Abbildungen der Seite
PDF
[merged small][merged small][merged small][ocr errors][ocr errors][ocr errors][ocr errors][merged small][ocr errors][ocr errors][ocr errors]
[ocr errors]
[ocr errors]
[ocr errors]
[ocr errors]
[ocr errors]

6'(6-»-ä)?i.».t2

--Il/lI.(II-^3II)'

Für dieselbe Leitung sind alle Werthe auf der linken Seite dieser Gleichung mit Ausnahme von N constant, deshalb kann man sagen:

O'.»*---11/11(11 ^-311) . . . (VlI).

Kennt man nun für irgend eine beliebige Leitung zwei zusammengehörige Werthe von II (Druckuermehrung beim Rückschlage am Ausfluß) uud U (Druck in geschlossener Leitung), so kann man für diese Leitung den Werth C berechnen und mit Hülfe dieses Werthes für jedes beliebige N das zugehörige II finden.

Für die in Rede stehende Leitung ergeben die Beobachtungen verschiedene Werthe von II, bei Constructionsfragen kommt es jedoch nur auf die Ermittelung des Mazimums von II au, und zu diesem Zwecke eignen sich jedenfalls die in Tabelle II verzeichneten Beobachtungen, weil die denselben zu Grunde liegenden Anordnungen so getroffen waren, daß sie die Ausbildung des Rückschlages am meisten begünstigten.

[merged small][ocr errors][ocr errors][ocr errors][ocr errors]

falls einen Theil der lebendigen Kraft absorbiren und den Nückschlagsdruck, welcher sich im Manometer Nr. I zeigte, mildern.

Der letztere kann deshalb nicht den nachfolgende» Bestimmungen zu Grunde gelegt werden. Es eignet sich hierzu auch nicht der im Manometer Nr. l! beobachtete Druck, da dieselbe lebendige Kraft in einem ^ zölligen Bleirohre einen anderen Druck ausüben muß, als in einem 3 zölligen (<05°"°) gußeiseruen Rohre; aus diesen Gründen ist man darauf angewiesen, die im Manometer Nr. II! gemachten Beobachtungen für die Bestimmung des Maximaliückschlagsdruckcs in vorliegendem Falle zu gebrauchen und aus denselben, mit Hülfe der Formel I. --- 38 l^Ü, den Druck N am Ausfluß zu berechnen.

In den Pos. 1 bis 8 der Tabelle II ist N --- 21 Pfd. (1,53 Kilogrm.) und in den Pos. 9 bis 18 gleich 20 Pfd. (1,4s Kilogrm.) angegeben, danach berechnet sich I. zu 174 res». 170 Fuß (54°>,s resp. 53",4).

Das Manometer Nr. III befand sich in 100 Fuß (3!") Entfernung von den Hähnen. Setzt man die Differenz zwischen dem Druck beim Rückschlage und dem bei geschlossener Leitung an dieser Stelle gleich u, dieselbe Differenz am Hahne gleich II, so verhält sich, wie früher bewiesen,

II: u -- 174 : 174 — 100 resp. -- 170 : 170 — 100.

Das Mazimum von u findet sich in Pos. 13 und 14

und ist gleich 68 — 20-48, II folglich gleich ^^ gleich ca. 116; es ist 11—120 angenommen.

Die Werthe von II -- 120 und U -- 20 in Gl. (VII) eingesetzt, ergiebt

5'--3150 und II-- —ZU ^-»^3150. N^-». 2,25. II«; danach ist folgende Tabelle für die der Beobachtung unterworfene Leitung berechnet.

Für U -- 1 Pfd. ist II -- 56 Pfd. und N -- 5? Pfd. 10 - - 61 - - 71

20 - - 120 - - 140

30 - - 128 - - 158

40 - - 133 - - 173

50 - - 136 - - 186

60 - - 138 - - 198

70 - - 138,5- - 208,5

80 - - 139 - - 219

90 - - 138,75 - 228,?5

100 « - 138,5- - 238,5

Die in Rede stehende Leitung war, wie mehrfach erwähnt, eine 'zöllige horizontale Bleileitung von 172 Fuß Länge; verändert man diese Länge, so übt dies keinen irgendwie merk

[blocks in formation]

