Mari, Civil-Ingenicur für Berg- und Hüttenwesen in Bonn

(28N). W. Prickarts, Ingenieur auf den Werken von Eberh. Hösch

H Söhne in Lcndersdorf bei Düren (693). Ludwig Z i r, Maschinenmeister der Ttolberg-Wenigeiodc'schen Ma»

schinensabrit in Ilsenburg (1142).

Herr C. Keller, Maschinenfabricant, Firma i Keller H Vanning, Mitglied de« westphälischcn Bezirks- und des Zweigvereincs für Eisenhüttenwcsen, ist dem Vereine durch den Tod entrissen worden.

Dem Vereine find ferner beigetreten die Herren: Iänisch, Hütten-Inspector in Prinz Earlshüttc bei Rothenburg

a. d. Saale (1855). 8. ä. Crampe, Director der Provinzial-Gewerbeschule in Halberftadt

(1543). Boris Clansky, Ingenieur in Berlin (1856). W. Gyßling, Ingenieur der Firma I. S. Fries <K Sohn in.

Frankfurt a. M. (1735).

Verzeichniß der Bibliothek des Vereines deutscher Ingenieure.

1. ^,nn»1e8 6«3 I^liues. Jahrgang 1863 bis 1869. 41.

2. ^uuliles 6u Oonservatoire imperial <1e8 ^rtg et Xletier8.

Heft 15 (1864) bis 20 (1865). 42.

3. Ine ^rtixan. Jahrgang 1863 bis 1867.

4. ^nnal«8 an Oeuie oivil. Jahrgang 1866 bis 1869. 43.

5. Lulletin 6s III 8noiete äe I'inäu8trie ruinerale. Band XI

bis XIV. 44.

6. Der Berggeist. Jahrgang 1862 bis 1869. 45.

7. Lulletin äe I» 8oeiete iuäu3trielle äe'Hluluou3e. Jahr-
gang 1864 bis 1869. 46.

8. Chemisches Ccntralblatt. Jahrgang 1862 bis 1865.

9. Polytechnisches Ccntralblatt. Jahrgang 1863 bis 1869. 47.

10. Der Civilingenicur. Jahrgang 1862 bis 1869.

11. Ib.« Nußineer. Jahrgang 1866 bis 1869. 48.

12. Lulletin 6e 1» 8oeiete ä'Nneoura^ement nour 1'Inäll8trie
nationale. Jahrgang 1866 bis 1869. 49.

13. I.e (3euie in6u8triel. Jahrgang 1864 bis 1869. 50.

14. Gewcrbcblatt aus Württemberg. Jahrgang 1863 bis 1866.

15. Hamburger Gewerbeblatt. Jahrgang 1866 bis 1868, Nr. 32. 51.

16. Illustrirtc deutsche Gcwcrbezcitung. Jahrgang 1863 bis 1669.

17. ^ern Xontoret« ^unuler. Jahrgang 1866 bis 1869. 52.

18. Deutsche Industriczcilung. Jahrgang 1864 bis 1869.

19. Nei<vtou'8 Qonäou Journal. Jahrgang 1864 bis 1866. 53.

20. Polytechnisches Journal. Jahrgang 1858 bis 1869.

21. 1?ne lraetioal ^leeuauie'8 ^ouinal. Jahrgang 1864 bis 54. 1869.

22. 8eientiüo'^,iueriean. Jahrgang 1864 bis 1869. 55.

23. Mitthcilungen des Gcwcrbevcreincs für Hannover. Jahrgang 1863 bis 1869.

24. Monatöblatt des Gcwcrbevcreincs für Hannover. Jahrgang 56. 1863 und 1864. 57.

25. Journal für praktische Chemie, Jahrgang 1866.

26. Mitthcilungen des Architekten- und Ingenieurvcrcincs für 58. Böhmen. Jahrgang 1866 und 1867.

27. Monatsschrift des Gcwcrbevcreincs zu Cöln. Jahrgang 59. 1864. 60.

28. Organ für dic Fortschritte dcs Eisenbahnwesens. Jahrgang

1863 bis 1869. 61.

29. Polytechnische Bibliothek. Jahrgang 1866 bis 1869.

30. korteleuille eoonomic>ue 6e» Uaoüine«, äe I'Outilla^e et 62. äu Materie!. Jahrgang 1866 bis 1869.

31. kudlieatiou inäu8trielle 6e8 U2,euiue8, Outilg et Hpn»- 63. reils. Band XVI bis XVIII. 64.

32. latent 0tä<:e Keport (Uuiteä 8tate3). Jahrgang 1860 65. bis 1866.

33. 8mitn8onian Neport. Jahrgang 1856 bis 1867. 66.

34. üevue universelle äe8 ^lin«8, äe la ^letallur^ie ete. 67. Jahrgang 1663 bis 1869.

