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also durch eine einzige in 0 angreifende Kraft l' ersetzt werden. Diese ist:

? -- t -». t, - ^ (peo» '? -»- p. «n '7>

Die Kräfte » und 8,, in entgegengesetztem Sinne wirkend, haben eine Resultante 8 -- », — » -- x »in ? (p, — p).

Zur Erzielung des Gleichgewichtes ist erforderlich, baß der Cohäfionswiderstand sich ebenfalls in zwei Componcntcn zerlegen lasse nach der Schnittrichtung und senkrecht darauf, von denen die eine --- 1, die andere -- 8 ist. Da die Katheten des Dreiecks die Projectioncn der Hypotenuse sind, die Katheten aber gleichmäßig auf ihrer ganzen Länge von den äußeren Kräften angegriffen werden, so muß die rcsultircnde Kraft auch gleichmäßig in allen Punkten der Hypotenuse wirken oder der Eohäsionswider» stand ist in allen Punkten des Schnittes gleichmäßig thätig. Bezeichnen wir nun mit ll den Widerstand senkrecht zum Schnitte pro Längeneinheit desselben, mit «7 den Widerstand in der Richtung

des Schnittes pro Längeneinheit, so sind totalen Widerstände, und es muß sein:

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und

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die

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Während also lc ganz unabhängig von o ist, wenn es sein Marimum erreicht, indem es dann --- p, ist, erreicht <? im aller»

günstigsten Falle nur den Wcrth ^ und zwar dann, wenn p--0

ist. Man steht hieraus, daß eine Gefährdung der Vlechtafel, wenn solche eintreten sollte, nur durch die absolute Inanspruchnahme, nicht aber durch die Echubwirkung erfolgen könnte.

Ist nun p, — p, so gehen die allgemeinen Formeln (III) und (IV) über in

>l--I> (V),

"-0 (VI).

Es ergicbt sich also, daß bei der Inanspruchnahme der quadratischen Blechtafel durch gleich große, gleichmäßig verthciltc Kräfte nach zwei rechtwinklig aufeinander stehenden Richtungen hin:

1) jede Schubwirkung aufhört, weil <? — 0 wird,

2) daß die absolute Inanspruchnahme in jedem angenommenen Querschnitte gleich groß ist, und zwar auf jedes Längcnclcment eines solchen Schnittes genau soviel beträgt, als die Summe der an einem gleich großen Längcnelcment des Randes angreifenden Zugkräfte.

Dieses Resultat erweist zunächst, daß es für eine Vlechtafel unter den angenommenen Verhältnissen keinen vorzugsweise gefährdeten Querschnitt gicbt, so lange man annehmen muß, daß die Widerstandsfähigkeit der Vlechtafel gegen Zerreißen »ach jeder Richtung hin gleich groß ist. Ist dies aber nicht der Fall, wie es die Erfahrung bewiesen Hai, muß man bei unseren Blechen einen verschiedenen Grad der Festigkeit voraussetzen, in der Richtung der durch das Walzen bewirkten Streckung und in einer rechtwinklig darauf stehenden Richtung, so würde allerdings aus der Gefahr, daß die Vlechtafel in der Richtung ihrer minderen Festigkeit zuerst nachgeben würbe, die Lage eines vorzugsweise gefährdeten Querschnittes zu bestimmen fei», doch wird diese in keiner Weise durch die an den Rändern angreifenden Zugkräfte bedingt.

Bei der Annahme einer durchaus gleichmäßigen Festigkeit nach allen Richtungen erscheint die Frage, wie würde beim Uebcrwiegcn der spannenden Kräfte über die Festigkeit die Blcchtafel zerreißen, als eine zwecklose und kaum zu beantwortende, und doch wird man sich sagen müssen, daß die Trennung in einzelne Stücke nicht absolut ohne alles Gesetz und lediglich nach dem Zufall ex» folgen wirb.

Es scheint wol gerechtfertigt anzunehmen, daß das erste Nachgeben der Tafel gegen die spannenden Kräfte zunächst eine Intcrsection der Spannungsrichtungcn aller einander entgegenwirkenden äußeren Kräfte zur Folge haben muß. Dies könnte nun auf verschiedene Weise geschehen, z. B. nach Fig. 3 und 4.

F'g. 3 F'g. 4

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Mannheimer Bezirksverein.

(Fortsetzung von Band XIII, Seite 581.)