Zu der berühmten Brücke, welche Roebling im Jahre 1355 über den Niagarafluß gebaut, hat sich im letzten Frühjahr eine zweite gesellt, welche sowohl durch ihre beträchtliche Spannweite, als auch durch einige neue Detailcoustructionen ausgezeichnet ist. Wie der Situationsplan Fig. 1, Taf. V, zeigt, ist diese neue Brücke in nächster Nähe der weltberühmten Wasserfälle gelegen, während die von Roebling fast eine Stunde Wegs unterhalb derselben sich befindet, wodurch der Verkehr von einem Ufer zum anderen mit großem Umweg verbunden war. Diesem Uebel ist nun, wenigstens für die so zahlreichen Lustwandelnden, durch die am 4. Januar 1869 eröffnete Brücke abgeholfen. Dieselbe ist unter rechtem Winkel über den Fluß gelegt und hat eine Spannweite von 1268 Fuß engl. (386°',») von Mitte zu Mitte der Thürme gemessen. Die Durchbiegung der Seile variirt zwischen 89 Fuß <27",l3) und 92 Fuß (28"), welche Verschiedenheit der Ausdehnung der Teile durch die Wärme zuzuschreiben ist. Die Bahn ist auf der amerikanischen Seite 188 Fuß (57"», auf der canadischen Seite 183 Fuß (56°°) über dem 200 Fuß (61") tiefen Fluß gelegen, während sich die Mitte derselben ,90 Fuß (58") resp. 193 Fuß (59") über den Wasserspiegel erhebt. Die Thürme haben eine Höhe von 105 Fuß (31",9) auf der canadischen und 100 Fuß (30",4) auf der amerikanischen Seite, so daß die Auflager der Seile in einer horizontalen Ebene liegen.

Die Tragseile, welche eine Länge von l 286 Fuß (392") zwische» den Thürmen und 1828 Fuß (557",i) zwischen den Verankeruugcn besitzen, sind zusammengesetzt zu sieben Drahtseilen, welche wieder aus sieben Litzen zu je 19 Drähten von 0,155 Zoll (3"",9) Durchmesser bestehen. Die einzelnen Teile haben 2^ Zoll (58) Durchmesser und wiegen 9 Pfd. engl, pro Fuß (l3,5 Kilogrm. pro Meter); ihre mittlere Litze ist aus weicherem Material hergestellt als die übrige«, um durch die größere Elasticität derselben eine möglichst gleichmäßige Anstrengung aller Thcile zu erzielen. Die Entfernung der Teile beträgt 42 Fuß (12",i8) auf den Thürmen und 12 Fuß (3",7) in der Mitte der Bahn gemessen. Die Enden, welche von den Thürmen nach den Antern führen, sind tangential zu dem Grundriß der Seilcurven geführt. Zur Versteifung der Tragseile sind dieselben über der Bahn mit vier Querfeilen und mit vier seitswärts nach den Felsen gehenden Seilen verbunden. Die Hauptkabel sowohl, wie die noch anzuführenden Versteifungsseile ruhen auf den Thürmen in guß

eisernen Sätteln, Fig. 8 und 9, welche von Rollen unterstützt der Bewegung derselben folgen können.

Die Befestigung der Seile an die Ankerketten ist hier in einer neue» Weise bewerkstelligt worden. Man hatte nämlich die Erfahrung gemacht, daß die ältere Art der Befestigung nicht ausreichend war, da das Teil immer durch die Oesen gezogen wurde, ehe es zerriß. Aus Fig. 4, welche die neue Befestigungsart darstellt, ersehen wir, daß, nachdem das Seil durch die conische Oese gezogen, die Drähte zurückgebogen, die Zwischenräume mit Stahlkeilen und einem Bleieinguß versehen wurden, um so die ganze Oessnung auszufüllen. Dieses Verfahren hat man auch hier beibehalten, dazu aber die Seile noch erst um gußeiserne Joche gefühlt, wodurch die Befestigung' bei weitem dauerhafter wurde, so daß bei Versuchen das Seil effectiv zerriß, ehe an den Jochen irgend ein Nachgeben zu bemerken war. Die Detailconstruction derselben ist aus Fig. 5 ersichtlich; sie sind ezcentnsch angeordnet, um die Seile so wenig wie möglich aus der Kraftrichtung zu bringen. Die Oesen sind durch umgelegte schmiedeeiserne Ringe wesentlich verstärkt, und bei den angebrachten Schlitzen ist es möglich, die Seile nachträglich noch durch Einschlagen von Keilen genau zu reguliren. Fig. 6 zeigt uns die Befestigung eines Tragseiles; die eingeschriebenen Nummern geben an, wie die Joche hintereinander liegen.

Die Anlerketten bestehen aus Laschen und sind an gußeiserne Ankerplatten von 3j X 5 Fuß (1",o? x 1",5) befestigt, welch letztere auf der amerikanischen Seite eingemauert, auf der canadischen in den gewachsenen Felsen eingelassen find.

