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dienen also auch hier die ganz geschlossene» Achslagerkasten den Vorzug.

3) Daß die ganz geschlossenen Achslagerkasten den Schmierer außer Verantwortung stellen, ist durchaus nicht anzunehmen, vielmehr wird derselbe dabei gerade zu einer genaueren und unausgesetzten Revision der Achslager während des Haltens der Züge auf den Zwischenstationeu aus dem Grunde augehalten, daß der betreffende Wagen, sobald daran ein Warmgehen der Achsen bemerkt wird, sofort aus dem Zug gestellt werden muß, weil andernfalls durch seine Weiterbeförderung bis zur nächsten Station ein noch stärkeres Heißlaufen dadurch zu befürchten steht, daß durch die im Innern des Achskastens dabei sich entwickelnde größere Hitze die Oelsauger verkohlen und dem Achsschenkel wie der Lagerschale kein Oel mehr zuführen können. Durch die dann bei der technischen Revision eines solchen Achslagerkastens vorgefundene Verkohlung der Oelsauger ist aber die Nachlässigkeit des Schmierers, weil er hier nicht, wie bei den offenen Achslasten Oel nachfüllen konnte, sofort constatirt. Hat ein solcher Fall aber nicht nur ein Verderben der Oelsauger, sondern auch noch ein Verderben der Lageischale oder des Achsschenkels znr Folge gehabt, so ist dadurch positiv nachgewiesen, daß der Schmierer auf mehreren Stationen hintereinander eine Revision der Achslasten resp. des Zuges versäumt und sich dadurch eiues grobeu Vergehens schuldig gemacht. Daß er aber längere Zeit seine Pflicht vergessen hat, erhellt aus dem starken Brennen der Achsen sehr deutlich, weil bei den jetzigen Entfernungen der Stationen, die im Durchschnitt nicht mehr als zwei Meilen auseinander liegen, ein gänzliches Verderben dieser Stücke unmöglich ist, wenn sich bei der Revision auf der vorhergehenden Station noch alle Achslagerkasten in kaltem Zustande vorfanden. In beiden Fällen ist das Schuldig eiues solchen Schmierers zur Evidenz bewiesen, und er verdient, wegen Vernachlässigung seiner Pflichten zum Ersatz verdorbener Stücke augehalten, event. bestraft zu werde». Daß ferner, so lange die ganz geschlossenen Achslagerkasten nicht allgemein eingeführt sind, jede Eisenbahn, welche sie anwendet, während der Zeit, daß ihre Wagen auf den Nachbar- oder fremden Bahnen laufen, welche diese Achskasten noch nicht angewendet haben, die eventuellen Reparaturkosten, die durch ein Heißlaufen der Achsen entstehen können, aus dem Grunde, weil ein Nachfüllen von Oel dabei

nicht möglich gewesen wäre, sowie auch die Kosten für das Schmieren allein zu tragen haben, und jene Bahnen dabei leer ausgehen, liegt ebe» in der Natur der Sache und wird sich mit der Zeit bei immer größerer Allgemeinheit ausgleiche»; dies kann aber auch schon jetzt der großen ökonomischen und Betriebssicherheit« «Vorthcile wegen, welche dem öffentlichen Eisenbahnwesen dnrch sie erwachse», durchaus uicht mehr als stichhaltiger Grund gegeu eine allgemeine Einführung derselben angeführt werden, weil die entstandenen fraglichen Unkosten nur einen verschwindend kleinen Theil des Nutzens derselben absorbiren. Dieser Nutzeu aber besteht den offene» Achslagerkasten gegenüber in einem geringeren Oelconsum, geringeren Repaturen resp. Unterhaltungskosten, und darin, daß die Wagen 3000 bis 40N0 Meilen dem Betriebe erhalten bleiben, che sie zur Revisiou kommen, und daher eine bessere und größere Ausnutzung dieses so kostspieligen Bctriesmaterials stattfindet. Auch sind die gemachten Ausstellungen bei allen den Eisenbahnen nicht Vorhand«,, deren Wagen »icht auf fremden, sondern ans den eigenen Bahnen cursireu. Solcher Eisenbahnen giebt es aber außer denen bedeutender Etablissements und Kohlenbergwerke noch eine Menge, die tausende von Wagen besitzen. Zu ihnen gesellen sich noch die secundären schmalspurigen Locomotiv- nnd Pferdebahnen, wie man solche in den Berg- und Hüttenwerken vorfindet und welche hauptsächlich dazu diene», die gewonnenen und erzeugten Producte den verschiedenen Werken oder den größeren Eisenbahnstationen zur Weiterbeförderung mit der Hauptbahn zuzuführen. Sie gerade sind es, welche in allen Fällen die Reparatnrkostcn und das Schmieren ihrer Wagen für alleinige Rechnung auszuführen haben, da ihre Wagen nicht auf andere Bahnen übergehen, und also eine Neciprocität unter ihnen nicht besteht, und so glaube ich denn nach de»! Mitgetheilten aussprechen zu dürfe«, daß es nicht nur im Interesse dieser, sondern auch im Interesse der für den öffentlichen Verkehr bestimmten größeren Eisenbahne» liegen dürfte, sich die Vorthcile der ganz geschlossenen Achslagerkasten, ohne daß ihnen dadurch eine größere Ausgabe erwächst, möglichst bald und dadurch z» sichern, daß sie bei neu zu beschaffenden Wagen solche sofort, bei den älteren Wagen aber durch den nöthig werdenden Ersatz successive einführen.