II. Bezirksvcrsammlung vom 24. Juli 1869 in Mannheim. — Vorsitzender: Hr. Dr. Caro. Schriftführer: Hr. E. Vreunlin. Anwesend 18 Mitglieder und 2 Gäste.

In dieser fand der Antrag des Pfalz« Saarbrückcr Vereines wegen gemeinschaftlicher Behandlung mehrerer wichtiger Gegenstände Besprechung und Erledigung, und wurde die Frage wegen Gründung eines technischen Lesezirkels angeregt.

III. Vezirksversammlung vom 31. Juli 1869 in Mannheim. — Vorsitzender: Hr. Dr. Caro. Schriftführer: Hr. E. Vreunlin. Anwesend 17 Mitglieder und I Gast.

Hr. Isambert gab eine genaue Ueberficht aller Bestrebungen, welche seit der Gründung des Hauptvereines durch diesen und die sämmtlichen Nezirksuereinc gemacht wurden, um die Revision

und Ucberwachung der Dampfkesselanlagen zu einer rationellen und erfolgreichen, dem heutigen Standpunkte der Technik würdigen Ausführung zu gestalten. Das Resultat der Discussion war die auf der Hauptversammlung zu vertretende Resolution in der Dampfkesselcontrolfrage.

IV. Bezirksversammlung vom 1. August 1869 in Neustadt a. d. Hardt. — Vorsitzender: Hr. R. Peter« au« Saarbrücken. Schriftführer: Hr. E. Vreunlin. Anwesend 24 Mitglieder und 11 Gäste.

Die Sitzung wurde in Gemeinschaft mit dem Pfalz-Saalbrücker Verein abgehalten und diente zur Besprechung der verschiedenen für die Hauptversammlung in Stettin gestellten Anträge. Näheres darüber ist bereits Bd. XIII, S. 671 berichtet.

V. Vezirksversammlung vom 14. August 1869 in Mannheim. — Vorsitzender: Hr. C. Selb ach. Schriftführer: Hr. E. Vreunlin. Anwesend 16 Mitglieder und 2 Gäste.

Hr. Selb ach wurde als Delegirtcr des Vezirksoereincs nach Stettin zur Hauptversammlung entsendet und mit Instruction in Betreff der Dampfkesselrevisionsangelegenhcit sowie der Patcntsragc versehen.

VI. Vezirksversammlung vom 17. August 1869 in Mannheim. Vorsitzender: Hr. C. Selbach. Schriftführer: Hr. G. Vreunlin. Anwesend 13 Mitglieder.

Diese Sitzung brachte eine eingehende Behandlung und Discussion der Patcntsragc auf Grund eines von Hrn. Selbach vorgelegten Referates.

VII. Vezirksversammlung vom 18. September 1869 in Mannheim. — Vorsitzender: Hr. Dr. Caro. Schriftführer: Hr. E. Vreunlin. Anwesend 15 Mitglieder und 3 Gäste.

Hr. Selbach erstattete Bericht über die Stettincr Hauptversammlung, sowie über das Resultat der dortigen Vcrathungcn.

VIII. Bczirksuersammlung vom 28. November 1869 in Ludwigshafen. — Vorsitzender: Hr. Dr. Earo. Schriftführer: Hr. E. Breunlin. Anwesend 27 'Mitglieder und 2 Gäste.

In dieser hielt Hr. R. Schmidt einen von Erpcrimcnten begleiteten Vortrag

über Nrönnei'sche Patentbrenner.

Die Erfindung dieser Apparate entstand durch die nicht befriedigende Leuchtkraft dcr alten Brenner, bei welchen Vrönncr durch Vergleichung mit der Bunsen'schen Gaskochlampe fand, daß die Leuchtkraft durch das Einführen von zu viel Luft in das Gas beim Austritt aus dem Brenner beeinträchtigt würde.