Außer dem Hauptkabel besitzt die Brücke noch 48 Versteifungsseile, welche von den Thürmen nach der Bahn führen. Dieselben sind in je 25 Fuß (7",6) Entfernung an der letzteren befestigt, so daß die längsten bis zu ungefähr ein Viertel der Bahn reichen. Der Umfang der drei längsten Seile ist 4Z Zoll (108""), der der sechs nächsten 3! Zoll (83"") und der der übrigen 3 Zoll (76""). Fig. 7 zeigt ihre Verbindung mit der Brückenbahn sowie den Angriff der später erwähnten Windseile. Die zwölf Seile eines jeden Viertels sind mit den sieben Seilen, welche von den Thürmen nach den Verankerungen führen, verbunden und zwar sind die drei stärksten Seile in einem Stück von der Verankerung nach der Brückenbahn geführt, während die folgenden sechs an drei Landseile und die drei letzten zusammen an ein Landseil gekuppelt sind Alle diese Seile sind mit Jochen befestigt und an der Bahn durch Schrauben regulirt worden.

Zur weiteren Versteifung der Bahn sind 54 Windseile von ^ Zoll (16°"°) Durchmesser angebracht, welche einerseits an die Querhölzer der Bahn, wie Fig. 7 zeigt, andererseits an die umliegenden Felsen befestigt sind. Die Aufhängeseile haben ebenfalls ß Zoll (16°"°) Durchmesser, find in je 5 Fuß (l°°,52) Entfernung von einander angebracht und mit den Querhölzern der Bahn verschraubt, Fig. 7.

Die Construction der Holzthürme ist hinlänglich aus der Zeichnung Fig. 2 und 3 zu entnehmen. Die Eckständcr, aus Tannenholz angefertigt, sind aus vierfachen 12 zölligen (305""°) Balken zusammengesetzt und zwar so, daß jedes einzelne Stück leicht ausgewechselt werden kann. Die gußeisernen Schuhe, welche die unteren Enden eines jeden Ständers verbinden, sind in gewachseneu Felsen eingelassen, ebenso die oberen Enden der vier Ständer eines jeden Thurmes durch ein solides Gußstück verbunden, auf welchem die Rollen und Sättel ruhen. Scimmtliche Thürme sollen in kurzer Zeit eine Umhüllung von Eisenblech erhalten, um sie so vor Feuer und den Einflüssen der Witterung z» schützen.

Was nun die eigentliche Bahn angeht, so ist diese nur 10 Fuß (3°°) breit, da die Brücke nur für leichte Fuhrwerke und für Personen gebaut ist. Diese Breite hat sich jedoch jetzt schon als unzulänglich ergeben und man beabsichtigt deshalb eine breitere Bahn an die Seile zu hängen. Unter die aufgehängten Querhölzer sind die Längsträger geschraubt, welche aus zwei nebeneinander liegenden je 6 X 8 Zoll (152 x 203""°) starken Stämmen und einem darunter gelegten sIEisen bestehe», wie Fig. 11 zeigt, welche einen Querschnitt der Brücke in der Mitte der Spannweite darstellt. Auf diese Längsträger ist ein 6 Fuß (1°>) hohes kräftiges Geländer, Fig. 10, gesetzt, welches wesentlich zur Versteifung der ganzen Bahn beiträgt.

Zur Aufstellung der Brücke hat man provisorische Seile benutzt, welche im Winter 1867 bis 1868, während der Fluß mit Eis bedeckt war, über die bereits fertig gestellten Thürme gebracht wurden. Mit Hülfe dieser und daran hängender

hin und her beweglicher Kasten hat man die Hauptseile sowohl, wie die Aufhängeseile an Ort und Stelle gebracht und dann die Bahn eingehängt.

Das Eigengewicht der Brücke nebst dem vertical abwärts gerichteten Zug der Windseite «. hat sich zu 263 Ions eugl. (267 metrische Tonnen) ergeben. Das Gewicht der Versteifungsseile ist 18 Ion« (18,« Tonnen), welche wir bei der Berechnung in Abzug bringen wollen. Die größte zufällige Belastung der Bahn ist 255 Ions (259 Tonnen), so daß die Kabel 500 Ion« (508 Tonnen) zu tragen haben, welche folgende Spannung in denselben hervorbringe».

Betrachtet man die Seilcurve als Parabel, so ist:

8 -- ^ ^4»'^!?,

wo 0 -- der halben Belastung -- 500,000 Pfd., » der Durchbiegung der Seile -- 92 Fuß <28°°) und b der halben Spannweite --634 Fuß (196") ist.

Diese Werthe eingesetzt, so ergiebt sich:

8 - 1,793,478 Pfd. (814,238 Kilogrm.)

Der solide Querschnitt der Seile ist 35 Quadratzoll (220 Quadratcntmtr.), folglich sind dieselben mit 5l,242 Pfd. pro Quadratzoll (3700 Kilogrm. pro Quadratccntimeter) angestrengt, ungefähr die Hälfte der Bruchbelastung, welche durch Versuche mit 103,000 Pfd. pro Quadratzoll (7210 Kilogrm. pro Quadratcentimeter) festgestellt worden ist.