V ermisch t es.

Dampfkesselrevisions» und Versicherungsvereine.

Im Anschluß an die im vorige» Jahrgänge S. 249 und 511 gegebenen und außerdem in mehreren Sitzungsprotokollcn der Vezirksvcreine enthaltenen Mittheilungen über Vereine zur Revision, Ueberwachung und Versicherung von Dampfkesseln, welche in Deutschland bereits in Thätigkcit sind oder in kurzer Frist gegründet werben sollen, geben wir im Nachstehenden eine Zusammenstellung des uns in letzter Zeit über diese, die Vereinsmitqliedcr jetzt so lebhaft interessirendc, Frage Mitgetheilten, in der Hoffnung, das hier gegebene Material bald durch Nachrichten über neue Vereine vermehren zu können.

Zunächst erfahren wir aus dem zweiten Geschäftsbericht der Gesellschaft zur Ueberwachung und Versicherung von Dampfkesseln mit dem Sitze in Mannheim, daß dieselbe in dem abgelaufenen

Jahre recht erfreuliche Fortschritte gemacht hat. Die Zahl der unter Aufsicht des Vereines stehenden Kessel ist auf 349 gestiegen, an welchen im Laufe des Jahres 705, darunter 644 nur äußerliche Untersuchungen vorgenommen wurden. Um die innerlichen noch häufiger vornehmen zu können, beabsichtigt man, noch einen der Oberaufsicht des Ingenieurs untergebenen Inspector anzustellen, wozu die Mittel der Gesellschaft bereits genügen, in nicht zu langer Zeit hofft man dann im Stande zu sein, noch einen zweiten Inspector angemessen besolden zu können.

Nach dem technischen Bericht des Hrn. Isambert haben von den der Gesellschaft gehörenden Kesseln 51 bis nur 8 Qdrtmtr. Heizfläche, die übrigen sind größere, dabei fanden sich 13 verschiedene Kesselconstructionen vor, welche sich auf etwa 26 Fabri» cationszweige vertheilen. Constatirt wird, wie im vorigen Jahre, eine beträchtliche Anzahl von Mängeln an den Kessclanlagen, welche sich in vier Kategorien eintheilen lassen: Constructionsfehler, Fehler beim Betriebe oder Vernachlässigungen, Mängel an den Garnituren, defccte Stellen am Kessel oder dem Mauerwerk. Die meisten aufgeführten Fehler sind übrigens von untergeordneter Wichtigkeit und geben nur Zcugniß von der Genauigkeit der Untersuchungen , während auch einige aufgeführt werden, welche Veranlassung zu Gefahren geben können, wie z. B. eine Senkung des Kessels nach dem Feuer zu, die Möglichkeit, den Sieder vom Hauptkcsscl abzusperren, eine beinahe vollständige Unthätigkeit der Sicherhcitsapparatc, die Gewohnheit, die Hähne des Wasserstandsglases über Nacht zu schließen u. A. m. Zugleich wird aber die Bereitwilligkeit anerkannt, mit welcher die Kessclbcsitzer auf eine Abhülfe der aufgefundenen Mängel eingingen.

Die Versicherung der Kessel hat die Gesellschaft bis jetzt noch nicht in den Kreis ihrer Thätigkcit gezogen, doch ist der Vorstand beauftragt, der Generalversammlung des nächsten Jahres geeignete Vorschläge in dieser Hinficht zu machen. —

Ein zweiter Bericht ging uns zu über eine am 25. März zu Eöln stattgehabte Versammlung von Dampsiessclbesitzcrn, berufen von den HHrn. E. Langen und Dr. Grüneberg, welchen auch in derselben das Amt des Vorsitzenden resp. Schriftführers übertragen wurde.

Wenn auch von 500 durch Circular Eingeladenen nur einige über 30 sich eingestellt hatten, war doch Sachkenntnis) und energischer Wille in reichem Maße vertreten. Hr. Langen setzte zunächst die Umstände auseinander, welche eine Vereinigung der Dampftesselbesitzer wünschenswert!) erscheinen lassen. Namentlich wies er daraus hin, wie die bestehenden Versicherungsgesellschaften die durch Giplosion entstehenden Schäden entweder nur gegen 1^ pCt. Zuschlag zu der Fcuerversicherungsprämie, welche allein schon 2 bis 10 pCt. betrüge, oder auch gar nicht zu übernehmen pflegten. Er ertheilte dann zur näheren Begründung das Wort dem Hrn. Schröder, Generalagenten der Gesellschaft Providentia in Frankfurt a. M., da dieser als Fachmann im Besitze der nöthigen Daten sei.