In der Gaskochlampe wird nämlich das Gas durch Vermischen mit Luft verbrannt und giebt eine Flamme ohne jede Leuchtkraft, weil der Wasserstoff des Gases mit dem Sauerstoff der Luft zu Wasser verbrennt, dcr Kohlenstoff des Gases aber noch genug Sauerstoff findet, um sofort zu Kohlensäure zu verbrennen. Durch Abspciren der Luft kann man diese Flamme leuchtend mache», und brennt die Flamme dann wie aus einem Brenner. Vei dem Verbrennen des Gases aus einem Brenner geschieht das Vermischen des Gases mit Luft bei dem Austritt desselben aus dem Vrenner durch Aspiration, indem das ausströmende Gas dort mechanisch Luft mitreißt, obwol nicht in dem bedeutenden Maße wie bei dcr Kochlampc. Dcr Verbrennungs« proceß ist dann folgender: der Wasserstoff verbrennt wieder mit einem Theil des Sauerstoffes, während dcr Kohlenstoff durch die geringere Menge des noch in dem Gemische enthaltenen Sauerstoffes nicht mehr ganz zu Kohlensäure verbrenne» kann und sich theilweise ausscheiden muß; dieser ausgeschiedene Kohlenstoff wird in der Wasserstoffverbrennung erhitzt und erglüht, und dies nur bildet das Leuchten der Flamme, wie es künstlich durch Einhalten von Kohle, Kalt ,c. in eine Wasserftoffstamme gemacht weiden kann (Drumond'sches Licht).

Je schnellei nun ei» Quantum Gas in die Luft ausströmt, desto mehr Luft wird in den Strom hineingcrissen, d. h. desto mehr Kohlenstoff muß durch überschüssigen Sauerstoff zu Kohlensäure verbrennen und desto weniger Kohlenstoff kann sich ausscheiden, um durch sein Erglühen zur Leuchtkraft beitragen zu können. Wird im Gcgentheil die Geschwindigkeit des Stromes vermindert, so wird wenig oder gar keine Luft in den Gasstrom gerissen, und es muß sich daher der größte Theil des Kohlenstoffes ausscheiden könne», derselbe wird glühen und die Flamme muß bei gleichem Gasverbrauch mehr Licht geben.

Die Ausströmungsgeschwindigkeit hängt von dem Drucke in der Gasfabrik ab, welcher bedeutend sein muß, um entferntwohnende Consumenten mit Gas zu versehen; jedenfalls ist derselbe bedeutend höher, als zu einer günstigen Verbrennung »öthig ist.

Die Brönner'schc» Brenner vermindern die Ausströmungsgeschwindigkeit, da der Druck im Innern des Brenners bei einem Lcitungsdruck von l Zoll engl. (25°"°) nur etwa ^ Zoll (l°"°,l°) beträgt, ein Druck, welchen eine Fabrik nie geben kann. Daß die Flamme Heller brennt, zeigt das Aufsetze» eines weiten Brenners auf einen alten Brenner, wodurch, ohne daß mehr Gas verbrannt werden kann, der Unterschied in der Helle leicht bemerkbar ist.

Durch den niederen Druck, mit welchem das Gas aus dem Brönner'schc» Brenner ausströmt, wird die Flamme natürlich nicht so ruhig brenne», d. h. geringe äußere Verhältnisse werden dieselbe bewegen könne», wie z. B. ein Springbrunnen mit hohem Druck schon einen bedeutenden Wind vertragen kann, während ein solcher mit niederem Druck schon bei wenig Wind unruhig steht. Die Brönner'schc» Brenner muffen daher durch Zugapparatc, welche einen aufsteigende» Luftstrom bewirken, ruhig gehalten werden, wo es auf ganz ruhiges Licht ankommt, und sind dieselben zu diesem. Zwecke mit Glocken versehen, welche jedoch ganz bestimmte Verhältnisse haben müssen. Vrönncr benutzt diese „Glockcnbrenncr" zur Salon- und Bureaubelcuchtung. Die andere Gattung, die sogenannte» „Freibicnncr", welche von etwas anderer Eonstructio» siud, werden an Platzen benutzt, wo eine absolute Ruhe der Flamme nicht von Wichtigkeit ist, ;. B. in Straßen-, Perron-, Wcichcnlatcrnen; ferner in größtem Maßstabe zur Fabrikbclcncktuug, wobei dieselben durch eigens construirtc Blechschinuc ebe»falls ei» ganz ruhiges Arbeitslicht geben.

Von jeder dieser beiden Sorten eristiren N Nummern, mit welchen man im Stande ist, jedem Bedürfnisse von Helligkeit genügen zu können.

Der Vortheil des Brönner'schen Systemes für den Konsumenten liegt auf der Hand, de»» er ist in den Stand gesetzt, an den verschiedenen Stellen seines Geschäftes ober Hauses, wo bei vielleicht verschiedene» Druckverhältnissen eine verschiedene Helle nöthig ist, sich solcher Nummern zu bedienen, welche bei ganz offenem Hahn gerade das richtige, im Voraus bestimmte Licht gebe», die also auch »icht mehr Gas verbrauchen können, als im Voraus gewünscht war. Der Cousumeot ist dadurch von der Willkür seines Personals, welches immer helleres Licht wünscht und nie sparen will, unabhängig, und in dieser Beziehung sind diese Brenner wirkliche Sparbrenner.