Dieses Resultat wird nun wesentlich durch die 48 Versteifuugöseile, deren Wirkuugöweise iu Gemeinschaft mit der Kabel sich wohl der Rechnung entzieht, beeinflußt.

Die Kosten der Brücke sollen sich nach Vollendung derselben auf ca. 150,000 Dollar Papier belaufen.

Die angeführten Daten sind dem Bericht des Ingenieur Samuel Keefer, welcher die Brücke entworfen und gebaut hat, entnommen. Die beigefügten Zeichnungen auf Taf. V sind zum größten Theil Skizzen, welche ich bei meinem Aufenthalte an den Niagarafallen genommen habe.

Taunton, Mass.

H. Mohr.

Vermischtes.

Mischgasanftalt für 300 Flammen.

Von Hcrm. Liebau.
(Hierzu Tafel IV.)

Obwohl ich die Vortheilc der Oclgasfabrication, die Verkleinerung des Gasquantmns, die Vereinfachung des Betriebes und die billigere Herstellung der Anlage stets vollkommen und gern anerkannt habe, fand ich doch, daß man viel besser thue, anstatt reinen Oelgasts, dasselbe gemischt mit Steinfohlengas zu verwenden, weil eine solche Mischung viel billiger herstellbar war und auf die Dauer empfehlcnswerth blieb.

Nachdem nun drei Jahre seit der Einführung der verschiedenen Surrogate für Steinkohlcngas verflossen sind, ist die Krise ziemlich vorüber, der Weizen ist von der Spreu gesondert, das Publicum hat probirt, und die anfänglichen Anpreisungen des Oelgascs sind verstummt, denn Oelgas ohne Zusatz von Steinkohlcngas stellt sich bei einigermaßen erheblichem Betriebe jetzt schon so theuer

heraus, daß auch der größte Enthusiast nicht mehr recht an die gepriesene Billigkeit glaubt. Wer überhaupt bei Oclgas noch Nutzen finden will, mischt es mit Stcinkohlengas, wie es vor drei Jahren von mir vorgeschlagen wurde.

Meinerseits sind inzwischen eine große Anzahl solcher Mischgasanlagen gebaut, und die Nachfrage ist immer größer geworden. So einfach nun auch an und für sich, die Sache ist, so sind im Laufe der Zeit von mir vielfache Versuche gemacht, die zweckmäßigsten Formen und Einrichtungen für solche Anstalten zu treffen, und lasse ich hier eine Zeichnung und Beschreibung einer Nischgasanstalt neuester Construction folgen, und hoffe das allerdings etwas räthsclhaftc Wort „Miscbgasonlage" damit zu beleuchten und klar zu machen.

Das Mischgas, aus 1 Theil Oelgas und 2 Theilcn Stcinkohlengas bestehend, behält entschieden den Charakter dcs Oelgascs, d. h. man brcnnt cs vorthcilhaft mit kleinen Brcnncrn. Die Dimensionen und die Kosten der Anlage sind unwesentlich größer als bei Oelgas, das Licht ist ebenso intensiv, die Betriebskosten sind aber stets um 30 bis 50 pCt. geringer.

Hie Zeichnung auf Taf. IV zeigt im Grundriß und Quer« schnitt eine solche Gasanlage.

In dem kleinen Gebäude von 10 Fuß (3°,i4) Breite und 20 Fuß 4 Zoll (6",z») lichter Länge befinden sich im vorderen Räume die Oefen »,». Jeder derselben enthält zwei Stück Doppelletvlten von 5 Fuß 9 Zoll (1".»o) Länge, mit 9 Zoll (235°°) und 6 Zoll (155°°) Durchmesser. Die 9zöllige (235°°) Retorte dient zur Erzeugung des Steinlohlengascs, die 6zöllige (155°°) zur Erzeugung des Oelgascs. Beide Retorten liegen in einem Feuer und sind in einer Weise geschützt, daß sie stets ein Jahr lang aushalten. Einer der beiden Oefen dient zur Reserve. Der Ofen ist für Vraunfohlcnfcuerung eingerichtet, und gebraucht in 24 Stunden 2^ Tonne (5,5 Hektoliter) Brennmaterial; er producirt in je 3 Stunden 300 Ebkfß. (930N Liter) Mischgas aus 45 Pst. Steinkohle und 14 Pst. Oel. Das Gas wird aus der Retorte in den auf dem Ofen liegenden kleinen Theercylindcr geführt und geht von da aus in den (Kondensator und Wäscher d, welcher hinter den Oefen in dem kleinen abgeschlossenen Räume steht. Derselbe hat 20 Zoll (525°°) Durchmesser und ist 7 Fuß (2°«») hoch, aus Eisenblech gefertigt, mit Eoks gefüllt, welche von Wasser überrieselt werden und zur Condensation des Gases dienen, durch die Mitte des Condensators geht ein starkes Blechrohr, welches den Abfluß des Theeres in die darunter befindliche Grube o »ermittelt.