Dieser gab einige Notizen über die Verhältnisse in Baden, statistische Notizen über die Kcsseleiplosionen in Preußen in den Jahren 1864 bis 1866. Nach Ansicht des Redners befaßten sich die bestehenden Gesellschaften nicht gern mit Elvlosionsschäden, und keine derselben versichere den Schaden an Nachbargebäudcn; daher schlage er vor, neben der Vereinigung zur Kcsselrevision eine gegenseitige Versicherung gegen Erplosionsschaden zu bilden, oder etwa eine Aktiengesellschaft, wenn man dies vorziehe, für welche dann ein Capital von 200,000 Thlr. mit einem Fünftel Vaareinzahlung genügen würde. In Preußen eristirtcn 14,794 Dampfkessel, worunter 127 Schiffskesscl, welche auszuschließen seien. Bei einem durchschnittlichen Werthc von 5000 Thlr. für Kessel und Maschine zu 2 pro Mille, also mit 10 Thlr. versichert, würden aber 500 Kessel zur Eröffnung der Gcsellschaftsthätigkeit genügen. Bei der Basis der Gegenseitigkeit wäre die Verpflichtung der Nachzahlung bis zum Vierfachen erforderlich. Nach der Statistik würde einem zu erwartenden Schaden von 1875 Thlr. eine Sicherheit von 25,000 Thlr. gegenüberstehen, also eine weit bessere als bei den solidesten Feuerversicherungen. Hr. Langen war gegen einen einfachen Rcuisionsverband, da der anzustellende Fachmann ein Interesse, also Tantieme haben müsse, welche nur eine Versicherung bieten könne. Hr. Engels, Spinnercibesitzer aus Engelskirchen, berichtete über den in Manchester seit 1854 bestehenden Revisionsvcrband der Kessclbesitzcr (8t«Hm Nsei-'s H,88oeiHtion), welcher eine Garantiesumme bis zu 300 t». für jede ohne Wassermangel eintretende Grplosion gewährt und dafür eine» Beitrag gleichmäßig auf 2 ts. festgesetzt. Einen ähnlichen Modus hielt Hr. Langen auch für unsere Gegend passend. Hr. Ingenieur Schultzc erklärte sich dem gegenüber für eine Versicherungsgesellschaft, hauptsächlich, weil sonst die größeren Etablissements, welche eigene Ingenieure halten, nicht beitreten würden. Hr. Gasfabrikdirector Pepys schlug vor, zu untersuchen, ob das englische System mit dem deutschen System der Versicherung sich nicht verschmelzen lasse. Hr. Engels hob noch hervor, daß die Revisionen des in Manchester bestehenden Verbandes sich auch auf den Kohlcnvcrbrauch erstreckten, und nachdem Hr. Schröder noch in Einzelheiten eingegangen war,-um die Vristenzfähigkeit der vorgeschlagenen Gesellschaft zu beweisen, auf eine Anfrage des Hrn. Vörsch der Wirkungskreis der Gesellschaft auf Rheinland und Westphalen begrenzt worden, und schließlich die Ansicht des Hrn. Gcneraldireetor v. Reckling Hausen durchgedrungen war, daß man vor

läufig einen Revisionsverband bilden und daraus allmältg eine Versicherungsgesellschaft entwickeln solle, wurde aus den HHrn. Engels, vr. Grünebcrg, Langen, Pepys, v. Recklinghausen und Schultze ein Comite gebildet. Dasselbe hat die Aufgabe, einer demnächst zu berufenden zweiten Versammlung definitive Vorschläge zu unterbreiten. —

Schließlich entnehmen wir dem „Berggeist" noch die Mittheilung, daß auch in dem rechtsrheinischen Theile von Bayern Schritte zur Constituirung eines Vereines mit gleicher Thätigkcit wie der Mannheimer gcthan werden, welche von dem polytechnischen Verein in München ausgehen, dessen Vorsitzender, Hr. vi-. Schilling, Beitrittserklärungen annimmt.

R. Z.

Pyrometer.

Von C. Bock in Magdeburg.
(Hierzu Figur ? und 8, Tofel XI.)

Das beste von allen Instrumenten, welche man in neuerer Zeit zur Messung hoher Temperaturen construir« hat, ist wohl das Gauntlett'sche Pyrometer. Die geringe Ausdehnung eines Kupfer- oder Messingrohrcs durch die Hitze wird bei diesem Instrument durch eine einfache Hebclübersetzung auf einen Zeiger übertragen, welcher die Hitzegrade auf einer kreisförmigen Scala abzulesen gestattet. Da nun im Allgemeinen die Längenausdehnung des Kupfers nicht bedeutend ist und nur ^^ von 0 bis 100» 0. beträgt, so müßte man, um ein ziemlich sicheres Instrument zu haben, ein möglichst langes Kupferrohr verwenden; je länger aber das Rohr ist, desto schwieriger ist es, das Pyrometer sicher zu justircn. Ferner kann man damit auch nicht Teinpcraturcn in engen Räumen messen, denn da beim Iustireu doch das ganze Rohr gleichmäßig erhitzt wurde, so muß auch das ganze Rohr gleichmäßig die zu messende Temperatur annehmen, wenn man deren Höhe sicher conftatircn will.

Das von mir construirte und in Fig. 7 und 8, Taf. XI, dargestellte Pyrometer dürfte diese Uebelständc nicht besitzen. Das 25"" lange Messingstäbchen » dehnt sich von 0 bis 100° 0. um -z^"" aus, würde sich also von 0 bis 600° 0. um ?»'^"" ausdehnen, das Eisen des Rahmens d dagegen dehnt sich von 0 bis 100' 0. um /l?"" aus, was bei 600' eine Verlängerung von «5?°"° ergeben würde.