Die Brenner selbst bestehen aus ciucm Mcssingstück, in welchem das die Gaszufuhr bestiinmcndc EinsHtzchcn sowie die Ausströniungsöffnung von Speckstein sind; dieser Speckstein kann nie orydircn und der Brenner selbst durch richtigen Gebrauch verdorben werden; derselbe ist ferner 'so hart, daß keine Feile ihn angreifen kann, wodurch dem Ausräumen durch Arbeiter, um mehr Licht zu erhalten, ebenfalls ein Ziel geseht ist.

Von den Einwänden, welch/ von Gegnern des Systemes aufgeworfen sind, erwähne ich hauptsächlich:

1) den Preis, welcher auf den ersten Anschein hoch erscheint, aber da Vrönncr nur unter Garantie von wirklicher Ersparnis) »erkauft, doch in kurzer Zeit sich bezahlt macht. Dies zeigt Ihnen daß Zeugniß des Postamtes ;u Eassel, welches binnen 4 Monaten für 462 Fl. (26l1 Thlr.) Gas sparte, somit nach Abzug von 58 Fl. (33^ Thlr.) für verwendete 58 Stück Brenner, 362 Fl. (230z Thlr.) ersparte und diese» Vortheil für die Folge hat.

2) Manche Gegner behaupten, daß man denselben Zweck durch große Schnittbrenner und Zudrehen des Haupthahncs sowie der Bienncrhähnc erreichen kann; es ist dies in der Theorie vollkommen richtig, aber in der Praiis, namentlich für größere Etablissements, durchaus unausführbar, wie Sie wol alle schon selbst erfahren haben werden, und ist es mit ein wesentlicher Nebenzweck, wie oben schon gesagt, daß alle Hähne offen sein müssen und daher das Personal sie nie weiter stellen kann. Auch läßt sich auf diesem Wege eine verschiedene Helle an verschiedenen Stellen der Leitung sehr schwer erreichen. Selbst durch Anwendung von Regulatoren kann man die Ersparniß nicht so weit treiben, und führe ich Ihnen das Zeugniß des tüchtigen englischen Gas-Ingenieurs Sugg an, welcher sagt, daß die Vrön»cr'schcn Brenner für gewöhnliche Fälle vollkommen ausreichten und Regulatoren nur bei sehr verschiedenem LeitungSdruckc uothwendig seien. Daß trotz Regulatoren noch gespart werten kann, beweist das Zeugniß von zwei englischen Bahnen, welche unter Beibehaltung der Regulatoren noch 27 und 26 pEt. sparten.

3) Andere Gegner sagten, der Argandbrcnner gebe die beste Beleuchtung. Abgesehen von der gegen Argandbrenncr immer noch zu erzielenden Ersparniß, haben dieselben die Unannchmlichkcit, daß sie. sobald der Druck wechselt, das Licht verändern oder ruße», häufig ein Geräusch verursachen :c. Ein Brö»»cr'scher Glockenbrcnner mit Schirm und Glocke bietet ein ebenso ruhiges Licht, kan» »ic rußen und können die Glocken nie platze». Die Praris hat auch hierin schon entschiede», indem die königl. Eisenbahndirectio» in Elberfcld 634 Argandbrenncr durch Brönnersche Beleuchtung ersetzt hat; außerdem sind in Rotterdam von 2l),0W Brennern, welche gegen Argandbre»»cr hauptsächlich von 2WN Käufer» vertauscht wurden, trotz des Anerbietens des Agenten, Brönner'schc Brenner unentgeltlich gegen Argandbrcnner bei Unzufriedenheit umzutauschen, gar keine an den Agenten zurückgegeben worden.

4) Es wird dcm Vrönner'schcn Brenner eine Neigung zum Verstopfen vorgeworfen; dieser Fehler war bei der früheren Constrnction wol möglich, ist jedoch durch die neue Anordnung gänzlich beseitigt. Gerade diese nenc Construction des uutcren Einsätzchens hat dadurch der Erfindung erst den ganze» Werth verliehen, und hat Hr. Brönner darauf Pateittrechte für ga»z Europa u»d Amerika erworben.