Das condcnslrtc Gas wird von hier aus in den nebe» dem Eondensalor stehenden Kalkkasten ä geführt, welcher 3 Fuß (0",94) lang, 2 Fuß (0°,«,) breit, 2 Fuß (0°,«z) hoch und mit sechs Horden versehen ist. Diese sind mit je 2 Zoll (52°"°) hoch Kalthhdratpulver belegt. Der Kalt dieses Gefäßes reinigt das Gas (240U Ebkfß. -- ca. 75,000 Liter) täglich vollkommen und wird, je nach der Stärke des Betriebes, von Zeit zu Zeit herausgebracht und durch frischen Kalk ersetzt, eine Arbeit, welche etwa eine halbe Stunde in Anspruch nimmt. Von hier aus geht das Gas in einer Erdrohrleitung nach dem Gasometer e. Zwischen dem GasHause und dem Gasometer befindet sich die Cyfterne k für die Shphons, Wassertöpfe, wie auf der Zeichnung angegeben.

Der Gasometer, aus Eisenblech gefertigt, von 1000 Ebkfß. (31,000 Liter) Inhalt und 24 Etr. schwer, wird durch eine Mittelführung gerade geführt, kann in ein besonderes Haus eingebaut sein, wie hier in der Zeichnung, oder auch freistehend zur Anwendung kommen. Die Einrichtung des Gasbehälters selbst, des Bassins und der Garnitur dazu ist ganz dieselbe, wie bei jeder anderen Gasanstalt, und kann ich dieselbe als hinlänglich bekannt hier voraussetzen.

Das Gas wird durch den einen Rohrstrang in den Gasometer hinein und durch den zweiten in den Apparatraum geführt, wo der Druckregulator steht. Von hier aus geht das Gas in die Leitung nach den Flamme». Zur Erkennung des Gasdruckes sind drei Manometer an den Apparaten passend vcrtheilt.

Die Bedienung solcher Gasanstalt ist sehr einfach und sehr leicht; ein Mann hat reichlich Zeit, alle Arbeit bequem auszuführen, häufig läßt man ihn noch andere Beschäftigung nebenher verrichten. Eine Anlage wie die dargestellte kann ohne Benutzung des Rcscrvcofens täglich 300 Flammen zu 1^ Cbkfß. (39 Liter) Consum pro Stunde und mit 6 Stunden Brcnnzeit unterhalten, während die Flamme 7 bis 8 Lichtstärken zeigt; der Betrieb erfordert dann etwa 1 Clr. Theeröl und 1 Tonne (2,z Hektoliter) Steinkohle, von welcher 1H Tonne (2,s Hektoliter) Eoks zurückgewonnen weiden.

In Bezug auf Vergleiche zwischen Mischgas und Steinkohlengas und Mischgas und Oclgas bezüglich der Betriebs- und An» lagekostcn verweise ich auf meine früheren Auslassungen hierüber, Bd. XIII, S. 642 d. Z. und auf eine Broschüre von mir über Braunkohlenfctte zur Gassabrication.

Magdeburg, Januar 1870.

Einführung eines einheitlichen Ziegelformates.

Der Architcktenvcrcin zu Berlin hat in seiner Sitzung vom 13. November 1869 die nachstehenden Resolutionen in Betreff «ines einheitlichen auf Metermaß begründeten Ziegelformates angenommen:

1) Es ist nothwendig, daß die bisher gebräuchlichen Ziegel« maße mit dem neu einzuführenden Metermaße in Einklang gebracht werden.

2) Es liegt sowohl im Interesse des bauenden Publicum«, als auch der Fabrikanten, ein einziges gleiches Ziegelformat einzuführen.

3) Als solche« wird für das zweckmäßigste das den bisherigen mittleren Ziegelgrößcn sehr nahestehende Format von 25 x 12 x 6^ Centimetcr erachtet.

4) Dieses vorstehende Normalformat ist fortan allen Massenberechnungen zu Grunde zu legen.

5) Klinker machen hiervon eine Ausnahme.

Für diese Resolutionen hatte die mit der Angelegenheit be« traute Eommission folgende Motive aufgestellt, welche von dem Vereine gutgeheißen wurden.

Nur eine einzige Normalgröße der Ziegelsteine anzunehmen, ist aus folgenden Gründen geboten:

Der Bauausführendc ist im Stande, seinen Bedarf an Ziegeln aus den weitesten Kreisen zu beziehen. Hierdurch findet der Fa« bricant das ausgedehnteste Absatzgebiet.