Der Stab o ist an der Büchse, welche das Zeigcrwerk enthält, befestigt, während der Stab ä durch die Ausdehnung des Stäbchens » von dem Stabe o fortgedrängt wird. Die Punkte ll sind die Untcrstützungspunktc, das Hebelvcrhältniß ist 1 : 50, folglich würde sich der Punkt x des Stabes ä vom Punkt 2 beS Stabes 0 um 4"",?? entfernen, wenn man das Pyrometer bis 600° 0. erhitzt. Diese Bewegung ist durch das Werk auf den Zeiger übertragen, mittelst dessen man die Hitzegrade auf der Scala ablesen kann, lim die Stäbe 0 und ä gegen Verbiege» zu schützen, ist das Messingrohr g darüber geschoben.

Das Instrument läßt sich leicht und sicher justiren, und kann man mit demselben bequem und zuverlässig die Temperatur an jeder Stelle messen.

Der Preis desselben ist 25 Thlr.

Hölzerne Drehbrücke.

(Hierzu Tafel X.)

In unserer norddeutschen Tiefebene ist das Bedürfniß für einfache und praktische Drehbrücken über schiffbare Gräben und Canäle öfter vorhanden, und dürfte es daher von Interesse sein, auf der zugehörigen Tafel X die Zeichnung einer solchen Brücke zu geben, welche Hr. I. A. Smits, Besitzer einer Holz» imprägnirungsanstalt und Kalkbrennerei zu Amsterdam, über die Ringvahrt, einem mit der Außcnamstcl in Verbindung stehenden Canale, erbaut hat, und welche für Fuhrwerke mit 80 Ctr. Belastung berechnet ist. Diese Brücke steht bereits seit einer Reihe von Jahren und läßt sich noch heut bequem mit einer Hand schieben und drehen. Die Construction ist in den mit eingeschriebenen Maßen versehenen Zeichnungen hinreichend deutlich dargestellt und bedarf wohl keiner besonderen Erläuterung, welche im Detail zu geben ich auch außer Stande sein würde, da ich das Vnuwerk nicht selbst nachgemessen, sondern nur die Zeichnung

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von Hrn. Smirs benutzt habe. Die in seinem Bauwerk gewählte Anordnung eines längere» und eines kürzeren Vrnckenfeldes steint durch örtliche Verbältnisse bedingt zu sei», da ihr eine Confirucrion von zwei gleich langen Flügeln in jede», Falle vorzuziehen sein würde, indem diese sich besser im Gleichgewicht halten, und die todte Belastung, welche unter der Fahrbahn des kürzeren Brnckenfelde« durch Gußeisen bewirkt ist, in Wegfall kommt.

Fr. Hoffmann,
Vllumeister.

Hohöfen mit senkrechtem Kernschacht.

Bekanntlich sind einige Hohöfen i» England mit senkrechtem Kernschachte ausgeführt. Am 26. September 1868 hat die Georg» Maricnhütte bei Osnabrück einen Hohöfen gleicher Construction in Betrieb genommen. Die Betriebsresultate dieses Ofens sind Einsender dieses nicht bekannt, doch müssen sie befriedigend sein, da man auf dem dortigen Werk mit dem Bau zweier neuer Ocfcn mit senkrechtem Schachte beschäftigt ist.

Fr.

Technische Literatur.

Chemie.

Uebei die Einwirkung von kochenden sauren und alkalischen Flüssigkeiten auf Glas > und Porzellangefäße hat A. Emmcrling in de» „Annale» für Chemie und Pharmacie", Juni 1869, genaue Untersuchungen mitgetheilt, deren Resultate sich in folgenden Sähen reMnire» lassen: 1) Die Eiüwirtung auf Glasgcfäßc ist proportional der Zeit u»d der Oberfläche, welche mit der kochenden Flüssigkeit in Berührung ist. 2) Sie ist unabhängig von der in einer gegebenen Zeit verdampften Flüssigseitsmenge. 3) Sie nimmt mit der Temperatur zu. 4) Alkalische Lösungen wirken auf Gl»s selbst bei großer Verdünnung stark ein. Säuren wirken schwächer ein, als reines Wasser, mit Ausnahme von Schwefelsture. Unter den Salden wirken diejenigen am stärksten, deren Säuren mit Kalk eine unlösliche Verbindung bilde», ;. B. schwefelsaures, kohlensaures u»d phosphorsaurcs Natron, oralsaurcs Ammoniak; die Wirkung nimmt mit der Conccntration zu. Diejenigen Salze, deren Säuren mit Kalk in Wasser lösliche Verbindungen bilden, wirken schwächer ein, als reines Wasser; mit der Conccntration nimmt die Wirkung ab. 5) Böhmisches Glas widersteht besser als alle Sorten von Natronglas. 6) Auf Berliner Porzellan wirken nur Alkalien merklich ein.

Ls.

Feuerungen und Dampfkessel.

Field'scher Dampfkessel mit heberförmigen Centralröhien.