Außerdem ist die Reinigung durch feine Blechstrcife» oder feine Nadeln ganz leicht.

Um einige von den Resultaten anzuführen, erwähne ich das Zeugniß des Kopenhagener Sommcrtivoli, welches halbjährlich 1260 Fl. (720 Thlr.) mit 700 Brennern spart; das der königl. Dircction in Elberfcld, welche über 2000 Flammen anwendet und zur Zufriedenheit bei besserem Licht eine nicht unbedeutende Ersparniß erzielt hat. Ferner, um auch das Hcimathland des Gascs und dcr Erfindungen anzuführen, das Zeugniß der Great Northern Eisenbahn, welche bei Beleuchtung dcr Platform der King's Croß Station bei besserem Licht gegen früher in einem halben Jahre 1,072,<>«0 Cbkfß. (32 Millionen Liter) Gas spart und demzufolge alle ihre Stationen durch Brönner'schc Apparate beleuchten läßt. Um die Anwendung des Systenies als Salonbeleuchtung zu zeigen, führe ich an, daß die von allen Zeitungen als großartig geschilderte Beleuchtung des neuen Opernhauses in Wien durch Bronn er ausgeführt wurde. —

Redner zeigte nun zunächst an einem photomctriscken Apparat durch Aufstecken eines alten 4 Ring« Schnittbrcnncrs, welcher 3,l Ebtfß. (105 Liter) pro Minute brauchte, und eines Brönner'» schen Brenners Nr. 3, welcher eine nock etwas größere Helle zeigte und »ur 2,z Ebkfß. (76 Liter) verzehrte, eine Ersparniß von 29 pCt.; ferner in der Werkstatt der Waggonfabrik Ludwigs« Hafen, wo 19 Stück 4 Ring »Brenner aufgesteckt waren, eine» Verbrauch von 8,4 Cbkfß. (252 Liter) in 5 Minuten; nach Anstecken der 19 Brönner'sehen Brenner betrug derselbe nur 4,» Cbtfß. (!84 Liter) in 5 Minuten; die Ersparniß wäre also 43 pCt. und nach Angabe des Redners dem Druck von ll) Linien (22°"") in der letzten Leitung zuzuschreiben, während er bei dem Photometcrerperiment nur 5 Linien (11°"°) betrug.

IX. Bczirksversammlung vom 12-. December 1869 in Mannheim. — Vorsitzender! Hr. E. Selb ach. Schriftführer: Hr. E. Breunlin. Anwesend 19 Mitglieder und 3 Gäste.

Die Sitzung wurde eröffnet durch einen Vortrag des Hrn. Dr. Hubcr über den Zug in Schornsteinen, ebenfalls von Versuchen begleitet, an welchen sich eine lebhafte Discussion schloß. Wir werden den Vortrag in einem der nächsten Hefte ausführlich mittheilc».

Generalversammlung vom 23. Januar 187l) in Mannheim. — Vorsitzender: Hr. Dr. Earo. Schriftführer: Hr. Isambert. Anwesend 24 Mitglieder.

Vor Eintritt in die Tagesordnung gedachte der Vorsitzende mit warmen Worten des schmerzlichen Verlustes, welcher dem Verein deutscher Ingenieure durch de» so unerwartet erfolgte» Tod des Hrn. Richard Peters bereitet wurde, und erstattete daraus den Bericht über das abgelaufene Vcreinsjahr.

Nach Erledigung weiterer geschäftlicher Angelegenheiten, Lassen« bericht, Neuwahl des Vorstandes, folgte ein Vortrag des Hrn. Isambert: die Ueberwachung und Revision englischer Dampfschiffe, insbesondere der Dampfkessel auf Pas« sagicrschiffen.

Redner theilte mit, daß er auf Veranlassung des großhcrzogl, Handelsministeriums im Ottober v. I. eine Instructionsreisc nach, England unternommen habe, um dort an Ort und Stelle genaue Kenntniß von der Art und Weise der Ueberwachung von Landund Schiffskcsscln zu nehmen. Seine dort gemachten Erfahrungen habe er in einem Reisebericht niedergelegt, dessen erster Theil die Ueberwachung der Landkcssel durch Privatgesellschaften behandle, während der zweite Theil Aufschluß über die staatliche Revision aller englischen Passagicrdampfschiffc gicbt und zum Vortrage in heutiger Versammlung kam.