Es erscheint unzweckmäßig und ist auch von dem Hrn. Handelsminifter abgelehnt worden, von den Fabricanten die Herstellung der Ziegel nach dem neuen Formate durch Polizeivorschriftcn zu erwirken; es bleibt nur der Weg der freien Vereinbarung übrig. Das neue Format muß zunächst als Rechnungsgrößc in alle Anschläge eingeführt werden, dann ist von dem persönlichen Einflüsse und dem festen Willen der Baumeister und der bauenden Behörden die allmälige Einführung dieser Maße in die Praris zu erwarten.

Zwei Formate zu statuire», erscheint besonders deshalb gefährlich, weil dadurch die Gelegenheiten zur Abweichung sich vermehren, und sehr bald Zwischengrößen sich einschleichen würden. Nur mit Hülfe eines einzigen einheitlichen Formates ist es möglich, Hintennauerungsfteine und Verblender aus verschiedenen Ziegeleien an demselben Gebäude zu verwenden. Mit Rücksicht hielauf vermag die Eommission nicht, den vom Hamburger architektonischen Vereine für die Einführung zweier Normalformate aufgestellten Gründen beizutreten.

Bezüglich der Länge und Breite des zu wählenden Normalformates herrscht keine Meinungsverschiedenheit, da alle Vereine de» Maßen von 25 und 12 Eentimeter zustimmten. Dagegen gehen die Ansichten über die Dicke der Ziegel auseinander, indem von einer Seite das Maß von 5^, von der anderen Seite das Maß von 6H Eentimeter als zweckmäßiger erachtet wird. Die Vertheidiger geringerer Dicke führen an, daß leichtere Ziegel bequemer zu vermauern seien, daß demgemäß das daraus hergestellte Mauerwerk besser werden müsse; ferner daß dünnere Ziegel schneller trocknen und leichter gar trennen, daher in besserer Qualität schneller und billiger herzustellen find.

Dem gegenüber ist die Eommission der Ansicht, daß an der Stärke von 65 Ecntimeter festzuhalten sei, und zwar aus folgenden Gründen:

Es ist als unzweifelhaft anzusehen, daß dickere Ziegel ein festeres Mauerwerk geben, als dünnere Steine von gleich gutem Brande. Mauern aus stärkeren Steinen haben weniger Fugen, sind bei Verwendung von Kalkmörtel fester, in Eementmörtel hergestellt wesentlich billiger. Es liegt, wie allgemein anerkannt, im Interesse der Rohbauaussührungen, möglichst starke Ziegel anzufertigen, damit die Gliederungen nicht zu oft durch Fugen unterbrochen werden.

Die Praris hat die Möglichkeit dargethan, auch bei 6^ Eentimetcr Dicke gut durchgebrannte Ziegel herzustellen, und der Verein für Fabrikation von Ziegeln »c. hat dies anerkannt. Es liegt daher kein Grund vor, bei Bestimmung des Normalformates unter das Maß von 6^ Centimeter Stärke hcrabzugehen, um so weniger, als jede Verbesserung der Ofeneinrichtungen das Brennen dickerer Steine erleichtern muß.

Die übrigen für das schwächere Maß geltend gemachten Gründe sprechen größtentheils im Interesse der Fabricanten.

Die Möglichkeit, mit Hülfe von nur 5^ Eentimeter starken Steinen das Meter in 15 Schichten einzutheilen, erscheint nicht wichtig genug, um die größere Dicke zu verlassen.

Das Beispiel früherer Zeiten und anderer Staaten zeigt vielfach stärkere Steine, wie denn Proben aus England mit 7,3 bis 7,8, aus Oesterreich (Wien) mit 6,4 und 7,«, aus Mähren mit 7,5, aus Böhmen mit 6,5 Eentimeter vorliegen.

Der Berliner Architektenverein ersucht schließlich die übrigen technischen Vereine um Mittheilung ihrer Zustimmung zu den oben aufgestellte» Sätze» resp. Motivirung ihrer abweichenden

Ansichten darüber, um in der Sache möglichst bald eine allgemeine Verständigung herbeizuführen.

R. Z.

Deutsche Locomobilen.

Von Hermann Weber.

Im Novemberheft des vorigen Jahrganges dieser Zeitschrift, S. 673, ist ein Vortrag des Hrn. H. Minssen über die Motoren des Breslau« Maschinenwortes abgedruckt, welcher gewiß innerhalb und außerhalb unseres Vereines mit Interesse gelesen ist. Eine kritische Beschreibung der Maschinen dieses Marktes von der Feder eines Sachkenners muß um so mehr willkommen sein, als bekanntlich eine Prüfung und Veurtheilung derselben seitens einer Sachverständigen-und Preisrichter-Commission daselbst nicht stattfindet.