(Hierzu Fig. 5 und 6, Taf. XI.) —

Wiederholt ist in unserer Zeitschrift darauf hingewiesen worden, wie förderlich für die Dampfcrzeugung eine strömende Bewegung des Kcssclwassers ist, damit das durch Berührung mit den Heizflächen dampfhaltig gewordene Wasser immer von neuem durch dampffreies ersetzt wird.*)

Noch vollkommener, als dies durch die bekannten Ficld'schcn Röhren geschieht, wird allem Anschein nach der gedachte Zweck durch die im „Hnßineer", Nr.713, S. 136 mitgctheillc Sma rt'schc Ginrichtung erreicht.

Bei den gewöhnlichen Ficld'schcn Kesseln erzeugt, wie wir durch Fig. 5», Taf. XI, darzustellen versucht haben, jedes Rohr für sich einen Kreisstrom, und die Folge davon ist, daß nicht nur die Räume bei »,8 zwischen den Rohrmündungen Ruhcstcllcn bleiben, und dadurch vornehmlich Gelegenheit zum Ablagern des durch die Verdampfung ausgeschiedenen Kesselsteines geben, sondern

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d.rß cmch das den Feuerkasten umgebcutc Wasser ohne strömende Bewegung bleibt.

Dagegen erstreckt sich nach Anbringung des Smart'schrn Hebers, Fig. 5 b, der Kreislauf des Wassers bis in den unteren Wasscrraum bei 8,, und der dort erfolgende Umschwung des Stromes bewirkt ein Ausscheiden des Kesselsteines »ach der tiefsten und feucrgeschütztcn Stelle hin.

Als einen nicht unerheblichen Vorzug betrachten wir ferner das leichte Anbringen der Heber an schon vorhandenen Fielb'» sehen Kesseln, welches durch einfaches Einstecke» der Heber in die Centralröhien geschehe» kann. Wir erachten es für wirksamer, wenn man jedes Centralrohr mit einem Heber versieht, als wenn man, wie die unserer Quelle cutlehnte Fig. 6 zeigt, mehrere Röhren vereinigt.

In der zugehörigen Beschreibung werde» «och weitere Vorthcilc hervorgehoben; namentlich, daß beim Ausblasen des Kessels durch die Heber alles Wasser und aller Schmutz aus den Röhren entfernt wird*), und daß ferner ein etwaiger Wassermangel erst dann gefährlich werden kann, wenn das Wasser bis unter die Echcnkelmündungen gesunken ist.

Den Heizrohren giebt man bei stationären und Schiffskcsseln einen äußeren Durchmesser von 44 bis 56"". Der anscheinend gußeisernen Scheibe», Fig. 2, ist nicht Erwähnung gcthan. Sie soll, durch den Hebel bewegt, jedenfalls zur Rcguliiung des Zuges dienen, würde aber wohl zweckmäßig durch einen birnförmigen Ochamottklotz ersetzt werden.

Dafür, daß die Fielt»'sehen Kessel sehr rasch Danrpf erzeugen, sind dieselben schon hinlänglich bekannt. Dagegen haben sie auch den Fehler, daß die Dampfspannung rasch sinkt oder der Dampf bald abbläst, wenn man nicht mit besonderer Aufmerksamkeit bei vermehrtem oder vermindertem Dampfuerbrauch die Feuerung entsprechend regulirt. ES liegt dies an dem im Vcr« gleich zur Heizstäche geringen Wasscrinhalt. Näheres hierüber ist schon Bd. XI, S. 475 d. Z. gesagt worden.

R. W.

Berg- unv Hüttenwesen.

Das peruanische Wismuth, welches seit Kurzem in den

Handel gekommen, enthält nach Barth:

Wismuth 93,3« pEt.

Autimon (mit wenig Zinn) 4,z?o -
Kupfer (mit wenig Eisen) . 2,«ös -

Mu,nmpCt. und unterscheidet sich also von dem sächsische» Wismuth vortheil» Haft durch das Fehlen von Arsen uud Schwefel.

(Aus Dinglcr's „Polutechn. Journal", Bd. 194, S. 84; aus Wittstcin's „Vicrtcljahrschrift", Bd. 18.)

Verschiedenes.

Mittheilungen des technischen Clubs in Salzburg. I. Jahrgang. 1. Heft. Salzburg, 1869. Mar Glonner. —

Der seit dem Ende 1867 in Salzburg bestehende technische Club hat angefangen, die verschiedenen von seinen Mitgliedern meist über eigene Erfahrungen und Ausführungen gehaltenen Vortrüge zusammengestellt durch den Druck zu veröffentlichen, um sie dadurch seinen auswärtigen Mitgliedern sowol, wie auch dem weiteren technischen Publicum zugänglich zu machen. Das uns vorliegende erste Heft enthält denn auch lauter Originalmittheilungen hauptsächlich aus dem Gebiete des Bauiugenicurwescns. Ob die anderen Fächer des Ingenieurwcscns später eine gleiche Berücksichtigung finden werden, läßt sich aus dem Vorliegenden und dem Vorwort nicht entnehmen. R. Z.

*) V« wird in der That viel ltber die Schwierigkeit, die Röhren zu reinigen und zu entleeren, gellagt.

Angelegenheiten des Vereines.