Da derselbe demnächst in der Zeitschrift vollständig erscheinen soll, kann hier von einer auszugsweisen Behandlung Abstand genommen werden.

Den letzten Punkt der Tagesordnung bildeten kleinere Mit« theilungcn, indem Hr. Nr. Caro einen interessanten Rechtsfall in der englischen Patcntgcschgcbung erzählte, und Hr. Isambert einige schöne Photographien eines kürzlich crplodirten Dampfkessels, welche ihm durch Hrn. Ober-Ingenieur Dieehmann in Essen zugegangen waren, der Versammlung vorzeigte. Die eingehendere Berichterstattung soll der nächsten Zusammenkunft vorbehalten bleiben.

Die Frage der technischen Abende kam hierauf zur Besprechung; man erkannte allgemein, baß der Zweck derselben nur dann vollständig zu erreichen sei, wenn der Verein ein besonderes Local zu seiner ausschließlichen Benutzung acquiriren könne; die Versammlungen sollten dann regelmäßig Sonnabend Abends, um

7 Uhr beginnend, stattfinden, wo jedem Anwesenden Gelegenheit geboten werden könne, seine Ansichten über die ihn berührenden Gegenstände der Technik in zwangs loser Besprechung auszutauschen. Der Vorstand wurde beauftragt, wegen Beschaffung eines passenden Loeales in Unterhandlung zu treten.

Dberschlesischer Bezirksverein.

(Fortsetzung von Seite 211.)

Sitzung vom 2. Februar 1870 in Morgenroth. — Vorsitzender: Hr. Reiche!. Schriftführer: Hr. Schrödtcr. Anwesend !6 Mitglieder und 2 Gäste.

Hr, Wehowsky rcserirtc zunächst über de» Stand der Angelegenheit, betreffend

die Einfühlung eines einheitlichen metrischen Snftemeß bei den oberschlesischen Walzencalibern.

Es habe zu diesem Zwecke bereits am 5. December 1869 eine Specialsitzung von Walzwerks «Ingenieure» zu Kattowitz stattgefunden, in welcher man sich nach langer Discussion über eine Dimensions« und Prcisscala für Obcrschlesie» geeinigt; die bis heule noch nicht zu umgehenden Mängel dieser Scalen konnten auch in der heutigen Sitzung trotz vielen Für« und Widcrsprcchcns nicht beseitigt werden, und so wurden denn ziemlich einstimmig die Beschlüsse jener Vorversammlung acccptirt. Hr. Wehowsk» hatte die Dimensions« und Prcisscalen vereinigt in eine graphische Zusammenstellung gebracht, welche eine sehr klare Uebersicht gestatten. Es sollen nun diese Zusammenstellungen zunächst an die rheinisch-wcstphälischcn Vereine gesandt werden, um deren Gutachten zum Zwecke möglichst übereinstimmender Scalen zwischen jenen und den oberschlesischen Werken einzuholen. Die Arbeit soll dann gedruckt, den Vcrcinsmitglirdcrn zugeschickt und de» ober« schlcsischen Gewerkschaften unter Empfehlung der Annahme vorgelegt werden.

Das Referat über

Dllmpfkeffclrevisionsvereine mußte wegen Krankheit des Berichterstatters ausfalle». Es entspann sich dennoch eine längere Discussion über diesen Gegenstand, in welcher man sich wiederum den Resolutionen des PsalzSaarbrückcr Bezirksverrines analog aussprach und die staatliche Eontrolc über die Dampfkessel verwarf; diese könne sich nur nach einem Gesetz richten, und das sei für die heutigen Verhältnisse nicht mehr ausreichend; die so sehr verschiedenen Betriebsweisen der Dampfkessel erfordern es nolbgedrungen, daß die Vorsichtsmaßregeln auch dem entsprechend verschieden angewendet werden, uud oaß bei einer Revision nicht nur dem Buchstaben eines Ge« setzes, sondern auch den jeweiligen Umständen und Bctriebszwccken Rechnung getragen werde. Eine derartige Revision sei aber nur durchführbar von einem Fachmann, einem specicllcn Maschincntechnitcr, da ein Laie in diesem Fache vielleicht wol den» Kessel selbst, nicht aber immer den nöthigen oder möglichen Betriebs« weisen Rechnung zu tragen wisse. Dir Zweckmäßigkeit eines Privat» rcvisionsverrincs wurde von allen Anwesenden anerkannt und eine Commission gewählt, bestehend aus den HHrn. Thomctzck, Auft und Möcke, welche zuerst das nöthige Material zu beschaffen hätten: die Anzahl der in Oberschlesicn befindliche» Dampfkessel, ihre Eonstruction, Qualität der Speisewasscr, Besitzer der Kessel ic. Es wurde dabei hervorgehoben, daß ein solcher Verein an sich vor der Regierung Gültigkeit haben müsse, welche die einzelnen Maschincntechniker der Privatgewerken noch nicht hätten; diesen bliebe auch nicht Zeit genug, um neben ihren anderen Arbeiten sich spcciell, und besonders auf einer größeren Gewerkschaft mit allen Dampfkesseln verantwortlich zu beschäftigen. Ein solcher Verein für Oberschlcstcn bedürfe wenigstens acht bis zehn solcher Kesselrevisoren.