Es liegt jedoch auf der Hand, wie schwierig und doch wie undankbar in mancher Beziehung die Lösung dieser Aufgabe ist. Schwierig, weil die Studien, welche man während der Dauer einer Ausstellung über die ausgestellten Maschinen machen kann, wenn man nicht in der Lage ist, dieselben prüfen zu dürfen, gewöhnlich nickt eingehend genug sein können, um daraus allein genügendes Material zu einer Kritik und eingehenden Beschreibung schöpfen zu können, daher Jeder, welcher eine solche Kritik schreiben will, sich schon vorher mit dem betreffenden Gegenstände eingehend beschäftigt haben muß. Undankbar, weil es nicht ausbleiben kann, daß man dieser oder jener Maschine ein Wort mehr widmet als anderen, welche nach Ansicht der betreffenden Constructeurc oder Fabrikanten nicht minder Anspruch darauf hatten, daß daher unvermeidlich Mancher sich durch eine solche Kritik verletzt und beeinträchtigt fühle» wird. Eine Erwiderung oder Vertheidigung gegen eine zurücksetzende Kritik seitens des Fabrikanten, so sehr eine solche auch im Interesse der Sache erwünscht ist, wird selten erfolgen, weil dergleichen leicht einen Beigeschmack .nach Reclamc erhält; so kommt es dann, daß ein nicht ganz richtiges Urthcil unwidcrlegt bleibt, und der Fabricant darunter leidet.

In Bezug hierauf bedarf es kaum der Erwähnung, daß der Vortrag des Hrn. Minösen sich sowohl durch Sachtcnntniß, als auch Unparteilickkcit auszeichnet, doch sind nach meiner Ansicht einige Härten darin enthalten, in Rücksicht auf welche einige kurze Bemerkungen erlaubt sein mögen.

Hr. Minssen sogt- „Nach englischem Muster getreu nachgeahmt kamen auf den Platz Locomobilen auf Rädern von Götze, Bergmann <K Co. in Reudnitz bei Leipzig, von Ianuschet in Schwcidnitz und N. Wolf in Buckau bei Magdeburg, welche sich insgcsammt durch saubere, cracte deutsche Arbeit auszeichneten." Nun läßt sich gewiß darüber streiten, ob die „getreue Nachahmung" von englischen Maschinen ein Vorwurf ist, wenigstens werden diejenigen Fabrikanten, welche Solches thun, es sich nicht zum Vorwurf anrechnen lassen, und sie find auf dem Gebiete des Locomobilenbaucs und überhaupt des landwirthschastlichen Maschinenbaues kaum in der Minorität; es soll daher keinesweges behauptet werden, daß in diesen Worten ein geflissentlicher Tadel liege, aber in diesem Falle liegt ein Irrthum darin, wenigstens soweit es die Locomobile von R. Wolf betrifft; die Maschinen der beiden andere» Fabriken sind dem Unterzeichneten nicht näher bekannt.

Was zunächst die Conftruction des Dampfkessels der Wolf'» schcn Locomobile betrifft, so giebt es bekanntlich nur eine englische Firma, welche einen Thcil ihrer Kessel nach dieser unter dem Namen des Biddcl-Valk'schcn Systeme«*) bekannten Form baut, nämlich Ransomcs, Sims HHead in Ipswich. Wer aber die Conftruction der Ransomes'schcn Locomobile im Uebrigen kennt, der wird zugeben müssen, daß von einer Achnlichkeit, geschweige denn einer getreuen Nachahmung derselben seitens der Fabrik von R. Wolf nicht die Rede sein kann. Die Anordnung de« Dampfdomes, der für Dampfkessel des belegten Systcmes wegen des niedrigen Dompsraumcs Bedürfniß ist, welcher zugleich für den Dampfcylinder den Dampfmantel bildet; die Anordnung des Centnfugalrcgulators, nach welcher derselbe durch Zahnräder, statt wie bei den englischen Locomobilen durch Riemen betrieben wird; der Verbindungssteg zwischen Cylinderdom und Sattel, auf welchem

») Bergt. Bd. VI, S. «14 und Bd. X, S. 738 d. Z.

D. Red. (R. Z.)

Geradführung und Speisepumpe montirt sind; die Einrichtung, Speisepumpe und Dampfschicber von einem Ercentrik zu bewegen, wodurch nicht allein ein Ercentrik gespart wird, sondern auch die Schieberstangcnstopfbuchse von dem beim Betriebe so sehr schädlichen Scitendruck befreit wird; die völlig freie Zugänglichkeit des Dampfabsperrschiebcrs und der Drosselklappe, welche man bei fast allen, selbst den berühmtesten englischen Locomobilen vermißt: das Alles sind Eigenschaften der Wo loschen Locomobile (Vd.X,T. 738), welche dem Sachkenner zeigen, daß hier nicht getreu nachgeahmt, sondern sclbstständig construirt ist.