Den geehrten Mitgliedern des Vereines können wir wiederum die erfreuliche Mittheilung von der Gründung eines neuen, des hannoverschen, Bczirksvcreines machen. Das Verzeichnis der diesem Bezirksvereine gegenwärtig angehörenden Mitglieder folgt nachstehend. Der Vorstand.

I. A.: L. Duste.

Hannoverscher Bezirksverein.

1. *Bähr, Ingenieur der Maschinenfabrik von Dr. Strous

berg in Linden vor Hannover (1295).

2. L. Vode, Fabrikant feuerfester Geldschränke zc., Firma:

Bode <K Troue, in Hannover (1746).

3. Boetius, Civil-Ingenieur in Hannover (1799).

4. H. Vossc, Ingenieur der Maschinenfabrik von Dr. StrouS

berg in Linden vor Hannover (1747).

5. W. Vreul, technischer Director der hannoverschen Gummi»

kamm-Compagnic in Hannover (1748).

6. Brünjes, Eisenbahnmaschinen-Ingcnicur inHannovcr(1749).

7. K. Bube, Fabricant von Maßstäben in Hannover (1750).

8. A. G. Dickert, Ingenieur der Maschinenfabrik von Dr.

Strousberg in Linden vor Hannover (1751).

9. E. A. Dreher, Ingenieur und Inhaber einer Handlung

technischer Artikel in Hannover (1802).

10. *Hcrm. Fischer, Civil-Ingenieur in Hannover (397).

11. F. Geffers, Fabricant, Firma: Hof-Asphal«fabrik von D.

H. Henning, in Limmer vor Hannover (1752).

12. L. Goffin, Ingenieur der Maschinenfabrik von Dr. Strous

berg in Linden vor Hannover (1753).

13. Otto Grovc, Königl. Professor an der polytechnischen Schule

in Hannover (1755).

14. W.Griese, Ingenieur der Maschinenfabrik von Dr. Strous

berg in Linden vor Hannover (1754).

15. de Haen, Fabricant chemischer Producte, Firma: E. de

Haen & Co., in List vor Hannover (1756).

16. H.Hagen, Bauiath und Civil-Ingenieur in Hannover (1757).

17. Hanst, Ingenieur der Maschinenfabrik von Dr. Strous

berg in Linden vor Hannover (1758).

18. Hauers, Fabricant chemischer Producte, Firma: Hart

man« H Hauers, in Hannover (1759).

19. Dr. M.Heeren, chemisch-technischer Director der hannover

schen Gummikamm-Compagnic in Hannover (1760).

20. Heldt, Ingenieur der Maschinenfabrik von Dr. Strous

berg in Linden vor Hannover (1761).

21. Bcinh. Herold, (Zivil-Ingenieur in Hannover (1762).

22. E. Hcusingcr v. Waldegg, Ober-Ingenieur ,c. in Han

nover (1763).

23. ,Holz, Ingenieur der Eisengießerei von Kriegar <K Ihscn

in Hannover (1801).

24. Holzapfel, Ingenieur der Maschinenfabrik von A. Knö»

»cnagcl in Hannover (1764).

25. F. Hurtzig, Fabricant, Präsident der Handelskammer von

Hannover in Linden vor Hannover (l?65).

26. H. Jüngling, Ingenieur der Fabrik für Wasser- u»5 Gaö

anlagcn von C. PH. Vogelsang in Hannover (1766).

27. Kelbc, Ingenieur der Maschinenfabrik von Dr. Strous

berg in Linden vor Hannover (1767).

*) Die mit * bezeichneten Herren waren bereit« früher Mitglieder de» Vereine».

28. L. Klindworth, Mechaniker in Linden vor Hannover (1768).

29. A. Knövenagel, Moschmenfabrirant in Hannover (1769).

30. Dr. I. Knövenagel, Chemiker in Linden vor Hannover

(1770).

31. Kohlert, Ingenieur der Maschinenfabrik von Dr. Strous

berg in Linden vor Hannover (1771).

32. H. Kriegar, Eisengießercibesitzer, Firma: Kriegar ck

Ihsen, in Hannover (1772).

33. Landsbcrg, Mechaniker, Firma: Landsberg H Behrens,

in Hannover (1773).

34. W. Meine ^un., Ingenieur der Maschinen» und Wagen

fabrik von W. Meine in Hannover (1774).

35. M. Meyer, Maschinentcchnitcr in Hannover (1775).

36. C. Mosqua, Fabricant französischer Mühlsteine und Stadt

baumcister in Hildeshcim (1776).

37. G. W. Müller, Ingenieur der Maschinenfabrik von Ja«

cobi in Linden vor Hannover (1777).

38. H. Nehring, Ingenieur der Maschinenfabrik von Dr.

Strousberg in Linden vor Hannover (1778).

39. Neidhardt, Ingenieur der Neustädter Hütte in Neustadt

a. R. (1779).

40. H. Oppler, Ingenieur der Eisengießerei von Kriegar H

Ihsen in Hannover (1760).

41. Overbcck, Königl. Maschincnverwaller in Hannover (1781).

42. Alei. Plöger, Associe der Fabrik für Gas- und Wasser«

lcitungen, Firma: Gebr.Plöger, in Hannover (1800).

