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künftig als die Früchte Ihrer Lehren an; durch diese ist mein Herz genährt worden, und ich habe es mir zum unverbrüchlichen

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weit eher eine Wallfahrt; er ist eine noch größere Seltenheit.“ In diesen schönen Jahren unterhielt Friedrich sich auch gern, namentlich mit den beiden französischen Predigern Isaac de Beausobre und Achard in Berlin, über Glaubenslehren: am liebsten schriftlich“); aber keinesweges mehr in dem Tone der Zerknirschung und gänzlicher Glaubenshingebung, die uns von Küstrin herbekannt sind. Er war mit der Bibel sehr vertraut und mochte gern über Religion und Christenthum frei seine Gedanken austauschen, zumal mit gediegenen Männern, deren Sachkenntniss und deren Sittlichkeit gleich schätzbar waren. Dem Prediger Achard schickte er, auf dessen Bitten, in dem Briefe, Rheinsberg den 8. Jun 1736, zwei Texte zu Predigten, von denen er sich Erbauung versprach: „ Ces paroles nous ont été données de Dieu,“ und „La Croix de Christ est un horreur chez les Juifs et ridicule aux payens.”).“ Dabei die Worte: „J'avoue, Mr., que j'attends une grande édification des peines que Vous Vous donnerez, car jai le malheur davoir la foi très foible, et il me la faut étayer souvent par de bonnes raisons et des argumens solides;“ womit die Worte aus dem 31. Briefe an Camas vom Jahre 1739 übereinstimmen: „La foi vivifiante n'est point mon mérite éminent, mais la morale chretienne n'en est pas moins la règle de ma vie.“ / Wie gern der Kronprinz des hochbetagten Predigers Beausobre“) Predigten hörte, ersieht man aus seinem Briefe an Graf Manteuffel, Berlin den 11. März 1736, in welchem er über eine an demselben Tage (am Sonntage Laetare) gehörte Predigt“)

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berichtet und dann so fortfährt: „Après tout, c'est le plus grand homme qu'il y ait dans le pays, et qui mérite öertainement qu'on l'entende et qu'on l'admire. Quelle finesse de pensées! quels tours arrondis! et le tout amené et conduit avec toute l'adresse du monde à ses fins.“ – „Comme Vous le connoissez particulièrement, Vous me ferez un grand plaisir de lui dire, que je me range du côté de ses admirateurs, et que son discours non seulement a frappémon esprit, mais que mes oreilles ont eu leur part à ce plaisir, ayant été flattées d'une manière bien agréable par les traits achevés d'éloquence, dont tout ce sermon étoit parsemé“). Auch suchte der Kronprinz Beausobre's persönliche Bekanntschaft unmittelbar nach jener Predigt*).

Außer Beau sobre hat Friedrich nur noch einen einzigen Prediger, Quandt in Königsberg, einen Deutschen, 1739, kennen lernen"), mit welchem er vollkommen zufrieden gewesen. Aber er hatte Bourdaloue, Massillon, Flechier und den Protestanten Saurin sehr viel gelesen. Von dem zuletzt genannten las er auch alle Sonntage in seiner Garnison zu Ruppin eine Predigt“), wäh

lungen seiner Predigten erschienen: die erste in 2 Theilen über das 12. Kapitel des Briefes an die Römer, 1743 von dem Sohne des Verstorbenen B. (Charles Louis de B.) herausgegeben; die andere, auch zwei Bände, über das 11. Kapitel des Ev. Joh. (1751) auf Kosten der Ecole de Charité in Berlin gedruckt. 1) Formey's Souvenirs. T. 1. p 15. 2) a. a. O. p. 34. Beausobre's Leben findet man in Formey's Biblioth è que Germanique. Année 1738. T. 43. p. 68.

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