Eine längere Besprechung erfährt in dem Aufsatz die Maschine von Köbner <K Kanty. Die eine Maschine zeichnete sich, nach dem Verfasser, „dadurch aus, daß sie, trotz des stehenden Kessels mit Field'schen Röhren, auf Räder gebracht war, so baß man sie ebenso, wie die englischen Locomobilen, benutzen kann" u. s. w.

Es liegt mir die Photographic einer von der Firma M. Webers in Berlin gebauten Locomobile dieser Anordnung vor, sowie auch die Zeitschrift „LuZiueei-inß" vom 17. Juli I8<>8 die Illustration einer solchen Locomobilenanordnung als von der Fabrik von Thomas Wiltins in Ipswich herrührend bringt, welche wiederum namentlich ein ungemein große Achnlichkeit mit der auf Tafel XXIV, Figur ll) abgebildeten Locomobile von Pautsch ck Freund zeigt, mit dem einzigen in die Augen springenden Unterschiede, daß der Frame der Maschine dort nicht von Guß-, sondern von Schmiedeeisen ist. Es würde gewiß mindestens von historischem Werth sein, zu erfahren, wem denn nun eigentlich die Originalität dieser Erfindung, ganz abgesehen von ihrem Werth, zuzuschreiben sei.

Weiter heißt es auf S. 678: „Der angewendete Portcr'sche Regulator ist so construirt, daß die vier Kugelarme in jeder Stellung einen Rhombus bilden, also stets je zwei und zwei Arme einander parallel bleiben, wodurch die Empfindlichkeit durch die in jeder Stellung gleichmäßig auf die Hülse wirkende Centrisugalkraft bedeutend erhöht wird." Hr. H. Minssen wird es gewiß anerkennen, daß durch gegenseitigen Meinungsaustausch jede Sache gefördert wird, und die Bemerkung erlauben, daß mir diese Erklärung für die Empfindlichkeit des Portcl'schen Regulators einerseits ganz neu, andererseits nicht ganz klar ist. Namentlich in wiefern die Centrisugalkraft in jeder Elcllung gleichmäßig auf die Hülse wirken soll, weil zwei und zwei der Stangen einander stets parallel bleiben, ferner wie, wenn dies der Fall ist, durch die gleichmäßige Wirkung der Centrisugalkraft die Empfindlichkeit des Regulators erhöht wird, ist schwer zu sagen. Man kann unter der Empfindlichkeit eines Regulators offenbar zweierlei verstehen. Es kommt nickt allein darauf an, ob ein Regulator bei einer größere» oder kleineren Überschreitung der normalen Geschwindigkeit zu heben anfängt, sondern auch, ob derselbe, nachdem er angefangen hat zu heben, viel oder wenig hebt, bevor wieder Gleichgewicht eintritt. Letzteres ist abhängig von der Art, wie sich die Höhe seines Pendels in den verschiedenen Stellungen der Kugeln ändert, Erstcrcs von der Centrisugalkraft der Kugeln, bei dem Portcr'schen Regulator auch von der Schwere des Gegengewichts, sowie von dem Neigungswinkel, oder, was meistens dasselbe sagt, der Länge der Zugstangen, welche die Centrisugalkraft der Kugeln auf die Hülse übertragen. Je mehr beim Ausschlag der Kugeln die Höhe des Pendels abnimmt, desto weniger empfindlich ist der Regulator, d. h. eine desto größere Geschwindigkeitsändcrung der Maschine läßt derselbe zu, bevor er in seine höchste Stellung gelangt. Wenn die Kugelarme in der Hauptachse befestigt sind, so vermindert sich die Höhe des Pendels beim Ausschlag der Kugeln; noch mehr, wenn dieselben auf der Seite der zugehörigen Kugel von der Hauptachse entfernt, weniger jedoch, wenn sie an der der zugehörigen Kugel entgegengesetzten Seite aufgehängt sind. Constant bleibt die Höhe des Pendels bekanntlich, wenn die Kugeln auf irgend eine Weise in einer Parabel geführt werden. Die Anordnung mit gekreuzten Stangen zeigt der von Hr». Minssen besprochene Regulator (Taf. XXIII, Fig. 5), deshalb ist derselbe empfindlicher, als wenn die Aufhängung anders geschehen wäre, aber nicht, weil die Stangen einen Rhombus bilden. Schließlich aber kann es gar nicht unter allen Umständen als Lob für einen Ccntrifugalregulator gelten, daß derselbe eine hohe Empfindlichkeit besitzt. Ein Regulator kann auch leicht zu empfindlich sein, und stehen die Fälle in der Praris kaum vereinzelt da, wo die zu große Empfindlichkeit eines Regulators durch Anziehen der Drossclklappenstopfbuchse corrigirt werden mußte. Ungleichförmigkciten, wie das Schwungrad sie

« ZurückWeiter »