Prinzip Menschlichkeit: warum wir von Natur aus kooperieren

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Heyne, 2008 - 255 Seiten
Zum Besten, was man in New York gelegentlich uber einen anderen horen kann, gehort der mit Hochachtung gesprochene Satz: "He (she) is a mensch." Die Bezeichnung entspricht einer Art Nobelpreis der personlichen Wertschatzung. EInzelne Personen mogen die Voraussetzungen fur dieses Pradikat erfullen. WAs wir jedoch von Natur aus sind, war immer umstritten. DIe Frage, ob Menschen von Natur aus auf Kampf oder Menschlichkeit ausgerichtete Wesen seien, wird auch in unserer Zeit kontrovers gesehen. IN jungster Zeit hat eine Serie neurobiologischer Beobachtungen ein neues Bild entstehen lassen. ES beschreibt den Menschen als ein Wesen, dessen zentrale Motivationen auf Zuwendung und gelingende mitmenschliche Beziehungen gerichtet sind. DIe neuen Erkenntnisse und sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen sind das Thema dieses Buches. Neue Erkenntnisse werfen immer auch Fragen auf: Wie steht es um den Menschen im "Kampf ums Dasein", was bedeuten die jungsten Beobachtungen fur jenes Menschenbild, das sich im Gefolge Charles Darwins entwickelt hat? Was ist aus unseren "egoistischen Genen" geworden, von denen uns die Soziobiologen um Richard Dawkins erzahlt haben? Welchen Stellenwert hat, wenn der Mensch ein im Innersten auf Zuwendung und Kooperation gepoltes Wesen ist, die Aggression, dieses markante und so bedrohliche Faktum unseres Dasein? Ihr Stellenwert wird auf der Basis von wissenschaftlichen Untersuchungen, die seit kurzem auch zu dieser Frage vorliegen, neu zu bestimmen sein. SChlieSSlich bleibt zu klaren, welche Schlussfolgerungen sich aus dem "Prinzip Menschlichkeit" fur die gesellschaftlichen Lebensbereiche ergeben, fur die Wirtschaft, fur das Leben am Arbeitsplatz, aber auch fur die Padagogik, den Bildungsbereich und die Medizin. BIs zu diesen Fragen hin wird das Buch den Bogen spannen. Die Macht, die von Menschenbildern ausgeht Anthropologische Vorstellungen bzw. MEnschenbilder sind mehr als nur Glaubenssache. SIe bestimmen nicht nur, wie wir uns selbst und andere sehen, sondern auch, wie wir miteinander umgehen. UNd damit haben sie weit reichende Auswirkungen darauf, wie wir leben. BEi naherer Betrachtung wird deutlich, dass Menschenbilder zu einem nicht geringen Teil mit den Erfahrungen zusammenhangen, die wir mit anderen - vielleicht auch mit uns selbst - gemacht haben. AUch die Art und Weise, wie andere uns gesehen haben oder sehen, kann unser Denken uber den Menschen pragen. UNd nicht zuletzt beeinflussen Wunsche, wie wir uns und andere gern sehen wollen, unser Menschenbild. DEn meisten am nachsten sein durfte aber das, was sie unmittelbar in sich fuhlen. NIcht jeder empfindet grundsatzlich Sympathie fur andere Menschen und findet immer zumindest halbwegs gute Losungen, falls ihm jemand Schwierigkeiten bereitet. VIele verbinden mit anderen Menschen Erfahrungen von Leid oder erleben Angst. NOch qualender kann es sein, mit immer wieder auftauchenden eigenen Gefuhlen von Neid, Zorn und gar Hass konfrontiert zu sein, wenn es um andere Menschen geht. SChlechte Gefuhle konnen verstorend und irritierend sein: Ist das "normal"? Gehoren solche Gefuhle zu mir selbst, bin ich das, was ich fuhle? Oder sind sie von auSSen bestimmt, hervorgerufen durch das, was mir widerfahren ist? Falls ja, so wurde sich die Frage stellen, ob die Entwicklung eines negativen Menschenbildes die einzig mogliche Reaktion ist oder ob es andere, positivere Arten der Verarbeitung negativer Erfahrungen gibt. DIes alles sind schwierige, fur manche Menschen auch qualende Fragen. Menschenbilder mogen die Folge von Erfahrungen sein, noch wichtiger aber ist, was sie ihrerseits bewirken. SIe bestimmen, ob wir anderen vertrauen oder nicht, was wir von anderen erwarten und wie wir auf andere reagieren. EIne tief verwurzelte Grunduberzeugung, dass Menschen von Natur aus zur Bosheit neigen, wird - sagen wir - einen Lehrer nicht nur im Einzelfall auf eine bestimmte Weise auf ein Kind reagieren lassen, das zum Beispiel e

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