35. Stizzcnbuch für den Ingenieur und Maschinenbauer. Jahr- 68. gang 1863 bis 1869.

36. Wochenschrift dcs schlcsischen Vereins für Berg- und Hütten- '69. wescn. Jahrgang 1859 bis 1861.

37. Wochcnschrift des nieder-österreichischen Gcwcrbcvcrcins. 70.
Jahrgang 1866 und 1867. 71.

38. Zeitschrift dcs Architekten- und Ingcnieurvcreins für Han-
nover. Jahrgang 1863 bis 1869. 72.

39. Verhandlungen dcö Vcrcins zur Beförderung dcs Gewerb-
fleißes in Preußen. Jahrgang 1863 bis 1869. 73.

40. Zeilschrift dcs österreichischen Ingenieur- und Architekten»

Vereins. Jahrgang 1863 bis 1869. ?4.

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schüre von K. von Otzel- „Das Schienenwalzwerk der k. k. priv. Südbahngcscllschaft in Graz". 1863. Sir Isaac Newton. Zu der Einweihung des neuen Realschulgebäudes in Posen. 1866. Berichte über die Verhandlungen der polytechnischen Gesellschaft zu Greifswald vom Jahre 1865. Schieß» und Sprengpulver von G. A. Neumcyer. 1866. Babische Gewcrbezeitung. 1866. Nr. 1. Berliner allgemeine Wagcnbauzeitung. 1866. Nr. 51, 55 und 56.

Dreizehnter Jahresbericht für die städtische Realschule zu Posen. 1666.

Die Mühle. Die neuesten Fortschritte im Mühlcnwesen und den damit verwandten Geschäftszweigen. Nr. 1. 1864. Zeitschrift des oberschlesischen bcrg« und hüttenmännischen Vereins. 1863. Nr. 1 und 2. Oberlaufiher Gewerbeblatt. 1867. Nr. 5. 6»«et» rrlsmMon». 1866. Nr. 6, 17 und 18. Industrie-Zeitung. 1864. Nr. 1.

N»»»i äsluontr»ut u.us le ristrols psnt strs smplo^s, »veo »v»ut»ßs pour I'inäo^tris au ol>»utl»ßs äs8 eu»uäisrs8 » v»r»sur. 1866,

Annale« der Physik und Chemie. 1867. Nr. 2.
Der Arbeitgeber. 1866. Nr. 466, 472 und 498.
Patentliste zum „Arbeitgeber". 1867. Nr. 1.
Protokoll der 61. Hauptversammlung des sächsischen Inge-
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Das neue Dampfkcsselgesetz von A. Freiherr von Burg. 1866.

Monatsblatt des Gewerbevereins in Hannover. 1867. Nr. 3 und 4.

Oiu Lsß»ßn»näst »l I?»tui-1iß» V^ttsulllllltsr Zsnom lurdiner, «,l L. I^sl»m»nu. 1865.

Grundzüge der mechanischen Wärmetheorie von Dr. Zeu-
ner. Besprochen von G. Schmidt.
Erbkam. Zeitschrift für Bauwesen. Jahrgang 1867 bis
1869.

Gewerbcblatt für das Großherzogthum Hessen. Jahrgang
1868. Mai bis Juli.
Militärische Blätter. Jahrgang 1869.
IH«Woirs3 6s I» 8o«istö 6«» Ingenieur» oivils äs lr»uos.
Jahrgang 1869. Nr. 1 und 2.

Der praktische Maschinen »Constructeur. Jahrgang 1868 und 1869.

1^ ?rur>»8^l>u iuäustlisUs. Jahrgang 186? bis 1869. Technische'Blätter. Jahrgang 1869. Notizblatt des technischen Vereines zu Riga. Jahrgang 1868 und 1869. »

Der Culturingcnieur, herausgegeben von vi-. F. W. Dünkelberg. Jahrgang 1868 und 1869. Notizblatt des deutschen Vereines für Fabrikation von Ziegeln, Thonwarcn, Kalk und Cement. Jahrgang 1868 und 1669.

^, m»Awr rueruö^-e^szülst Köxlön^s. Jahrgang 1867. Juli bis October.

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Mittheilungen «uz den 8itzung5nrotoKo llen der NezirKs- und Zmeiynereine. Aachener Beziiksverein.

(Fortsetzung von Seite 337.)

Am 7. Mai unternahm der Vezirksvercin, etwa 50 Mitglieder stark, eine

Grcurfion nach den Bleierzgruben und Hüttenwerken des Mtchernicher Bergwerks-Actienveieines.

Das Bleierz findet sich dort im bunten Sandstein, und haben diese Erzlager, schon zu Römcrzeitcn von ungeahnter Mächtigkeit

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