43. Prelle, Ingenieur in Hannover (1782).

44. C. Rein ecke, Chemiker in Linden vor Hannover (1783).

45. Dr. H. Ricmann, Chemiker in Linden vor Hannover (1784).

46. Risch, Ingenieur der Maschinenfabrik von Dr. Strous

berg in Linden vor Hannover (1785).

47. Dr. M. Rühlmann, Königl. Professor der polytechnischen

Schule in Hannover (1786).

48. *K. Schiffer, Königl. Obermaschincnmeister in Hannover

(57).

49. A. Schneemann, Wagcnbauverwalter der Königl. Staats

eisenbahn in Hannover (1787).

50. Schönichen, Ingenieur der Maschinenfabrik y^ Dr.

Strousberg in Linden vor Hannover (1788).

51. C. Scidensticker, Ingenieur der Maschinenfabrik von Dr.

Strousberg in Linden vor Hannover (1789).

52. Soff, Ingenieur der Maschinenfabrik von Dr. Strous

berg in Linden vor Hannover (1790).

53. H. Spamcr, Director der Ilscder Hütte in Groß-Ilsede

bei Peine (1791).

54. F. Stcckhan, Ingenieur der Ilseder Hütte in Groß-Ilsede

bei Peine (>792).

55. O. Stockhardt, Fabricant, Associ« der hannoverschen

Gummikamm-Compagnie in Hannover (1793).

56. K. Tidow, Maschinenfabricant, Firma: Louis Tibow,

in Hannover (1794).

57. H. Tuch, Dircctor der Flachsspinnerei von Stelling,

Gräber <K Co. in Hannover (1795). 5tz. Uhlcnhuth, Königl. Maschinenmeister in Hannover (1796).

59. B. Ungcr, Fabricant chemischer Producte, Firma: Unger

H List, in Linden vor Hannover (1797),

60. Vanpcl, Buchhalter der Eisengießerei von Kriegar H Ihsen in Hannover (1798).

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Delegirtenuersllmmlung zur Neratljung de5 Entmursez für ein neue5 DamusKesseli egulatiu.

Am 12. und 13. Npnl 187N in Berlin.

Durch Beschluß der Stettincr Hauptversammlung vom 28. August 1869 (Bd. XIII, S. 725) war der Pfalz-Saarbrückcr Bezirksverein beauftragt worden, nach vollendeter Rcdaction der in Stettin gefaßten Resolutionen eine Delegirtenversammlung nach Berlin zu berufen, um dort auf Grund jener Resolutionen gemeinschaftlich den Entwurf zu einem neuen zeitgemäßen Dampfkessclregulativ zu berathcn. In Folge dessen war die Zusammenkunft auf den 12. April festgesetzt worden ^ und hatte in Folge einer vorläufigen Bekanntmachung dieses Termines der Berliner Bezirksverein für die Beschaffung eines zn den Verhandlungen geeigneten Locales Sorge getragen, in welchem an dem gedachten Tage die Versammlung um 9^ Uhr durch Hrn. Dr. Bot he aus Saarbrücke» eröffnet wurde.

Nach einer kurzen Begrüßung von Seiten des Eröffnenden fand die Constituirung der Versammlung Statt, und waren in derselben vertreten: der Aachener Bczirksvcrcin . . durch Hrn. Lamberts;

- Berliner « - - Pctzold;

- Eölncr - - - Hummel:

- Darmstädter - - - R. Werner:

- Bezirksvcrein an der Lenne - - Gerhardi;

- Magdeburger Vczirksverein - » C. Gärtner;

- Mannheimer - « - Sclbach;

» niederrheinischc ° - ° Windscheid;

- obcrschlcsischc - - - Reiche!;

- Pfalz-Saarbrückcr Vczirksverein - - Dr. Vothe; « pommerschc » - - Drcscl.

« sächsisch-anhaltinische - - - Schmelzer;

- thüringer » » - Salbach:

» wcftphälischc - - - H. Blanck;

- Zwcigverein durch die HHrn. Ernst und Stucken holz: so daß nur der Breslauer Bezirksverein und der Verein zu Chemnitz ohne Repräsentation waren, auch erklärte Hr. Gärtner, daß er seitens seines Bczirksvereincs ohne besondere Instruction für die vorliegende Tagesordnung sei.

Außerdem nahmen an der Versammlung Theil Hr. Hansen aus Gotha, sowie der Geschäftsführer des Vereines und der Hauptrcdaclcur der Zeitschrift.

Die Wahl des Vorsitzenden geschah durch Acclamation und fiel einstimmig auf Hrn. Dr. Vothe, während Hr, Zicbarth mit der Führung des Protokolles beauftragt wurde.

Zunächst berichtete nun Hr. Ernst, daß der wcstphälischc Bezirksverein und der Eisenhüttenucrein es für wünschenswcrth gehalten haben, die Regierung von der bevorstehenden Bcrathung i» Ke»»tnisi zu setzen und wen» möglich um Thcilnahmc daran zu ersuchen: bei einer persönlichen Vorstellung zu diesem Zwecke habe der Handelsministcr ein lebhaftes Interesse für die Sache an den Tag gelegt und gern die Thcilnahmc eines Vertreters zugesagt, welcher ihn» über das Ergebniß der Bcrathungcn Bericht erstatten solle.