Hr. Rott sprach sich gegen die

Uebeideckung der Dainpfkessel mit Lösche aus; dieselbe sei oftmals schädlich. Hr. Wcinreich empfahl, die Kessel mit Asphaltfilz zu belegen, welcher mit Mennigkitt anzukleben sei, und darauf erst die Lehmschicht zu bringen; dies Verfahren befürwortete Hr. Schmahel, da es sich sehr gut bewährt habe.

Eine im Fragekaftcn vorgefundene Frage: wie bei Zugrunde» lcgung der obcrschlesischen Materialienpreisc die

Kosten für Bau und Unterhaltung von Pferdebahnen sich stellen, bcantwortcte Hr. Schmahel folgendermaßen: 1 laufende Ruthe Arbeitslohn für Legung — Thlr. 20 Sgl. — Pf. 24U Pfd. Pftrdcbahnschiencn, ü «Zentner

3 Thlr 7° 6 . — °

l0 laufende Fuß Halbholz .... — - 7 ° 4 »

l2 Schienennägel — - 4« 6

für Wechsel und Wechselspitzcn durch»

schnittlich ^" °_ ^ _5 ?__"_.

für 1 Ruthe Pftrdebahngclcise 8 Thlr. 2U Sgr. — Pf. (für den laufenden Meter 2 Thlr. 9 Sgr.) Ebenso wurde noch die Behauptung aufgestellt, daß Speiserufcr mit Schwimmcrapparat sich nicht bewährt haben.

Pfalz»Saarbrücker Bezirksverein.

(Fortsetzung von Seite 2i2.)

Sitzung vom 6. Februar 187N in Saarbrücken. — Vorsitzender: Hr. Dr. Vothe. Schriftführer: Hr. O. Krüger. Anwesend 28 Mitglieder und 4 Gäste.

Zur Erstattung des Commissionsberichtes in der D»mpfkesselcontrolft»gt gab der Vorsitzende zunächst einen Ueberblick über die Enl» Wickelung, welche diese Frage im Verein deutscher Ingenieure erfahren hat und hob hervor, daß die Vezirksuercinc in ihren Anschauungen noch aus dem Standpunkte stehen, welchen sie vor der letzten Hauptversammlung zu Stettin einnahmen. Er gedachte alsdann der Beschlüsse der Hauptversammlung, welche noch die polizeiliche Controlc verlangen, während die preußische Regierung in neuerer Zeit mit der Absicht hervorgetreten sei, diese fallen zu lassen. Dem Beschlüsse der Hauptversammlung entsprechend habe er Einladungen an die Bezirksvereine behufs Theilnahme an der Discussion der Denkschrift und der Redaction der Resolutionen ergeben lassen. Jedoch nur ein einziger Bezirksvrrein habe einen Delegirtcn ernannt, welcher noch im letzten Augenblick seine Verhinderung tclegravhisch angezeigt habe.

Redner verlas hierauf die in der Commission festgesetzte und von ihm ausgearbeitete Denkschrift und sügtc hinzu, daß die Discussion sich nur auf die Redaction der Resolutionen und der Denkschrift beziehen könne. Er habe die Abfassung der letzteren nur ungern übernommen, da er, wie früher bereits erörtert, mit den in der Hauptversammlung gefaßten Beschlüssen nicht einverstanden sei. Da er aber namens des Vereines den diesem ertheiltcn Auftrag angenommen habe, so müsse auch die Abschickung der Denkschrift erfolgen.

Bei der Discussion wurde ein Einwand gegen die Redaction der Resolutionen nicht erhoben, und wurden sie zunächst einzeln und hierauf im Ganzen angenommen. Ebenso wurde die Fassung der Denkschrift von der Versammlung genehmigt.

