Beyträge zur critischen Historie der deutschen Sprache, Poesie und Beredsamkeit: hrsg. von einigen Mitgliedern der Deutschen Gesellschaft in Leipzig

Cover
Johann Christoph Gottsched
Bey Bernhard Christoph Breitkopf, 1732
 

Was andere dazu sagen - Rezension schreiben

Es wurden keine Rezensionen gefunden.

Andere Ausgaben - Alle anzeigen

Häufige Begriffe und Wortgruppen

Beliebte Passagen

Seite 298 - Engelländer, ihre Sprache selbst unter dem Milton eingesunken, und zu schwach gewesen, die erhabenen Gedanken seiner Seele in ihrer völligen Kraft vorzustellen; so hat in der That Herr Prof. Bobinereine solche Stärke unsrer Sprache gewiesen wiesen, daß man sagen könnte, daß Milton durch diese Verdollmetschung noch mehr Kraft und Nachdruck gewonnen habe ; als er in seiner Muttersprache besitzt.
Seite 377 - Es ist bekannt, daß die Sprache ein Spiegel des Verstandes ist, und daß die Völker, wenn sie den Verstand hoch schwingen, auch zugleich die Sprache wohl ausüben, welches der Griechen, Römer und Araber Beispiele zeigen
Seite 378 - Denn gleichwie man in großen Handels-Städten, auch im Spiel und sonsten, nicht allezeit Geld zahlet, sondern sich an dessen Statt der Zeddel oder Marken bis zur letzten Abrechnung oder Zahlung bedienet; also thut auch der Verstand mit den Bildnissen der Dinge, zumahl wenn er viel zu...
Seite 377 - Die Teutsche Nation hat unter allen christlichen den Vorzug wegen des Heiligen Römischen Reichs, dessen Würde und Rechte sie auf sich und ihr Oberhaupt gebracht, welchem die Beschirmung des wahren Glaubens, die Vogthey der allgemeinen Kirche, und die Beförderung des Besten der ganzen Christenheit oblieget, daher ihm auch der Vorsitz über andere hohe Häupter ohnzweifentlich gebühret und gelassen worden.
Seite 382 - Sprache selbst sey; denn was sich darin ohne entlehnte und ungebräuchliche Worte vernehmlich sagen lasse, das seye würklich was Rechtschaffenes: aber leere Worte, da nichts hinter, und gleichsam nur ein leichter Schaum müßiger Gedanken, nehme die reine Teutsche Sprache nicht an.
Seite 378 - Es ist aber bei dem Gebrauch der Sprache, auch dieses sonderlich zu betrachten, daß die Worte nicht nur der Gedanken, sondern auch der Dinge Zeichen seyn, und daß wir Zeichen nöthig haben, nicht nur unsere Meynung Ändern anzudeuten, sondern auch unsern Gedanken selbst zu helfen.
Seite 385 - Gleichwohl wäre es ewig Schade und Schande, wenn unsere Haupt- und Helden-Sprache dergestalt durch unsere Fahrlässigkeit zu Grunde gehen sollte, so fast nichts Gutes schwanen machen dürfte; weil die Annehmung einer fremden Sprache gemeiniglich den Verlust .der Freiheit und ein fremdes Joch mit sich geführet.
Seite 519 - Natur abzugeben würdig geschätzt werden? da doch ieder Mensch eine Mappe dieses grossen Alles/ eine kleine/ oder rechter zu sagen/ eine grössere Welt als die grosse abgiebt/ da unsere Seele ein rechtes Ebenbild des grossen GOttes/ ihre...

Bibliografische Informationen