Hr. Regicrungsasscssor Niebcrding wohnte als Eommissar der Regierung sämmtlichcu Verhandlungen bis zum Ende bei.

Nachdem der Vorsitzende kurz über dic Denkschrift, welche die Stettincr Resolutionen begleiten solle, und deren Abgabe an den Dircctor des Vereines berichtet, ergab es sich, daß ein größerer Theil dcr Bczirksvcrcinc eine nochmalige Discussio» dcr Rcsolutioncn in cngcrcm Krcisc für wünschenswcrth halte und deshalb seine Delcgirtcn mit Instruction »ersehen habe; dcr Eölncr Bczirksvcrcin baltc dic von ibm vorgeschlagenen Aenderungen gedruckt in

der Versammlung vcrthcilcn lassen. Da der Vorsitzende dic Be» sprcchung dcr Resolutionen als nicht zur Tagesordnung gehörig und wcil dieselben für alle weiteren Beschlüsse bindend seien, nicht gestatten zu dürfen glaubte, so entspann sich über dicsc Frage eine lebhafte Debatte, in welcher der Regicrungscommissar äußerte, baß sich dcr Ausführung von Resolution Nr. ä Hindernisse in den Weg stellen dürften; die Gewerbeordnung des norddeutschen Bundes habc mit sehr wenigen Ausnahmen die conccssionirten Gewerbe abgeschafft, um ein neues solches einzuführen, bedürfe es einer Abänderung des Gesetzes, welche wenig Aussicht habe, von dem Reichstage angenommen zu werben. Auch andere Rcdncr betonten, daß dic Stcttiner Resolutionen vor einem allgemeineren Bekanntwerden dcr Gewerbeordnung beschlossen seien, jetzt aber mit derselben in theilwciscm Widerspruch ständen und eine Revision wünschenswcrth machten. Man beschloß daher dcr Besprechung der Resolutionen nach der Tagesordnung noch eine angemessene Zeit zu widmen, und sicherte Hr. Ernst dies durch einen förmlichen Antrag: „ Dic Dclcgirien dcr Bezirksvereine sind der Ansicht, daß sie neben Erledigung ihres dircctcn Mandats bczüglich dcr Aufstellung eines Dainpfkcsseliegulativs sich auch in zweiter Linie mit den Beschlüssen dcr Stettincr Hauptversammlung zu befassen hätten, zumal dic ncue Gewerbeordnung eine Aenderung dcr Beschlüsse als wünschenswcrth erscheinen lasse", welcher Antrag an» genommen wurde.

Für dic Behandlung dcr eigentlichen Tagesordnung wurde cine doppelte Lesung des Entwurfes beliebt, und beschloß man, bei der ersten Lesung von dem jetzt geltenden Regulativ auszugehen, welches dem Entwurf des pommcrschcn Bczirksvcrcincs (Bd. XIII, S. 602) gegenübergestellt dcr Versammlung gedruckt vorlag.

Da dic Fassung dcs Regulativs vom 31. August 1861 als allgemein bekannt vorausgesetzt werden kann, braucht hier auf den Wortlaut nicht näher eingegangen zu werden, auch ist dic beschlossene Fassung dcr einzelnen Paragraphen am Ente übersichtlich zusammengestellt.

Ein Autrag dcs Hrn. Hanscn, an dic Spitzc dcs Regulativs eine sachgemäße Definition des Wortes „Dampfkessel" zu stellen, weil die alte Definition eigentlich jeden geschlossenen Kochkessel oder Kochtopf, welcher Dampf über Atmosphärenspannung erzeuge,' der Eonccssiou unterwerfe, wurde von dcn HHrn, Stucken hol; und Lamberts unterstützt, während Andere, wie die HHrn. Werner und Dr. Vothc, eine passendere Stelle dafür in §. 3 zu finden glaubte». Dies letztere wurde acccptirt und ging man über zu der Discussion von §. 1.

Zu demselben beantragte Hr. Blanck die Streichung der Forderung, dic Verwendung dcs i» dem Kessel erzeugten Dampfes anzugeben, wcil dicsc auf dic Sicherheit der Krssclanlage keinen Einfluß habe. Dcr Antrag wurde unterstützt, überhaupt machte sich allgemein der Grundsatz gcltcnd, allc Vorschrift», welche nicht in unmittclbarcm Zusammcnhangc mit dcr Sicherheit dcs Kcsselbctricbes ständen und mchr zum Rcssort dcr allgcmcincn Baupolizei gehörten, aus den» Regulativ zu entfernen, und so wurden noch auf Antrag dcs Hrn. Ernst der Passus übcr dic Stellung dcr Maschine und des Schornsteines, nach Hrn. Gerhardi die Stärke und nach Hr». Stuckcnholz dic Gattung dcs Matcrillls gestrichen. Ein Antrag dcs Hrn. Drcsel, die Eonccssionszcichnungc» mit ciucm Maßstab zu versehen, um dem Revisor das Nachrechnen der Heizstäche zu erleichtern, wurde zurückgezogen, wcil dadurch dic jctzt übliche Praris unmöglich werde, in vor

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