Der Vorsitzende ersuchte darauf die Versammlung, ihn zu autorifiren:

1) daß er in dem Begleitschreiben zur Denkschrift ausdrücklich betone, wie der Pfalz«Saarbrücker Bezirksverein in der Kcsselcontrolfragc noch unverändert auf seinem früheren Standpunkte stehe,

2) daß er den Vorstand ersuchen dürfe, die ganze Angelegenheit nochmals einer Berathung zu unterziehen, ehe er die Denkschrift in weiteren Kreisen verbreite. Das letztere Gesuch motiuire sich durch die Thatsache, daß die maßgebenden höheren Behörden Preußens gegenwärtig der Aufhebung amtlicher Controle zuneigen, daß ferner in Hamburg, Württemberg und Hessen die Bildung der Vereine zu freiwilliger Revisio» der Kessel immer festeren Boden gewinne und endlich der Mannheimer Verein gegen die Konsequenz Protest einlegt, es könnten die Stcttiner Resolutionen auch den süddeutschen Staaten zur Annahme empfohlen werden.

Die Versammlung erthcilte die gewünschte Ermächtigung ohne Widerspruch einstimmig.

Es folgte hierauf der zweite Gegenstand der Tagesordnung, der Vortrag des Hrn. O. Krüger über

die Corlißsteuerung bei Dampfmaschinen.

Der Vortragende begann mit der Bemerkung, daß die Corlißsteuerung vor einiger Zeit viel Aufsehen erregt habe und ihr bedeutende Vorzüge zugeschrieben weiden, so z. V. in Dingler'S „Polytcchn. Journal", Bd. !59. Diese Vorzüge habe bereits Völckcrs in seinem trefflichen Wcrkchen „Der Inbicator" auf ein richtiges Maß zurückgeführt. Er erläuterte alsdann den Gegenstand seines Vortrages durch Zeichnung und Beschreibung und hob als Vortheilc, welche sich » priori constatiren lassen, hervor: 1) daß die Erpansion durch den Regulator sclbstthätig der erforderlichen Arbeitsstätte entsprechend rcgulirt werde, 2) der schädliche Raum wesentlich kleiner ausfalle und 3) der Dampfabschluß bei Beginn der Erpansion eractcr erfolge, als bei der Schieber« steuerung mit Eicentritbcwcgung.

Einen richtige» Einblick in die Function der Steuerung gewinne man am besten durch die Indicalordiagramme. Bei den von Corlißmaschine» genommenen Diagrammen sei zu erkennen, daß in der That der Abschluß bei Beginn der Eipansion besser, der Einlaß und Auslaß des Dampfes jedoch nicht so günstig erfolge, wie bei gewöhnlicher zweckmäßig angeordneter Schiebersteuerung.

Nachdem Redner noch erläutert, daß bei dcr Corlißmaschine ein höherer Füllungsgrad als N,«5 nicht wohl erreicht werden könne, hob er hervor, daß einen Maßstab zur Bcurthcilung des Werthes einer Dampfmaschine das sogenannte Gütcucrhältniß, der

Ausdruck ^ oder ^ bilde, wo 5l die Nuharbeit in Pferdestärken, 8 den totalen Dampfverbrauch pro Secundc bezeichne. Völckcrs habe bekanntlich durch Untersuchung vieler Indicatordiagrammc ergründet, wie die Organe einer Dampfmaschine, insbesondere die so wichtige Steuerung, anzuordnen seien, um ein möglichst günstiges Gülevcrhältniß zu erzielen. Von den so wichtigen Vcrsucksresultaten wolle er, als zur Sache gehörig, nur hervorheben, daß man nach ihm, wenn die mittlere Spannung während der Volldruckperiode mit p,, die Spannung am Ende derselben mit p, bezeichnet wird, bei gewöhnlicher Steuerung p, --- 0,95 p,, bei der Corlißsteuerung p, — 0,99 p, setzen könne. Für den Cocfficienten des schädlichen Raumes, welcher mit m bezeichnet sein möge, wenn msO den Inhalt des ganzen schädlichen Raumes bedeute, habe Völckers folgende Weiche ermittelt: bei eincylindrigen Maschinen mit gewöhnlicher

Steuerung m — 0,«,

- Wools'schcn Maschinen m — N,o«e,

- Corlißmaschine« m -- N,oi5.

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